Literatur : Fremd geblieben im Oberwallis

Nr. 39 –

Die Grosseltern von Odilo Abgottspon lebten in Visperterminen am unteren Dorfrand, direkt neben dem «Rüss», dem stinkenden Abwasserkanal. Schon als Kind merkte er, dass sie nicht richtig dazugehörten. Die Gründe beschreibt der Enkel jetzt in seiner aussergewöhnlichen Familiengeschichte.

Bis weit ins 20. Jahrhundert war das Oberwallis «ein wahres Armenhaus». Die meist kinderreichen Familien hatten einige Tiere, kleine Weiden, Äcker und ein Stück Weinberg, aber die Erträge reichten kaum, um sich zu ernähren. Viele Junge wanderten aus, so auch Gustav und sein Bruder Alphons, die 1906 als Melker nach Schlesien ziehen. Dort staunen die Walliser über das riesige gräfliche Gut, wo achtzig Kühe im Stall stehen.

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