19. bis 26. September: Rebellisches Baskenland

Von Raul Zelik

In den letzten dreissig Jahren kam das Baskenland nur dann in die Schlagzeilen, wenn es einen Anschlag der Untergrundorganisation Eta gab. Der bewaffnete Konflikt überdeckte alles. Doch das Baskenland hat auch ganz andere Seiten: Kaum irgendwo in Europa sind soziale Bewegungen, Basisgewerkschaften und linkssozialistische Parteien so stark wie hier.

Die Gewerkschaft LAB kämpft für die Rechte der illegalen EinwanderInnen, die zweitstärkste politische Kraft definiert sich als sozialistisch-feministische Unabhängigkeitspartei, fast überall gibt es autonome Jugendzentren, auf Volksfesten hängen die Fotos politischer Gefangener, das linke Wahlbündnis Bildu stellt 120 BürgermeisterInnen.

Linke Inhalte, Traditionspflege und die Forderung nach Unabhängigkeit passen hier offenbar zusammen. Die Franco-Diktatur hat im Baskenland zu einer ganz eigenen Verbindung von Politik und Kultur, von Widerstand und Offenheit, von Tradition und Revolte geführt. Erstaunlich dabei: Die Gegenkultur ist in den kleinen Industriestädten und Bauerndörfern sehr viel sichtbarer als in den Grossstädten.

Was will die baskische Linke? Wie hat sich der Konflikt seit dem Ende der Eta entwickelt? Was bewirken die linken Gemeindeverwaltungen? Welche Rolle spielen Genossenschaften und Nachbarschaftshilfe? Diese und andere Fragen werden wir mit baskischen AktivistInnen diskutieren. Wir treffen Gewerkschafterinnen und linke Bürgermeister, besuchen Zeitungsprojekte, Volksfeste und die Mondragón-Kooperativen, debattieren über die Ursachen des baskischen Konflikts, erkunden symbolträchtige Städte – und entdecken auf diese Weise ein rebellisches Europa, das in den Medien so nie auftaucht.

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