Leser:innenreaktionen
«Gratulation und weiter links!»
Zum neuen Layout, WOZ Nr. 17/26
Herzliche Grüsse aus dem Thurgau, aus Basel, dem Wallis, aus Solothurn und sogar aus Zierikzee in den Niederlanden: Die zahlreichen Zuschriften, die uns zur Neugestaltung erreicht haben, zeigen wieder einmal, dass die WOZ nicht nur quer durch die Schweiz, sondern auch im Ausland gelesen wird. Und erfreulicherweise ging es den meisten Leser:innen offenbar so wie Michael Lieberoth-Leden aus ebendiesem Zierikzee: «Zugegeben, ich war sehr skeptisch», schreibt er. Auch noch seine lieb gewonnene gute alte WOZ wolle sich «verzeitgeistigen»: «Und jetzt bin ich bereits beim ersten, sehr vorsichtigen Durchblättern ziemlich begeistert.» Verlockend, inspirierend, Neugier erweckend sei die neue Gestaltung.
«An Schreibende zu schreiben, macht nervös, deshalb kurz: Ich finde das neue Design toll», meint Lia Gianna. «Rundum gelungen, sehr sorgfältig», lobt Ivo Schauwecker. «Der Auftritt ist sehr erfrischend, ohne die Unfrischen (Eigenbezeichnung) aussen vor zu lassen», meint Reto Cavegn. Und Begeisterung herrscht auch bei Leser:innen einer jüngeren Generation vor: «Ich dachte, ich würds hassen, aber ich liebs», kommentierte SP-Nationalrätin Anna Rosenwasser auf Instagram.
Besonders gefreut hat uns, dass die WOZ weiterhin als gut lesbar wahrgenommen wird, das war uns schliesslich bei all unseren Überlegungen zur Neugestaltung ein Anliegen: «Die übersichtliche Gestaltung und die etwas grössere Schrift vergrössert uns älteren Leser:innen die Lust auf die Zeitungslektüre», schreiben Anna Lehmann und Dieter Leuenberger. «Weg von der Bleiwüste, die WOZ hat mehr Struktur, und ich werde besser geführt», findet auch Stefan Jung. Besonderen Anklang findet der neue Auftakt der Kultur: «Insbesondere die Aufwertung der Kultur und die Gewinnung von Dorothee Elmiger als Autorin gefallen mir sehr», schreibt Susanne Rogmann. «Die neuen Kolumnen müssen sich noch entwickeln, mit Ausnahme jener von Dorothee Elmiger: perfektes Anschauungsmaterial für die Medienausbildung», findet Thomas Rüst. Auch das neue Ressort erhält Zustimmung: «Der neue Gesellschaftsteil wird vermutlich mein Lieblingsteil», schreibt Helena Müller.
Auch inhaltlich gibts viel Zustimmung: Als «verständlich, umfassend, einordnend, ausgewogen und bei Bedarf mit Ironie», bezeichnet Claudia Eberhard die Artikel der WOZ. «So was gibts nirgends sonst in der Schweiz, und ich lese ausserdem ‹Republik›, ‹Tagi› und NZZ.» Besonders treibt die Leser:innen die KI-Frage um. David Schwery zeigt sich erfreut, dass die WOZ-Redaktion die künstliche Intelligenz nur für die Recherche, nicht aber für das Schreiben verwenden will. «Es ist brandgefährlich, wenn KI komplett Redaktionen wegrationalisiert. Ich bin auch bereit, diese Haltung finanziell mitzutragen.» Marc de Neuville wiederum warnt, eine allzu strenge Haltung könne auch KI-tolerante Leser:innen abschrecken. «Es wäre bedauerlich, wenn die WOZ mittelfristig aus Überzeugung an wirtschaftliche Grenzen stossen würde.»
Kritische Zuschriften gibt es vor allem zu einem Punkt: dem schon intern heiss diskutierten neuen Logo. «Die dicken WOZ-Buchstaben sind ein Horror!», meint Nausika Zehnder. «Sonst ist euch der Wechsel wirklich gelungen. Gratulation und weiter links!» Besonders vermisst wird das Gelb auf der Titelseite. Urs Keller, der die WOZ wieder mal am Kiosk kaufte, fragt sich: «Wo ist das Gelb geblieben?» Wäre die Titelschrift weiterhin farbig unterlegt, würde das doch perfekt wirken. In ein schönes Bild bringt das Problem Beat Müller. «Das Gelb blitzt nur noch homöopathisch auf. Das hornissenartige Aussenbild war für mich immer ein Zeichen, in welche Nester die WOZ stechen muss.» Wir können versichern, dass wir alle Varianten durchprobiert haben, eine sogar mit einem rein gelben Schriftzug. Die jetzige hat uns aber doch am meisten überzeugt.
Was nicht heisst, dass wir in den nächsten Wochen und Monaten nicht noch das eine oder andere am neuen Layout anpassen. Das gilt auch für die Kolumnen: Im Vorfeld des Relaunchs haben uns zahlreiche Zuschriften erreicht, die sich insbesondere für die Beibehaltung von Ruedi Widmers Kolumne ausgesprochen haben. Wir sagen niemals nie und melden uns in der Angelegenheit wieder. Bis dahin freuen wir uns weiter über Lob und Kritik an feedback@woz.ch.
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