«Das linke Norditalien»

WOZ-LeserInnenreise vom 10. bis 17. Oktober 2015

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Liebe Leserin, lieber Leser

Wir freuen uns über das rege Interesse an unserer WOZ-LeserInnenreise nach Norditalien.
 Leider ist sie jetzt schon ausgebucht. Wenn Sie jetzt nicht mitreisen können, nehmen wir gerne Ihren Namen, Ihre Adresse, Ihre Telefonnummer und E-Mail-Adresse entgegen, um Sie über zukünftige WOZ-LeserInnenreisen informieren zu können.

Herzliche Grüsse

Ihr WOZunterwegs-Team


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Rund eine Million DemonstrantInnen Ende Oktober 2014, dann ein Generalstreik im Dezember: So vehement hat sich die italienische Gewerkschaftsbewegung schon lange nicht mehr einer Regierung widersetzt. Dabei kommt Ministerpräsident Matteo Renzi eigentlich aus dem eigenen Lager. Woher dieser breite Widerstand? Hat er damit zu tun, dass mit Renzis Arbeitsmarktreformen all das beseitigt werden soll, was Ende der sechziger Jahre in langen Auseinandersetzungen von unten durchgesetzt worden war? Steht Italiens Linke vor einem neuen Anfang?
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Reisedaten

10. bis 17. Oktober 2015

Programm

Das detaillierte Reiseprogramm als PDF-Datei zum Download

Unterkunft / Preise / Leistungen

Preise (inkl. Übernachtungen und Frühstück) pro Person:

  • Doppelzimmer Fr. 1580.–
  • Einzelzimmer Fr. 1710.–
  • Jugendherberge Fr. 1450.–
  • nur Programm: Fr. 1200.–

Zuzüglich Zugreise (je nach vorhandenem SBB-Abonnement) zwischen Fr. 94.– und Fr. 242.–.

Die angegebenen Reisekosten sind Richtpreise, die sich je nach Eurokurs und Anzahl TeilnehmerInnen noch leicht verändern können. Individuelle Wünsche wie Aufenthaltsverlängerungen, andere An- und Abreisezeiten, Transportmittel und so weiter können nicht über die WOZ organisiert werden.

Die Reise wird fotografisch dokumentiert; ausserdem nehmen wir – falls möglich – die Referate und Gespräche auf. Die Bilder und Tonprotokolle werden allen Mitreisenden später zu Verfügung gestellt.

Anmeldung

Bitte beachten Sie, dass die Zahl der ReiseteilnehmerInnen beschränkt ist. Für den Fall, dass die Mindestzahl Reisender unterschritten wird, behält sich die WOZ eine Verschiebung oder Stornierung der Reise vor. Kurz nach dem Anmeldeschluss wird Ihnen mitgeteilt, ob die Reise stattfindet.

Bei Fragen wenden Sie sich per E-Mail an unterwegs@woz.ch oder rufen Sie uns an:
+41 (0)44 448 14 83.

Literatur

  • Friederike Hausmann: «Kleine Geschichte Italiens. Von 1943 bis zur Ära nach Berlusconi». Wagenbach Verlag. Berlin 2006 (aktualisierte Auflage).
  • Nanni Balestrini, Primo Moroni: «Die goldene Horde – Arbeiterautonomie, Jugendrevolte und bewaffneter Kampf in Italien», Verlag Assoziation A, Hamburg 2002 (2. Auflage).
  • Renato Curcio: «Mit offenem Blick – ein Gespräch zur Geschichte der Roten Brigaden». ID Verlag. Berlin 1997.
  • Mario Moretti, Rossana Rossanda, Carla Mosca: «Brigate Rosse – eine italienische Geschichte». Verlag Assoziation A, Hamburg 2006.
  • Dario Fo: «Zufälliger Tod eines Anarchisten». Rotbuch Verlag. Berlin 1997 (vergriffen).
  • Adriano Sofri: «Die Gefängnisse der anderen». Edition Epoca. Bern 2001.
  • Aram Mattioli: «Viva Mussolini – die Aufwertung des Faschismus im Italien Berlusconis». Schönigh Verlag. Paderborn 2010. Siehe dazu auch die Besprechung in der WOZ
  • Brunello Mantelli: «Kurze Geschichte des italienischen Faschismus». Wagenbach Verlag. Berlin 1998.
  • Westdeutsches Irland-Solidaritätskomitee (Hg.): «Folter in Italien». Verlag Internationale Kritik. Oberursel 1982 (vergriffen).

