25 Jahre LMd

08.10.2020

Der Diplo

​Die Idee stammte von WOZ-Ausland-Redaktor Andreas Simmen. In Rom hatte er miterlebt, wie die linkskommunistische Zeitung il manifesto eine italienischsprachige Version von Le Monde diplomatique (LMd) aufgegleist hatte.

08.10.2020

Anouk Ricard

Seit 2005 erscheint auf der letzten Umschlagseite der deutschen Ausgabe von Le Monde diplomatique ein Comic. Damit knüpfen wir an die über hundert Jahre alte Tradition der großartigen Sunday Pages aus den USA an.

08.10.2020

Cosima von Bonin

Ein Alleinstellungsmerkmal innerhalb der internationalen LMd-Familie war von Anfang an die Kunst des Monats in der deutschsprachigen Ausgabe. Die Abbildungen stehen unabhängig neben den Texten, sie sollen nicht illustrieren, sondern eine weitere Perspektive auf die Welt eröffnen.

08.10.2020

Alarm im Cyberspace!

Im Geburtsjahr des Internet Explorers 1.0 macht sich ein Philosoph Gedanken über die gesellschaftlichen Folgen der virtuellen Globalisierung

08.10.2020

Neue Kolonialreiche

Der Kolonialismus hat eine wechselvolle Geschichte. Seine Anfänge liegen im 19. Jahrhundert, als die Industriegesellschaften zunächst die Märkte des Südens eroberten und in der Folgezeit die Gebiete militärisch besetzten und annektierten. Nachdem die Kolonien die Unabhängigkeit erlangt hatten, führte die sogenannte „Entwicklungspolitik“ in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu veränderten Formen der Kontrolle und der Abhängigkeit. Heute, in der Ära der Globalisierung, treten neue Kolonialherren auf: Es sind nicht mehr Staaten, sondern transnationale Großunternehmen.

08.10.2020

Die Märkte entschärfen

Dieser Text vom Dezember 1997 ist das Gründungsmanifest von Attac. Die globalisierungskritische NGO hat heute 90000 Mitglieder in 50 Ländern

08.10.2020

Uns gibt es immer noch

Das Nahost-Treffen, das am 11. Mai 1998 in Washington stattfinden sollte, wurde von der US-Regierung abgesagt. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte sich zuvor nachdrücklich geweigert, einem Rückzug Israels aus 13 Prozent der besetzten Gebiete zuzustimmen. So fand der 50. Jahrestag der Staatsgründung Israels in einer sehr angespannten Atmosphäre statt.

08.10.2020

Nachrichten aus meinem russischen Dorf

Frosteinbrüche bis weit ins Frühjahr hinein, dann Hundstage und Heuschrecken: 1999 wird die Ernte wohl noch schlechter als erwartet.

08.10.2020

Die zwei Gesichter des Hugo Chávez

Bei Einbruch der Dämmerung stieg Carlos Andrés Pérez aus dem Flugzeug, mit dem er gerade von Davos nach Caracas zurückgekehrt war, und sah zu seiner Verwunderung General Fernando Ochoa Antich, seinen Verteidigungsminister, auf der Gangway stehen. „Was ist los?“, fragte er misstrauisch.

08.10.2020

Stadt ohne Gesellschaft

Städte können vernachlässigt und heruntergewirtschaftet, verroht, dreckig und verfallen sein. Dennoch glauben viele Menschen, dass es sich lohnt, in der Stadt zu leben. Auch die schlimmste ist ihnen noch gut genug. Warum?

08.10.2020

Afrikanische Nachhaltigkeit

Im Verhältnis zu Gegenwart und Zukunft herrschte in Afrika bis vor Kurzem die Einstellung vor, dass der Tod zwar unvermeidlich, aber doch in dem Maße erträglich sei, als eine neue Generation an die Stelle der vorhergehenden tritt.

08.10.2020

Diesseits der Brücke von Narva

Am 1. Januar 2004 sollten zehn neue Länder der Europäischen Union beitreten. Im Laufe des Jahres 2003 erschienen in der deutschen Ausgabe von Le Monde diplomatique in loser Folge Artikel über jedes Land. Dieser Beitrag ist Estland gewidmet, dem baltischen Vorreiter der IT-Gesellschaft.

08.10.2020

Rechtlos in Guantánamo Bay

Vier Monate nach den Anschlägen von al-Qaida in New York und Arlington wurde im Januar 2002 auf dem Marinestützpunkt der US-Navy in der Guantánomo-Bucht auf Kuba ein Internierungslager für „islamistische Terroristen“ errichtet. Im Januar 2004 befanden sich 660 Menschen aus 42 Ländern im Delta Camp in einem „juristischen Schwarzen Loch“, wie der britische Lordrichter Johan Steyn damals sagte. Als Barack Obama 2009 US-Präsident wurde, versprach er, das Lager zu schließen. Es existiert bis heute.

