Kolumbien vor der Richtungswahl : Fortschritt oder Vaterland

Nr. 22 –

Links, rechts, rechtsextrem: Drei Kandidat:innen haben am Sonntag Chancen auf das höchste Amt im Land. Unterwegs an ihren Wahlkampfevents – mit denen, die sie wählen wollen.

Wahlkampfveranstaltung für Iván Cepeda.
Schreck der Bourgeoisie: Wahlkampfveranstaltung für den linken Kandidaten Iván Cepeda auf der Plaza de Bolívar in Bogotá am vergangenen Freitag.  Fernando Vergara, Keystone

Als die Bomben auf den Weiler fallen, jubelt das Publikum auf der Plaza de Lourdes in Bogotá. Donnernder Applaus, Rufe, kolumbianische Flaggen und Luftballons wedeln in Ekstase vor der Bühne. Das Filmchen zeigt Präsidentschaftskandidat Abelardo de la Espriella mit ernster Mine am Beratungstisch mit Polizei und Militär. Auf einer Karte ist eine Gegend im von Gewalt gebeutelten Departamento Valle del Cauca zu sehen. Das Ziel des Angriffs: ein Anführer der Farc-Dissidenz. Ein Plan wird entworfen, Düsenjäger werfen Bomben auf die Siedlung der illegalen Kämpfer:innen am Rand von Kokafeldern ab, Bodentruppen packen und fesseln sie. Das alles mit schnellen Schnitten und viel Einsatz von künstlicher Intelligenz. Kein Wort ist zu hören, nur martialische Geigen. Die Botschaft ist auch so klar: De la Espriella wird für Sicherheit sorgen.

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