Ebola im Kongo : Einsatz am Limit

Nr. 35 –

Über hundert Tage nach Bekanntwerden des jüngsten Ebolaausbruchs in der Demokratischen Republik Kongo verschärft sich die Lage dort weiter. Über 52 000 Ansteckungen und mehr als 2500 Todesopfer wurden bisher verzeichnet, es ist der tödlichste Ausbruch in der Geschichte des Landes. «Die Epidemie breitet sich exponentiell aus», sagte der leitende Ebolakoordinator der Uno, Julien Harneis, an einer Pressekonferenz am Freitag – in einem Tempo, mit dem die Virusbekämpfung nicht mithalten könne. Neben der nordöstlichen Provinz Ituri, dem Epizentrum der Epidemie, sind mittlerweile weitere 5 der 26 Provinzen des Kongo betroffen, ein Gebiet grösser als Frankreich.

Der Ausbruch stellt das Gesundheitspersonal vor immense Herausforderungen: Krankenpfleger und Ärztinnen riskieren im Kampf gegen das Virus täglich ihr Leben sowie eine Ansteckung ihrer Angehörigen. Mehr als 160 Beschäftigte des Gesundheitswesens haben sich laut Uno in den letzten drei Monaten mit Ebola infiziert, 43 sind daran gestorben. Hinzu kommen Anfeindungen und Angriffe durch verängstigte und wütende Bewohner:innen der betroffenen Gebiete. Im letzten halben Jahr gab es laut Ebolakoordinator Harneis über 260 Angriffe auf das Gesundheitspersonal: «Krankenwagen wurden in Brand gesetzt und mit Steinen beworfen, Gesundheitseinrichtungen wurden angegriffen.» Vielerorts klagen Ärzt:innen und Pflegekräfte zudem über seit Monaten ausbleibende Lohnzahlungen. Einige sind deshalb in den letzten Wochen in den Streik getreten: In Spitälern und Behandlungszentren der Provinz Ituri etwa legten mehrere Hundert Personen die Arbeit nieder.

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