08.10.2020

Der Drache schnurrt

Als Chinas Wirtschaft wuchs und die Diplomaten in die Charmeoffensive gingen

08.10.2020

Das Schnarchen des Satrapen und andere Seltsamkeiten

Bei den Präsidentschaftswahlen, deren Durchführung meinen Sicherheitsdiensten obliegt und bei denen ich regelmäßig mit 99,99 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt werde, überzeugte mich die geringe Anzahl der Gegner – ein paar Dutzend unter mehr als zehn Millionen Wählern – eben wegen ihrer Bedeut

08.10.2020

Die Mechanik der Finanzkrise

Dieser Text analysiert die sieben Phasen des Crashs – ein Jahr bevor die Investmentbank Lehman Brothers im September 2008 pleiteging und die Immobilienblase endgültig platzte

08.10.2020

Kein Eis mehr vor Ilulissat

Mit dem orthodoxen Patriarchen und anderen Ökoaktivisten in Grönland

08.10.2020

Griechenland auf Gedeih und Verderb

Dieser Text ist eine Momentaufnahme der griechischen Krise, und zwar eine sehr frühe. Der Niedergang der griechischen Wirtschaft war noch nicht in den Sturzflug übergegangen. Und das erste „Rettungsprogramm“ beantragte die Regierung Papandreou erst drei Monate später. Anfang 2010 war das ganze Ausmaß der Katastrophe, auf die Griechenland zusteuerte, noch nicht abzusehen. Dazu einige Zahlen: Der Einbruch des Bruttoinlandsprodukts (BIP) akkumulierte sich von 2009 bis 2015 auf 26 Prozent. Die Arbeitslosenquote stieg 2013 auf 27,8 Prozent. Die Staatsverschuldung kletterte bis 2013 auf 177 Prozent des (inzwischen geschrumpften) BIP. All diese und viele andere Zahlen dokumentieren eines: Der „Rettungsfallschirm“ hat das Land nicht vor dem Absturz bewahrt, er hat ihn noch beschleunigt. Das Programm der sogenannten Troika war die giftigste Medizin, die einem europäischen Land in Friedenszeiten aufgezwungen wurde. Und das nicht nur in ökonomischer Hinsicht. Ebenso fatal waren die politischen Konsequenzen. In diesem Text werden die Pathologien der griechischen Gesellschaft analysiert, die das Land zum anfälligsten Opfer der globalen Finanzmarktkrise gemacht haben. Die dargestellten Strukturdefekte, die ihre Wurzel im allgegenwärtigen Klientelismus haben, waren 2009 dem Großteil der Bevölkerung bewusst. Entsprechend groß war die Bereitschaft zu strukturellen Reformen. Diese Bereitschaft wurde durch die Troika-Politik ausradiert, deren drei kardinale Defekte allzu offensichtlich waren: Das „Rettungsprogramm“ diente vor allem der Rettung der griechischen Gläubiger, also ausländischer Banken, die die Verschuldung kreditiert hatten. Es war ungerecht, denn es bestrafte die Falschen, die für die griechische Schuldenkrise am wenigsten konnten. Und es war kontraproduktiv, weil es die Depression vertieft und verlängert hat. Das vorhandene selbstkritische Potenzial der griechischen Gesellschaft wurde wieder verschüttet. Ein tatsächlicher Neubeginn fand nicht statt. Das Ergebnis sehen wir heute: Seit Juli 2019 regieren in Athen wieder die politischen Kräfte, die das Land zehn Jahre zuvor den Finanzmärkten zum Fraß vorgeworfen haben.

08.10.2020

Der syrische Knoten

2012 gab es in Syrien noch die Hoffnung, dass die Opposition gegen das Regime von Diktator Bachar al-Assad zu dessen Sturz und einem politischen Wandel führen könnte. Diese Hoffnung wurde spätestens ab 2015 und der russischen Intervention in Syrien zerstört. Inzwischen beherrscht das Assad-Regime wieder weite Teile des Landes. Schätzungen zufolge kamen bei dem Konflikt in Syrien seit 2011 mindestens 400000 Menschen ums Leben, Millionen mussten aus ihrer Heimat fliehen.

08.10.2020

Was bin ich?

Über Sinn und Unsinn von Volkszählungen in Exjugoslawien

08.10.2020

Brasilien liebt Jesus

Der Vormarsch der Evangelikalen in Politik, Gesellschaft und Medien

08.10.2020

Die Muskatnüsse meiner Grossmutter

Das große Schweigen: Eine Familiengeschichte von Kolonialismus, Krieg und Nachkriegszeit

08.10.2020

Vom Trump befallen

Dieser Beitrag erschien einen Monat vor den US-Wahlen von 2016. Als Kandidat der Republikaner ging ein windiger Immobilienunternehmer und Millionär ins Rennen: Donald Trump. Warum war dieser Mann so populär? Und das ausgerechnet bei den Wählerinnen und Wählern, die sich als Betrogene des „Systems“ fühlten, von dem Trump stets profitiert hat?

08.10.2020

Was unsere Museen nicht erzählen

Die englische Sprache hat sich im 18. Jahrhundert das Wort traceability gegeben. Aus Spur (trace) und Eignung (ability) zusammengesetzt, bezeichnet es die Eignung eines Dings, sich dank hinterlassener Indizien zurückverfolgen zu lassen. Der deutsche Begriff lautet Rückverfolgbarkeit.

08.10.2020

Mit Dschihadisten verhandeln?

Neutralisieren, unschädlich machen. Für das Töten muslimischer Terroristen werden Worte verwandt, die aus der Insektenvernichtung stammen.

08.10.2020

Google sucht dich

Willkommen im Überwachungskapitalismus

08.10.2020

Woher kommt das Coronavirus?

Viele Erreger von Infektionskrankheiten stammen von Tieren. Allerdings kommt selten zur Sprache, dass bei der Übertragung auf den Menschen die Zerstörung von Lebensräumen eine zentrale Rolle spielt.