Belarus-Prozess : Ein Verbrechen übersetzen

Nr. 39 –

Vor dem St. Galler Kantonsgericht wurden die Taten einer belarusischen Todesschwadron erneut verhandelt. Eine sprachliche wie juristische Herausforderung.

Juri Harauski mit seiner Anwältin auf dem Weg ins Gericht
Ein Handlanger des Regimes: Juri Harauski mit seiner Anwältin am Dienstag auf dem Weg ins Gericht. Michael Schmid, Keystone

Alle sind frühmorgens im Gerichtssaal versammelt, die Richter, der Angeklagte, die Privatklägerinnen. Die Anwält:innen, die Medienschaffenden – nur die Dolmetscherin fehlt, sie hat Verspätung, steckt noch im Stau. Der Auftakt der Berufungsverhandlung wird für eine möglichst zutreffende Übersetzung um fast eine Stunde verschoben, was durchaus Symbolcharakter hat. Das Urteil der ersten Instanz, darin gehen am St. Galler Kantonsgericht alle einig, war die Folge einer desaströsen Übersetzung mit mehr als tausend Fehlern.

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