Serie : Wer ist hier das Monster?

Nr. 36 –

Etwas eintönig wirkt die pastellfarbene Gartenstadtidylle mitten in der Wüste von New Mexico – als wärs ein Setting von Steven Spielberg. Vielleicht kein Zufall (dazu später mehr). Jedenfalls täuscht das Werbeprospektimage der Senior:innensiedlung, da kann sich deren CEO Blaine Shaw (Seth Numrich) noch so gerieren, als verwalte er den Garten Eden. Mysteriöse Vorkommnisse und ein Todesfall wecken die Lebensgeister von Sam Cooper (Alfred Molina), der sich nach dem Verlust seiner Frau von der Tochter hierhin abgeschoben fühlt. Schon bald heftet er sich mit einem Stosstrupp aus der Nachbarschaft an die – ja, was: Fersen sind es nicht, vielleicht Spinnenbeine, Saugnäpfe? – eines Monsters aus dem Untergrund, das den Bewohner:innen im Schlaf buchstäblich das Hirn aussaugt.

Tönt wie ein Remake von «Stranger Things» mit Pensionierten? Auch das ist kein Zufall, stecken doch ebenfalls die Brüder Duffer hinter «The Boroughs». Und doch wäre es falsch, in der achtteiligen Serie bloss den Versuch zu sehen, an den Erfolg von «Stranger Things» anzuknüpfen. «The Boroughs» ist in vielerlei Hinsicht sogar besser: weniger Gequassel, interessantere Figuren. Da laufen gealterte Stars zu Hochform auf. Geena Davis als Renée etwa, aufmüpfig wie einst in «Thelma & Louise», aber mittlerweile so abgebrüht wie souverän im Handling ihres jugendlichen Lovers. Grossartig auch Clarke Peters als ewig sinnsuchender Althippie, der ähnlich hingebungsvoll kifft, wie er als Detective Lester Freamon in «The Wire» einst filigrane Puppenhausmöbel bastelte.

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