Das sagen TeilnehmerInnen über unsere bisherigen WOZ-Italien-Reisen:

In der Hoffnung, mit interessierten Leuten möglichst viele Informationen, Eindrücke und bleibende Berührungen zu bekommen, bin ich erstmals mit einer Gruppe mitgereist. Meine Hoffnungen wurden mehr als erfüllt. Die Unkompliziertheit der Gruppe, die fundierte und sachliche Leitung durch Istoreco-Mitarbeiter, tief berührende Begegnungen mit Partisaninnen und Partisanen ebenso wie das kurze Eintauchen in ein anderes Italien machten die WOZ-Reise zu einem mehr als lohnenswerten Ereignis. Eine Woche lang Wissen zu erweitern, zu diskutieren und die Konfrontation mit dem eigenen Denken und Handeln zu reizen – das ist Grund genug, wieder einmal eine Gruppenreise zu riskieren.
Christine Tomaschett

Die sehr gut aufgebaute Reise nach Reggio Emilia haben mir viele Fenster zur Geschichte Italiens und des Zweiten Weltkrieges geöffnet. Die letzten Zeitzeugen der Partisani berührten mich durch ihre politische Arbeit und ihr gefährliches Engagement. Bilder des nördlichen Apennin und dem Monte Sole (…) vermischt mit den Erinnerungen der letzten Kriegsjahre 1944/45 bleiben lange in meinem Innern haften. Es war eine politische Reise mit grosser Nachhaltigkeit über das Italien von früher und heute (mit der Krise der Linken in der Berlusconi-Zeit). Danke Euch allen für die Organisation der Reise, auch dem Istoreco in Reggio, die hervorragend organisiert und übersetzt haben. Dass zwei junge Deutsche uns die Zeitgeschehnisse übermittelt haben, fand ich unheimlich wichtig. Die verlassenen Dörfer und Kirchen als Zeitdokumente auf dem Monte Sole mit ihrer Geschichte sind unfassbar. (…) Gerne bin ich wieder einmal auf einer Reise mit der WOZ dabei und lese sie jetzt wacher, wenn ich die Zeitung am Donnerstag im Briefkasten vorfinde.
Josiane Aepli

Eine intensive und zuweilen harte Lektion in italienischer (europäischer) Geschichte und Politik. Die Woche war anregend und sehr gut aufgebaut durch die Leute vom Istoreco, berührend und beeindruckend durch die Gespräche mit den ZeitzeugInnen und aufgelockert durch die wunderschöne zweitägige Bergtour durch eine prächtige Herbstlandschaft. Das alles gemeinsam mit einer angenehmen, politisch interessierten Gruppe von Menschen aus vier Ländern. Meine allererste Gruppenreise war wohl nicht die letzte, falls die WOZ noch andere organisieren sollte.
Leslie Lehmann

Was mich zur Anmeldung bewog waren das Thema und die Destination. Ohne konkrete Vorstellungen trat ich die Reise an und war gespannt auf die erste Begegnung mit der zusammengewürfelten Gruppe, die eine Woche lang als Schicksalsgemeinschaft sich dem gewählten Thema annähern würde. Und jetzt, aus dem Rückblick, sage ich: Ich bin sehr sehr zufrieden. Was ich hervorheben möchte:
– Relativ lange Dauer der Reise, resp. des Aufenthaltes hat Vorteile;
– Top-Leiter und -Begleiter an Ort (fundiertes Wissen, lokalkundig, menschenfreundlich, gelassen);
– Programmzusammenstellung sehr gut;
– «Erfahren» und Verweilen an den verschiedenen Stätten;
– Angenehme Gruppe: unkompliziert, wohlwollend, Gelegenheit für persönliche Begegnungen.
Herzlichen Dank der WOZ und allen, die das gute Gelingen ermöglicht haben.
Lis Haupt

Das Programm war sehr interessant, vielfältig und gut dosiert – einerseits in der Verteilung der drei Apekte (PartisanInnen, Genossenschaftsbewegung, Reggio-Pädagogik) über die Woche, andererseits in den Tagesprogrammen.
Die Reiseleitung vom Istoreco beeindruckte durch ihre Kompetenz und ihr Wissen. Sie brillierte mit ihrem einfühlsamen und herzlichen Umgang mit den Gewährspersonen. Die interessanten Darstellungen dessen, was die Gewährspersonen sagten, waren fast druckreif.
Beeindruckend war der Einblick in den jahrzehntelangen Widerstand gegen politische und wirtschaftliche Verhältnisse und die kreative Suche und Umsetzung von Alternativen. Ich habe diese Verhältnisse nicht gekannt und hätte nicht geglaubt, dass es hier diese Vielfalt, diese Kreativität, dieses Engagement gibt.
Res Krummen

