Endlich kommt die Debatte zu den Verstrickungen von Kunsthaus Zürich und Waffenhändler Bührle in Fahrt. Höchste Zeit, nun weiter reichende Forderungen zu stellen.
Dürfen Beizen und Fluggesellschaften künftig nur denjenigen Zutritt gewähren, die sich gegen das Coronavirus haben impfen lassen? Eine juristische Antwort – und eine ethische.
Während viele nach einem Jahr Corona vor dem Abgrund stehen und über 6000 Menschen ihr Leben verloren, haben andere Milliarden dazuverdient. Kaum je zuvor war der Verteilungskampf in Bundesbern so unerbittlich.
Gab es je ein Jahr, in dem das Wort «Solidarität» so en vogue war? Doch immer, wenn Wörter pausenlos repetiert werden: Ab einem gewissen Punkt ist der Sinn komplett aus der Worthülse entwichen.
Komplexe Fragen, verflixte Technik: Die WOZ konnte das Coronajahr 2020 erfolgreich meistern.
Theologieprofessorin Isabelle Noth bildet Menschen weiter, die Schwerkranke betreuen. Sie ärgert sich über seichte Ego-Spiritualität, erlebt sprachlose Linke und glaubt, dass die Konfrontation mit dem Sterben Kraft geben kann.
Die Werke der AutorInnen Marlon James und N. K. Jemisin unterscheiden sich von fast allem, was man sich von traditioneller Fantasy gewohnt ist. Ihre modernen Mythologien folgen anderen Referenzen.
Ob aus strategischer Einsicht oder finanzieller Überforderung: Der Kreml hält Distanz zu vielen Konflikten in ehemaligen Sowjetrepubliken. Bedeutet 2020 eine Wende in der russischen Aussenpolitik?
Die Schweiz schliesst als erstes Land bilaterale Klimaabkommen ab, zunächst mit Ghana und Peru. Dort sollen Emissionen kompensiert werden. Ein fatales System, sagen KritikerInnen.
Anständige Arbeitsbedingungen oder finanzierte Schliessung, das fordert die Gastronomiebranche in der Deutschschweiz. Den Gastrostreik in Bern haben BeizerInnen und Angestellte gemeinsam organisiert.
Die postkoloniale Forschung stellt das durch den Zweiten Weltkrieg geprägte Geschichtsbewusstsein vor einige grundlegende Fragen. Das betrifft auch den Unterricht.
Die Corona der Schöpfung – oder nur ausgepresste Zitronen im Dienst der Gesellschaft? Wutrede einer Sängerin zu Musik und Macht in der Pandemie.
Vor zehn Jahren erhob sich in vielen arabischen Staaten die Bevölkerung gegen ihre Machthaber. Was als Aufbruch begann, endete in Gewalt, Repression und Krieg. Trotzdem ist ein neues gesellschaftliches Bewusstsein entstanden, das bleiben wird: Die patriarchale Ordnung ist nicht gottgegeben.
Es scheint ein unendlich langer Tunnel zu sein, die Schweiz auf dem Weg in den Abgrund, wie es Friedrich Dürrenmatt einst in seiner Kurzgeschichte beschrieb. Ein junger Mann sitzt in einem überfüllten Zug, die Fahrt auf einer ihm wenig bekannten Strecke kommt ihm seltsam lang vor.
Bald beginnt auch in der Schweiz die Coronaimpfkampagne. Die Angst vor der Spritze ist weitverbreitet. Gut vernetzte radikale ImpfgegnerInnen, die bewusst Falschinformationen streuen, werden dabei zu einem gesundheitspolitischen Problem.
Was lief schief in der Schweiz? Manuel Battegay, Chefarzt für Infektiologie am Universitätsspital Basel und Mitglied im Leitungsteam der Science Task Force, über das Schweizer Coronadebakel – und den Ausweg daraus.
Kommentarspalten liefern eine Geräuschkulisse für den gesellschaftlichen Diskurs. Welche Manipulationsmacht Bots und Astroturfer aber bekommen, hängt nicht zuletzt von den Onlinemedien selbst ab.
Die SRG-Ombudsstelle kritisiert die Sendung «Deville». Dabei wäre Ombudsfrau Esther Girsberger selbst ein Fall für diese Stelle.
Weil die föderale Pandemiebekämpfung gescheitert ist, greift jetzt der Bundesrat wieder ein. Ob aber der Massnahmenmix der richtige ist und die verbliebenen Schutzkonzepte etwas taugen, ist unklar.
