WOZ News

Nr. 16 –

Romantische

«Vor allem die Unsicherheiten, wie sich die neuen Regeln auf die Geschäfte der letzten verliebenden Grossbank der Schweiz auswirken werden, belasteten die Aktien», hiess es auf «Blick online». Inzwischen ist das korrigiert, denn die Objekte des Begehrens sind längst einverleibt.

Halbkantonale

Auch das war der «Blick»: «Mit Sarah Regez käme eine Nachwuchspolitikerin ins Baselbieterin Parlament, die jüngst schweizweit für Schlagzeilen gesorgt hat.» Welche Schlagzeilen? Das Gendern war es nicht.

Fallpauschale

«Beim Ganzkörper-PET/CT-Scanner, der das Inselspital seit Mittwoch im Einsatz hat, handelt sich um einen Positronen-Emissions-Tomographie-Scanner», berichtete die «Berner Zeitung». Also nicht nur Ganzkörper, sondern rundum ganzheitlich. Von den Krankenkassen wird dieser ressourceneffiziente Scanner sehr empfohlen.

Fremdsprachliche

Der «Tages-Anzeiger» berichtete über ein Familienmodell, bei dem getrennte Eltern ausziehen und sich abwechselnd um die Kinder kümmern, die in der ursprünglichen Wohnung bleiben können. Dazu erklärte die Redaktion: «Das Konzept nennt sich Nestmodell (aus dem Englischen von ‹bird nesting›)». Mit «zweig- und grasbasierter Brutstätte» haben es deutschsprachige Vögel da eindeutig schwerer. 

Clevere

Die «Schweiz am Wochenende» widmete sich dem Spannungsfeld Frauen und Surrealismus, Letzteres eine Bewegung, der zu Anfang hauptsächlich Männer angehört hätten. «Doch schon bald schlossen sich Künstlerinnen dem Kreis an, nicht nur als Partnerinnen, Modelle und Museen, sondern mit einem eigenständigen Werk.» Dass sich die Frauen gleich auch als eigenes Museum einbrachten, zeigt wieder mal den weiblichen Pragmatismus.

Erfolgreiche

Laut «Berner Zeitung» haben bei der BLS «1988 von 1000 Fahrgästen» ihren Anschlusszug erreicht. Somit können die marktbezogenen Performanceziele als übererfüllt betrachtet werden.

Gemixte

«Es gab andauernd Nachtbarkredite. Und die Wahrheit kam nur scheibchenweise ans Licht», liess srf.ch einen Basler Politiker zur Renovation der St. Jakobshalle sagen. Wir tippen auf Limette.

Erbeutende

Dazu, dass in Gaza Hilfsgüter abhandenkommen, stand ebenfalls auf srf.ch: «Unklar ist, ob sie die Wahre schützen oder stehlen.» Mit Bezug auf Karl Marx oder den Duden wäre jetzt etwas Schlaues zum Warencharakter zu sagen, aber wir lassen es bei der Hoffnung, dass wenigstens die Ankunft der Güter bei den Notleidenden wahr wird.

Gewissenhafte

Ein h weniger war dafür in der WOZ angesagt: «Je mehr ich sie filmte, umso mehr nahm ich diese Maschinen als Wesen war», zitierten wir. Wir stimmen zu und finden das tröstlich – auch die WOZ-Maschine hat ein Wesen.

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