«Kreta – das andere Griechenland»

WOZ-LeserInnenreise vom 19. bis 26. September 2020

Solidarische Ökonomie und politische Selbstorganisation in Zeiten der Krise

Seit über zehn Jahren ist Griechenland mit den Auswirkungen der Finanz- und Schuldenkrise konfrontiert. Für die Bevölkerung hat dies weitreichende Veränderungen der Lebens- und Arbeitsbedingungen zur Folge, zumal die von der EU, der Europäischen Zentralbank und dem IWF erzwungene Sparpolitik die ohnehin schwierige ökonomische und soziale Lage der Bevölkerung verschärfte: massive Zunahme der Erwerbslosigkeit, Einschränkung der Gesundheitsversorgung, Landflucht und Emigration, Armut und Prekarisierung. Gleichzeitig sind landesweit aber auch viele Selbsthilfenetzwerke entstanden, in denen solidarische Alternativen der ökonomischen Verteilung wie der gesellschaftlichen Teilhabe entwickelt und praktiziert werden. Besonders auf Kreta gibt es viele dieser Projekte, in denen die Beteiligten die Formen der direkten Demokratie umsetzen, zur Selbsthilfe greifen und mit Marginalisierten sowie Flüchtlingen solidarisch sind. Sie verstehen sich als Kooperativen einer breiteren Sozial- und Solidarökonomie, die weit über die reine Krisenbewältigung hinausgehen.

Aber wie stabil sind die kollektiven Ansätze angesichts der politischen Entwicklung nach der Wahlniederlage der sozialdemokratischen Partei Syriza? Wie sehen deren VertreterInnen die aktuelle Situation? Was kritisieren andere Linke an der Politik von Alexis Tsipras? Welche Chancen gibt es derzeit für soziale, ökologische, solidarische Verhältnisse?

Auf unserer Reise werden wir mehr über die Entstehungsprozesse und das Potenzial von solidarischer Ökonomie und politischer Selbstorganisierung auf Kreta erfahren. Zuerst aber blicken wir zurück, denn die grösste griechische Insel tickt in vielerlei Hinsicht ein bisschen anders als der Rest des Landes. Kaum irgendwo in Europa hat die Bevölkerung über Jahrhunderte hinweg so vehement für ihre Unabhängigkeit von arabischen, venezianischen, osmanischen, ägyptischen Herrschaften gekämpft. Hier war der PartisanInnenkampf gegen die deutschen Besatzer besonders ausgeprägt, hier widersetzten sich viele dem Obristenregime (1967–74). Und hier errang Syriza bei der Parlamentswahl 2019 in allen Stimmbezirken eine Mehrheit. Hat das alles miteinander zu tun?

Über all diese Fragen sprechen wir mit HistorikerInnen. Wir begegnen politischen AktivistInnen, besuchen Selbsthilfe- und Solidarprojekte, reden mit Bürgermeistern, durchstreifen Städte, spazieren durch Dörfer und erfahren viel über das Leben auf Kreta und den Widerstand der Bevölkerung. Reisen Sie mit!

Skevos Papaioannou

Reisedaten

19. bis 26. September 2020

Programm

Das detaillierte Reiseprogramm als PDF zum Download

Unterkunft / Preise / Leistungen

Preise pro Person (inklusive Frühstück)

Hotel Brascos in Rethymno (www.brascos.com)
Doppelzimmer: Fr. 1500.–
Einzelzimmer: Fr. 1600.–

Nur Programm: Fr. 1350.–

Die einzelnen Programmpunkte der Reise werden ins Deutsche übersetzt.

Die Hin- und Rückreise nach und von Kreta muss individuell organisiert werden und ist nicht im Preis inbegriffen.

Die angegebenen Preise sind Richtpreise, die sich je nach Wechselkurs und Anzahl TeilnehmerInnen noch leicht ändern können. Individuelle Wünsche wie zum Beispiel Aufenthaltsverlängerungen können Sie bei der Anmeldung im Bemerkungsfeld angeben. Wir versuchen, diese zu organisieren, können aber keine Garantie dafür abgeben. Wir informieren Sie jeweils so bald wie möglich. Drei gemeinsame Mahlzeiten sind im Reisepreis inbegriffen. Auf dem Programm finden Sie die entsprechenden Hinweise.

Die Reise wird fotografisch dokumentiert. Ausserdem nehmen wir – wenn möglich – die Referate und Gespräche auf. Die Bilder und Tonaufnahmen werden allen Mitreisenden später zur Verfügung gestellt.

Anmeldung

Gerne nehmen wir Ihre Reservation sobald wie möglich, spätestens aber bis am 11. Juni 2020 entgegen.

Hier gehts zum Anmeldeformular: Anmeldeformular Kreta

Bitte beachten Sie, dass die Zahl der ReiseteilnehmerInnen beschränkt ist. Eine frühzeitige Anmeldung lohnt sich, da einzelne Reisen jeweils schnell ausgebucht sind.
Für den Fall, dass die Mindestzahl Reisender unterschritten wird, behält sich die WOZ eine Verschiebung oder Stornierung der Reise vor. Kurz nach dem Anmeldeschluss wird Ihnen mitgeteilt, ob die Reise stattfindet.

Bei Fragen zu dieser Reise wenden Sie sich per E-Mail an unterwegs@woz.ch oder rufen Sie uns an: +41 (0)44 448 14 83. Wir freuen uns, wenn Sie mit uns reisen.

Anmeldeschluss ist der 11. Juni 2020.

Literatur

Belletristik:

  • Nikos Kazantzakis: «Freiheit oder Tod», antiquarisch
  • Nikos Kazantzakis: «Alexis Sorbas», Verlag Piper. Taschenbuch. München 2001
  • Nikos Kazantzakis: «Rechenschaft vor El Greco», antiquarisch
  • Klaus Modick:
«Der kretische Gast». Verlag Kiepenheuer & Witsch. Köln 2017
  • Wolfgang Schorlau:
«Der große Plan». Kriminalroman. Kiepenheuer & Witsch. Köln 2018

Sachbücher:

  • Karina Raeck (Hg): «Andartis – Monument für den Frieden. Krieg – Widerstand – Versöhnung». Reihe Sedones. Verlag Thomas Balistier. Mähringen 2016
  • R. G. Hoegler/Oliver Reverdin: «Kreta – Mutterland der Kultur Europas. Kunst- und Geschichtsbuch». Bildband. Europa Verlag 1960
  • Kateřina Králová: «Das Vermächtnis der Besatzung. Deutsch-griechische Beziehungen seit 1940». Aus dem Griechischen übersetzt von Odysseas Antoniadis und Andrea Schellinger. Böhlau Verlag. Wien 2016
  • Egbert Scheunemann: «Rebellen auf Kreta: Eine ungewöhnliche Reise durch Kretas Geschichte, Sprache und Landschaften. Ein Buch über Freundschaft, wildes Denken und wundersame Erlebnisse». Taschenbuch. Books on Demand. Leseprobe als PDF-Datei: http://www.egbert-scheunemann.de/4-Auflage-Rebellen-auf-Kreta-Scheuneman...
  • Cornelia Ziegler: «111 Orte auf Kreta, die man gesehen haben muss». Reiseführer. Emons Verlag, Köln 2018 

  • Nikos Chilas/Winfried Wolf: «Die griechische Tragödie. Rebellion, Kapitulation, Ausverkauf». Verlag Promedia , Wien 2018

Beiträge von Skevos Papaioannou (PDF-Dateien):

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Filme:

WOZ-Texte: