Auf ihrem ersten Album seit sechs Jahren legt Evelinn Trouble lauter falsche Fährten. Das geht fiebrig in alle Richtungen. Klingt aber auch so verspielt wie seit ihrem Debüt nicht mehr.
Digitalisierung und Nachhaltigkeit – zwei Themen, die sich dringend finden müssen. Eine WOZ-Broschüre denkt die Themen zusammen. Geschrieben haben sie Leute, die sich nicht kannten und nie physisch trafen. Ein aussergewöhnliches Projekt in Zeiten von Corona.
Das neue Jahrbuch «Qualität der Medien» widmet sich unter anderem der Verbreitung von irreführenden Nachrichten in der Schweiz. Man muss aber aufmerksam lesen, was da genau untersucht wurde.
Bevor in Glasgow am Sonntag die Verhandlungen starten, mussten die Uno-Mitgliedstaaten konkrete Klimaschutzmassnahmen vorlegen. Ihre Versprechen bleiben völlig unzureichend – aber nicht nur deshalb droht der Gipfel zur Farce zu werden.
Während Zertifikatsgegner:innen mit Rechtsextremen in der Berner Altstadt demonstrierten, umstellte die Berner Kantonspolizei mit einem Grossaufgebot die Reitschule. Die Gründe dafür bleiben im Dunkeln.
Ohne die vielen Pflegefachleute aus EU-Staaten wäre das System längst kollabiert. Doch selbst mit dieser unsolidarischen Politik auf Kosten ärmerer Länder ist die Gesundheitsversorgung in der Schweiz gefährdet.
Wird FDP-Chef Christian Lindner Deutschlands neuer Finanzminister, drohen vier Jahre Rückschritt: für die soziale Gerechtigkeit, für Europa und für den Kampf gegen die Klimakrise.
Vor fünf Jahren sollen Omar B. und seine Familie Opfer einer illegalen Rückschaffung in die Türkei geworden sein. An der Operation war auch Frontex beteiligt. Nun hat B. die EU-Grenzschutzagentur vor dem Europäischen Gerichtshof verklagt – eine Premiere.
Während die Repression gegen politisch unliebsame Personen in Belarus weitergeht, feiert man in Bern im Rahmen eines Festivals einen Kulturanlass, der dem Interesse des Regimes dient.
Ein Artikel in der «New York Times» brachte den Chefredaktor der deutschen «Bild»-Zeitung zu Fall. Am aggressiven Rechtskurs des Springer-Konzerns wird das nichts ändern.
Lange wurde an einer Initiative für eine Schweizer Elternzeit gearbeitet. Dann starb das Projekt. Dahinter steckt ein erbittert geführter Streit im linksfeministischen Lager.
Jetzt heisst es tapfer sein, denn hier folgt der freisinnigste Leitartikel, der je in dieser Zeitung erschienen ist. Aber so ist das heute, alles muss man selber machen. Auch die Nachhilfe für Bürgerliche, wenn diese in ihren Kernkompetenzen versagen.
In den 41 Jahren seit ihrer Besetzung ist die Rote Fabrik professioneller und gemässigter geworden. Nun offenbaren interne Konflikte die strukturellen Schwächen des selbstverwalteten Betriebs. Von aussen droht zudem die Aufwertung des Quartiers.
Es wird wieder mehr gestreikt – und zwar gerade in Bereichen, die gewerkschaftlich als schwer zu organisieren gelten. Bestes Beispiel ist der anhaltende Arbeitskampf von Fahrradkurier:innen in Berlin, hinter dem die kleine anarchistische Gewerkschaft FAU steht.
Am 28. November kommt das Covid-19-Gesetz zur Abstimmung. Im Zentrum der Kritik steht dabei das Covid-Zertifikat. Wahrt es die Grundrechte? Die WOZ hat die Vorlage geprüft.
Nach Recherchen von WOZ und «Rundschau» über Gewaltvorfälle in Bundesasylzentren kündigte das Staatssekretariat für Migration eine externe Untersuchung an. Nun liegt der Bericht vor. Er benennt gravierende Mängel im bestehenden Sicherheitsregime.
Die dänische Regierungschefin Mette Frederiksen verfolgt eine «Null-Flüchtlinge-Politik». Wie es dazu kam, dass die dänischen Sozialdemokrat:innen derart weit nach rechts aussen rückten – und warum der Kurs bei den Schwesterparteien im Norden auf Unverständnis stösst.
Gekannt hat ihn im deutschsprachigen Raum kaum jemand: den neuen Literaturnobelpreisträger Abdulrazak Gurnah. Das sagt mehr über den hiesigen Buchmarkt aus als über die Qualität seiner Werke.
