Nr. 49/2011 vom 08.12.2011

Bewegungsfilme aus Ägypten

Von Silvia Süess

In Ägypten wird zurzeit gewählt – nach der ersten Wahlphase liegen die gemässigten Muslimbrüder in Führung. «Meine Freunde in Ägypten sind deprimiert über die Wahlen. Sie haben Angst, dass sie als Kunstschaffende all ihre Freiheiten verlieren, wenn die Muslimbrüder an die Macht kommen», sagt die Schweizer Regisseurin Aida Schläpfer, die irakische und libanesische Wurzeln hat. Sie war während der Revolution Anfang 2011 in Kairo und hat das Geschehen auf dem Tahrir-Platz miterlebt. Der Mut und die Kreativität der Demonstrierenden haben sie nachhaltig beeindruckt.

«Es ist wichtig, dass auch die Menschen in der Schweiz sehen, was Anfang des Jahres in Ägypten passiert ist», sagt Schläpfer. Deshalb widmet sich das International Arabic Filmfestival in Zürich, dessen Präsidentin sie ist, dieses Jahr dem ägyptischen Film. «In den Nachrichten oder sonst im Fernseher sieht man immer ähnliche Bilder. Wir zeigen die Ereignisse mit den Augen derjenigen, die dabei waren.»

Von den programmierten Filmen sind die meisten während der Demonstrationen und Aufstände entstanden, gemacht für die Bewegung. «Die Filmemacher haben unter Lebensgefahr gearbeitet, und ich finde es eindrücklich, welch gute Filme unter diesen Bedingungen entstanden sind», sagt Schläpfer.

Zu sehen sind zum Beispiel «18 Days in Egypt» von Ahmed Salah Sony und Ramadan Salah, eine Chronologie der Ereignisse vom 25. Januar bis 11. Februar 2011, dem Rücktritt Hosni Mubaraks; «For Egypt», die Geschichte eines Mannes, der während der Revolution getötet wurde; oder «Marthyr’s Friday», Filmaufnahmen vom Tahrir-Platz in Kairo am 25. Januar 2011.

Das Programm wird ergänzt durch eine Diskussionsrunde mit Amnesty International, dem Regisseur Mohanad Hassan und dem ägyptischen Schriftsteller und Blogger Musaad Hussein aka Musaad Abu Fagr sowie einer Fotoinstallation mit Handybildern aus den bewegten Tagen von Aida Schläpfer.
International Arabic Filmfestival in: Zürich Wäscherei, Fr/Sa, 9./10. Dezember 2011. www.iaffz.com

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