Pubsterben : Pints gegen das Kapital

Nr. 35 –

Jede Woche schliessen in Grossbritannien zwei Pubs. Auch weil Grosskonzerne immer mehr Profitdruck auf Pächter:innen ausüben. Das «Traf» versucht sich an einem Gegenmodell.

Oli Carter-Esdale zapft ein Bier hinter dem Tresen des «Trafalgar»-Pubs
«Es ist verdammt teuer, ein Pub zu führen»: Oli Carter-Esdale, eigens für das Fotoshooting in frischem T-Shirt, muss mit der Pubgenossenschaft eine halbe Million Pfund zusammenbringen, um das «Trafalgar» übernehmen und weiter betreiben zu können.

Oli Carter-Esdale steht hinter der Theke des «Trafalgar Freehouse» und zählt die Namen von Pubs auf: «Nag’s Head, Dog and Partridge, Princess Royal, Six Bells, White Heart, Royal Standard, British Queen», sagt die nonbinäre Person und weist mit ausgestrecktem Arm jeweils in die ungefähre Richtung, wo die Lokale früher standen. Auf dem Boden liegen Carter-Esdales zwei Windhunde, ansonsten ist das «Trafalgar» an diesem Montagmittag noch leer. «Früher gab es hier ziemlich viele Pubs», Carter-Esdale hat sich schon mal ein Pint gezapft, so lässt sich flüssiger über die Lokalgeschichte reden, «aber mittlerweile sind fast alle geschlossen.» Manche hätten schon vor Jahrzehnten die Türen zugemacht, andere seien dem jüngeren Pubsterben zum Opfer gefallen – und eigentlich wäre das «Traf» als Nächstes an der Reihe gewesen.

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