Beim Nato-Gipfel Ende Mai in Chicago wollen die USA ihren Führungsanspruch einmal mehr festschreiben. Alle Mitgliedstaaten sollen sich zur Unterstützung des US-Raketenabwehrprogramms bekennen. Für die EuropäerInnen bedeutet das finanzielle Verpflichtungen und einen weiteren Verlust an militärischer aber auch technologischer Autonomie.
Aktuelle Ausgabe
Ausgabe Mai 2012 (10.5.2012)
(Die nächste Ausgabe erscheint am 7.6.2012)
Smart Power – Das Handy als politisches Instrument
Viele gute Dinge lassen sich mit dem Handy bewerkstelligen: Vermisste Personen können geortet, Wahlen überwacht, Proteste organisiert, Ausschreitungen und Repressionen gemeldet oder Informationen über Gesundheitsfragen und Agrarpreise weitergeleitet werden. Diesem Umstand kommt immer mehr auch eine strategisch-militärisch-politisch-wirtschaftliche Bedeutung zu. Unter Federführung der USA arbeiten inzwischen Staaten, Märkte, Technologieunternehmen und nichtsstaatliche Organisationen zusammen.
Griechische Stimmen
Auch nach den Parlamentswahlen in Griechenland, bei der die notorische Korruption und Steuerhinterziehung, der klassische Klientelismus sowie die impertinente Politik der bisherigen Pasok-Regierung abgestraft wurde, bleibt die Zukunft des Landes völlig unklar. Zwar entstehen wegen der grassierenden Arbeitslosigkeit und immer unwirtlicheren Lebensbedingungen in den Städten derzeit viele Projekte der Selbsthilfe. Doch gerade die Menschen, die zu Verwandten aufs Land ziehen, sehen sich dort neuen Problemen und Widerständen ausgesetzt.
Wie Ertrinkende, die sich an ein Krokodil klammern
Gesucht: «Englischsprachiges Personal mit Kampferfahrung». Seit Jahren heuerten private Sicherheitsfirmen im Auftrag des US-Verteidigungsministeriums in Uganda und anderen wirtschaftlich schwachen Ländern des Südens Personal für die US-Stützpunkte im Irak und in Afghanistan an. Doch während weisse Beschäftigte aus den USA oder Europa Monatslöhne von über 10000 US-Dollar erhielten, wurden die AfrikanerInnen, die als Wachleute, Reinigungskräfte, KöchInnen, Friseurinnen oder Elektriker arbeiteten, mit einigen hundert US-Dollar abgespiesen.
Dossier: Mittelschicht und Revolution
Vor einem Jahr begannen in Spanien die Proteste der Indignados, der Empörten. Die vielfältigen Aktionen gewannen schnell an Momentum und kumulierten in der Occupy-Bewegung in den USA. Das Dossier Mittelschicht und Revolution macht eine Reise durch die Protestcamps von London bis Santiago de Chile, lässt arabische Rebellen und russische WutbürgerInnen zu Wort kommen und zeigt, dass die wachsende chinesische Mittelschicht zwar Veränderungen will, aber keinen Aufstand.