Im Krieg in Bergkarabach kamen tödliche Drohnen zum Einsatz, die mit Schweizer Elektromotoren ausgestattet sind. Diese gelten als «industrielle Standardlösung» und unterliegen keinerlei Exporteinschränkungen. Drohnen sind der blinde Fleck des Schweizer Rüstungsexportwesens.
Fortschritt, aber nicht zum Guten: Das Denken in Dystopien ist inflationär geworden – weil unsere Zeit selbst dystopisch geworden ist?
Der belarusische WOZ-Autor Jan Awsejuschkin war fünfzehn Tage inhaftiert. Ein Bericht über hämische Wärter, sachkundige Zellengenossen und die kleinen Siege im Haftalltag.
Ob bei der Migration oder im Freihandel: Die neue Eigenmächtigkeit, die sich die AnhängerInnen des Brexit erhoffen, dürfte sich als Illusion erweisen.
Kürzlich taten die bürgerlichen ParlamentarierInnen aus der Zentralschweiz kund, wem im Zweifel ihr Erbarmen gilt. «Mit grosser Besorgnis», heisst es im Brief an den Bundesrat, erfülle sie der angekündigte Umzug des Weltwirtschaftsforums Wef nach Singapur.
Die Bürgerlichen opfern in der schwersten Wirtschaftskrise seit dem Zweiten Weltkrieg die Kleinunternehmen. Das könnte eine nachhaltige Änderung der politischen Kräfteverhältnisse nach sich ziehen.
Die Philosophin Eva von Redecker versucht, die sozialen Bewegungen der Gegenwart in einer «Revolution für das Leben» zu einen. Doch das entscheidende Hindernis übergeht sie zu leichtfertig.
Vor fünfzig Jahren fand in Spanien ein Kriegsprozess gegen sechzehn Eta-Mitglieder statt. Dieser verkehrte sich in sein Gegenteil und beschleunigte den Zerfall des Franco-Regimes. Erinnerung an eine Protestbewegung, die weltweit Beachtung fand.
Vor bald zwei Jahren bewegte der erste nationale Klimastreik das Land. Inzwischen steht die Bewegung vor der grossen Frage: Wie weiter, wenn es nicht weitergeht?
Die Grenzabwehr der EU zwingt immer mehr Geflüchtete zur gefährlichen Überfahrt auf die Kanarischen Inseln. Die spanische Regierung lässt sie nicht aufs Festland. Die Inselbevölkerung schwankt zwischen Besorgnis und Hilfsbereitschaft.
Mit dem neuen Antiterrorgesetz könnten Unschuldige eingesperrt werden. Wie die Schweiz in Sachen Repression zur Vorreiterin wurde – und warum das Referendum dringend nötig ist.
Emil Georg Bührle lieferte Waffen an die Nazis und wurde so zum reichsten Schweizer. In seiner Gemäldesammlung, die bald öffentlichkeitswirksam ins Kunsthaus Zürich wandern wird, findet sich auch ein Landschaftsbild von Cézanne, dessen Geschichte in den Herkunftsangaben zum Gemälde vertuscht wird.
Der argentinische Historiker Tomás Bartoletti erlebte als Zehnjähriger durch Diego Maradona seine politische Taufe. Der verstorbene Jahrhundertfussballer sei den Eliten stets ein Dorn im Auge gewesen, schreibt er.
Klar tut es weh. Mit nur 6000 Ja-Stimmen mehr in ein paar kleinen Kantonen hätte die Konzernverantwortungsinitiative (Kovi) auch das Ständemehr geschafft.
Wie stark soll das Virus eingedämmt werden? Wie viel Geld muss der Bund für die Wirtschaft bereitstellen? Und wer soll bezahlen? SP-Kopräsidentin Mattea Meyer und Economiesuisse-Chefökonom Rudolf Minsch im Streitgespräch.
Das war knapp! Die Konzernverantwortungsinitiative scheitert lediglich am Ständemehr. Seither wird rege diskutiert, ob es den Mechanismus noch braucht. Dabei geht unter, dass er sogar ausgebaut werden soll.
Immerhin ein moralischer Sieg: warum die Abstimmung zur Konzernverantwortung die Schweiz stärker verändert hat, als Bundesrat und Wirtschaftsverbänden lieb sein kann.