Vorausschicken muss ich, dass ich normalerweise keine Gruppenreisen mache und auch gerne alleine unterwegs bin. Umso positiver habe ich unser Zusammensein während dieser Woche erlebt. Das Reiseprogramm hatte mich aufgrund meiner eigenen Familiengeschichte (siehe weiter unten) spontan angesprochen. Gefallen hat mir die Kombination von politisch-historischer Reise und Wanderung. Mathias und Steffen (vom Istoreco) waren nicht nur äusserst kompetent in ihrem Wissen, sondern auch ausserordentlich achtsam und einfühlsam mit den PartisanInnen (und uns). Ich habe viel erfahren und gelernt, was mir früher nicht so klar war. Die PartisanInnen habe mich ausserordentlich berührt und beeindruckt: ihre Lebensgeschichte, ihre Kraft und Ausstrahlung und auch ihr Humor – nach all dem Leiden! Eine Frage bleibt offen: Was ist mit all denen, welche daran zerbrochen sind – falls sie es überhaupt überlebt haben? Wo sind die heute? Wie geht es ihnen? Werden diese ‹alten Geschichten› in den Familien heute noch thematisiert? Darüber haben wir nichts gehört –oder habe ich es verpasst? Schön war auch das abwechslungsreiche Zusammensein und das sich Näherkommen in der Gruppe und die gemeinsamen Abende, die ja nicht zwingend waren.
Marianne Fink

Die WOZ-Reise in die Vergangenheit des italienischen Nationalstaats hat für mich die Gegenwart erklärt und lässt mögliche Zukünfte aufscheinen. Ich habe einen für mich wichtigen Aspekt der italienischen Geschichte kennengelernt. Die Reise war sehr informativ und mit viel Herzblut organisiert, dass ich mich sowohl in der Region wie in der Gruppe aufgehoben fühlte.
Peter Waldvogel

«Ang'rührt» sagen wir in Ostösterreich, wenn jemand dünnhäutig ist, oder empfindlich. Dabei war ich nur neugierig und skeptisch auf dem Weg nach Reggio Emilia. Ang'rührt war ich bald und bin's geblieben: Beeindruckt von den Erzählungen der PartisanInnen, ihrer Haltung, den wachen Augen der Widerstandskämpferin Giacomina. Berührt davon, wie sehr ihre Geschichten in der Gegenwart spielen. Und wie sich die Fäden, die wir im Lauf der Woche aufgenommen haben und die Geschichten des vergangenen und heutigen Europas mit meinem Leben verwoben haben. Ang'rührt bin ich wieder gefahren, voll Zuneigung zu diesem Teil Italiens, skeptisch, und viel neugieriger noch, als ich gekommen bin.
Heidrun Aigner

Eine Woche mit einem geschichtlichen Thema und einer Gruppe von Individualisten in einer italienischen Kleinstadt. Kann das gut gehen? Es kann, und zwar sogar sehr gut. Unsere lokalen Begleiter und Übersetzer, die greisen, vitalen ZeitzeugInnen und die italienischen ExpertInnen haben uns in dieser Woche die Partisanenbewegung und italienische Geschichte nahe gebracht. Wir haben uns dieses Wissen erlaufen, ersessen und erstanden und waren betroffen und berührt. Dass man sich auch in der Gruppe wohlfühlte, war vielleicht ein Glücksfall oder aber ein Ergebnis der ‹WOZ-Selection›. Ich bin nach einer Woche müde, aber mit einem erfrischten Kopf in die Schweiz zurückgefahren. Besten Dank an alle Beteiligten und viel Mut zu weiteren so interessanten Projekten.
Noldi Stettbacher

Eine Reise geräumig und hell wie eine Moschee. Spitz und hoch wie ein Minarett. Beredt wie ein Muezzin. Wirbelnd wie ein Derwisch. Beflügelnd wie ein fliegender Teppich. Reisen in die Mitte des Lebens.
Herbert Scholz