15.08.2013

Und er hat es doch gesagt

Eine Stellungnahme des WOZ-Kollektivs zur journalistischen Sorgfalt bei der WOZ und bei der NZZ.

In der NZZ bespricht der Stv. Chefredaktor René Zeller die WOZ-Reportage «Mobilmachung in der Aargauer Kiesgrube». Darin habe unser Reporter dem Präsidenten der militaristischen Gruppe Giardino, Hermann Suter, «Ungeheuerlichkeiten» in den Mund gelegt.

Wir halten fest: Hermann Suter hat seine Aussage in einer journalistischen Gesprächssituation unserem Reporter gegenüber gemacht. Dies im Wissen darum, dass er mit der WOZ spricht. Beides können wir belegen.

Herr Zeller wirft unserem Reporter eine Verletzung der «journalistischen Sorgfaltspflicht» vor. Wir fragen zurück: Wieso hat er unseren Autor nicht mit seinen Vorwürfen konfrontiert, obwohl dies problemlos möglich gewesen wäre?

Debattierungswürdig bleibt für uns weiterhin die Gewaltrhetorik des Präsidenten der Gruppe Giardino.

Den Wortlaut des Erschiessungszitates («unterirdischer Schwachsinn» laut René Zeller) finden Sie hier im Transkript und weiter unten als Audio-Datei:

(…)

Dominik Gross (WOZ): Aber worum geht es in der Petition?

Hermann Suter: Es geht darum, dass diese Armee, die unsere Schlaumeier da in Bern oben jetzt geschlissen haben – oder diese Bundesräte sollte man alle mit Ausnahme von Maurer...

DG: ...habt ihr das dem Maurer auch gesagt?

HS: jaja, mit Ausnahme von Maurer...

DG: ....ah, mit Ausnahme von Maurer...

HS: mit Ausnahme von Maurer sollte man die [unverständliches Wort] alle verschiessen. Ich stehe zu dem. Das was die dort oben machen, das ist in deeee.... in der Nähe des Verrats.

DG: Ja, okay...

HS: Ich stehe zu dem. Das kann man auch protokollieren, oder. Der Präsident von der... [unverständliches Wort]. Und was wir da wollen, die geschlissene Armee wieder auf die Beine stellen. Also wir sind grad 180 Grad auf der anderen Seite. Verstehst. Und die WOZ...Das ist in der Ordnung, oder. Ich habe nichts gegen die WOZ, ich habe auch nichts gegen den Muezzin, der kann meinetwegen erzählen, was er will, aber einfach nicht morgens um fünf.

(…)

 

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