Wenn der Staat und die Medien eins werden: Der Schriftsteller und Attwenger-Musiker Markus Binder zur österreichischen Korruption in ihrer aktuellen Form.
Korakrit Arunanondchais raumfüllendes «Gemälde» und seine Videoinstallationen erzählen von materiellen und spirituellen Transformationen, von postkolonialer Unterdrückung und subversiven Geistern. Ein überbordender Trip.
Das Bundesparlament hat der Schweizer Beteiligung am Ausbau von Frontex zugestimmt. Ein Referendum könnte den Entscheid umkehren. Die Ratslinke ist unentschlossen. Aktivist:innen planen jetzt einen Versuch von unten.
Noch immer haben Frauen im Literaturbetrieb einen schweren Stand. Nicht nur darum haben Jil Erdmann und Katrin Sutter eigene Verlage gegründet. Ein Gespräch über das Büchermachen in einer Tieflohnbranche, cholerische Männer und die Notwendigkeit, so viele Perspektiven wie möglich zuzulassen.
Misst man die Volkspartei an den Schlagzeilen, die sie produziert, ist sie so erfolgreich wie lange nicht. Neu scheint, dass viele von internen Konflikten handeln. Besuch bei «SVP bi de Lüt».
Die grösste Gewerkschaft der Schweiz verfügt über ein Vermögen von fast einer halben Milliarde Franken. Auch wenn dies problematische Seiten haben kann: Der jüngste mediale Skandalisierungsversuch ist ein ziemlich durchsichtiges Manöver.
Nachdem sich eine knappe Mehrheit der Schweizer Stimmberechtigten an der Urne für die Konzernverantwortungsinitiative (Kovi) ausgesprochen hatte, wollte Ruedi Noser im Dezember im Ständerat etwas klarstellen. Er habe kein Problem damit, wenn NGOs politische Positionen vertreten.
Seit Jahresbeginn hat sich der globale Gaspreis verdreifacht, und in Europa könnten viele Heizungen im kommenden Winter kalt bleiben. Welche Rolle spielt dabei der russische Staatskonzern?
Über Gewichtsdiskriminierung wird trotz oder vielleicht gerade wegen ihrer Verbreitung wenig berichtet. Wo hat Dickenfeindlichkeit ihren Ursprung, wie funktioniert sie – und wie steht sie in Verbindung mit anderen Diskriminierungsformen?
Der israelische Konzern NSO steht wegen seiner Spionagesoftware Pegasus weltweit in der Kritik. Einer der drei Gründer lebt nach seinem frühen Ausstieg in der Schweiz. Nun tritt Niv Karmi aus dem Schatten und spricht erstmals über seine Geschichte.
Kassen, Ärzt:innen, Spitäler und Kantone nehmen sich Gelder, die den Versicherten zustehen. Auch der Bundesrat hat kein Gehör für Menschen, die zwanzig Prozent und mehr ihres verfügbaren Einkommens für Prämien aufwenden müssen.
Tito Tettamanti gehört nicht zu den Menschen, die einfach nur Geld verdienen wollen. Viel lieber veredelt der Tessiner sein profanes Tun mit philosophischen Betrachtungen. In den Medien wird der Beinahe-Milliardär deshalb gerne als Financier bezeichnet, nicht etwa als Spekulant.
Auf Twitter leistet die Politikwissenschaftlerin Natascha Strobl wertvolle Bildungsarbeit. In ihrem neuen Buch zeigt sie jetzt, welcher Strategien sich der «radikalisierte Konservatismus» bedient.
Die Idee ist so simpel wie überzeugend: Wer geben kann, gibt, wer durch die Pandemie in eine finanzielle Notsituation geraten ist, erhält. Der Verein «Lohnteilen» konnte so bereits vielen Menschen helfen.
Da baut David Chipperfield. Hat gebaut. Super geworden. Wieder wurde ein «Fick dich, Welt»-Gebäude mehr von seinen Mitarbeitenden aus dem ritterlichen Erfolgsbaukasten zusammengestellt – der Kunsthauserweiterungsbau in Zürich (circa 206 Millionen Franken, grossteils von den Bürger:innen gezahlt) gleicht mindestens acht bestehenden Chipperfield-Bauten (City of Justice, Novartis Laboratory, Office Building Karlstrasse, Morland Mixité Capitale und so weiter).
Julia Ducournau spielt in ihrem Film «Titane» mit dem Feuer und mit anderen gefährlichen Dingen. In Cannes gabs die Goldene Palme für dieses zärtliche Gewaltsmärchen über Geschlecht und Familienzugehörigkeit.