Vatikan gegen KI-Kult
Die mittelalterliche Kirche hätte Sam Altman, den Gründer von OpenAI, vermutlich vor die Inquisition gezerrt und den Glauben an die künftige Existenz einer künstlichen allgemeinen Intelligenz (AGI) als Häresie verteufelt. Zum Glück hat die katholische Kirche ihren Kommunikationsstil seither geändert. Doch wissenschaftliche Neuerungen stellen nach wie vor eine Herausforderung für ihr Weltbild dar, wie eine neuere Publikation aus dem Vatikan zum Thema KI zeigt.
Im Januar 2025 veröffentlichte das Staatssekretariat des Apostolischen Stuhls, also quasi das Außenministerium des Vatikanstaats, die Note „Antiqua et nova“ über „das Verhältnis von künstlicher Intelligenz und menschlicher Intelligenz“.1 Sie wurde unter anderem vom Dikasterium für die Glaubenslehre herausgegeben, einem institutionellen Nachfolger der Inquisition, der Institution zur Bekämpfung von Ketzerei und Irrlehren.