WOZ News
Konkordante
«Mit der aktuelle Aufteilung – vier Sitze für die Bürgerlichen, drei Sitze für Rot-Grün – wird der politische Wille der Stimmbevölkerung am besten Rechnung getragen», resümiert srf.ch die Wahlen im Kanton Bern, nicht gerade muttersprachlich. Immerhin war aber die politische Wille – als Chefin des zitierten nicht halbierten Mediums – vor kurzem auf nationaler Bühne siegreich.
Zugedröhnte
«Autofahrer kracht auf Drogen in Polizeiauto», meldete bluewin.ch. Aber, aber, das sieht ja nach vielfachem Drogenmissbrauch aus: beim Krachenden, bei den Wachenden, beim Bluewin-Schreibenden und bei den Lachenden.
Linientreue
«Dichter, feuchter Schneefall setzt eine Stunde vor Spielbeginn ein, mit Laubbläsern werden Linien frei gestiebt …», war kürzlich im «St. Galler Tagblatt» zu lesen. Das Spiel konnte dann doch nicht stattfinden – ob das nun der Wahl des Hilfsmittels oder der transitiven Verwendung des Verbs oder doch der Unnachgiebigkeit des Wetters geschuldet war.
Kopfgeburtliche
«Die Idee eines Abenspraziergangs entsprang diesen drei Köpfen», formulierte die «Solothurner Zeitung». Ja, wir bestellen das Bild, am liebsten eine Röntgenaufnahme der Köpfe.
Luftverkehrende
«Innenminister Beat Jans (l.) hob 2025 nur selten ab», lautete eine Bildlegende des «Blicks» zur Nutzung des Bundesratsjets durch die einzelnen Bundesräte. Da Jans während des Berichtsjahrs keinen einzigen Tag als Innenminister absolviert hat, lautet die korrekte Frage: Ist er als Justizminister immer am Boden geblieben?
Abgedrehte
«Exponentinnen und Exponenten der Zürcher Filmbrache überreichten dem Stadtrat eine Petition gegen die Schliessung des Kinos Corso», hiess es vor kurzem im «Tagblatt der Stadt Zürich». Hier haben Sie richtig gelesen: Eine ganze Branche verkommt zur Brache. Für einmal könnte ein bisschen Gentrifizieren nicht schaden.
Hexenmeisterliche
«Die Behandlungen habe er zeitweise zu Hause in Flüh und in der Rennbannklinik in Muttenz gemacht, zurzeit in Barcelona», berichtete unlängst der «Tages-Anzeiger» über die gesundheitlichen Fortschritte, die ein Motorradrennfahrer nach einem Unfall machte. Hoffentlich liest das der junge Mann nicht, denn wenn er an selbsterfüllende Prophezeiungen glaubt, wird er nicht wieder Rennen fahren.
Komfortzonale
Apropos junge Männer, auch das stand im «Tages-Anzeiger»: «Umgekehrt unterschätzten jüngere Männer Risiken eher, während ältere Menschen tendenziell risikofreudiger seien.» Dazu fällt uns zunächst der vierzigjährige Klassiker «Risikogesellschaft» des Soziologen Ulrich Beck ein: «In der fortgeschrittenen Moderne geht die gesellschaftliche Produktion von Reichtum systematisch einher mit der gesellschaftlichen Produktion von Risiken.» Dann aber nur «No risk, no fun».