Pop : Heulen beim Abflug

Nr. 39 –

Wenn man sich nach langem Herumirren am Flughafen verlaufen hat und irgendwann der allerletzte Aufruf zum Boarding verklungen ist, man den Flug also ganz sicher verpasst hat, deswegen aber auch mit einem Schlag der Stress nachlässt, dann fühlt sich das vielleicht so an: «at the terminal but lost» ist ein geisterhaftes Stück aus Cello und Synthesizer, es atmet ganz langsam, wirkt mal beinahe bedrohlich und dann doch auf eine seltsame Art frei.

Es ist das letzte Stück auf «4ever», dem zweiten Album von Violeta García, Cellistin und Komponistin aus Buenos Aires, und Hora Lunga, dem Soloprojekt des Zürcher Musikers und Produzenten David Jegerlehner. Wie auf ihrem Debüt, «I’ll Wait for You in the Car Park» (2025), arbeiten sie wieder mit Cello, Synthesizer, Samples und Field Recordings. Dabei ist das neue Album konzentrierter, dichter, düsterer als der Erstling: Weniger Zerstreuungen, aber das Verträumte, das die Arbeit der beiden auch ausmacht, ist trotzdem spürbar.

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