Architektur : Glückliche Menschen in grossen Häusern
Hier wohnen auch Wenigverdienende, als wären sie reich: Wiens herausragendster Wohnbau feiert seinen 50. Geburtstag.
Wer die U-Bahn-Linie 6 an der Haltestelle Alterlaa im Süden Wiens verlässt, betritt eine urbanistische Utopie der siebziger Jahre: Die Metro aus dem fernen Zentrum dockt in Hochlage an eine Satellitenstadt an und spült ihre Fahrgäste in eine Art Versorgungszentrum, das alle Bedürfnisse des täglichen Lebens deckt. Rings herum unzählige Wohnungen, die wie Bienenwaben in drei strahlend weissen, funktionalistischen Blöcken arrangiert sind. Dazwischen weitläufiges Grün, das jegliches Gefühl von Massenwohnbau oder auch Grossstadt zerstreut. Vor fünfzig Jahren wurde hier die Vision des österreichischen Wohnbaupioniers Harry Glück (1925–2016) Realität – und bis heute gibt es in ganz Österreich keinen ähnlich futuristischen Ort.