WOZ News
Abgehauene
«Nach einer Rede- und Gesangspause kam plötzlich Hektik auf. Einige Demonstrierende stieben in die Zwischengasse davon. Die Mehrheit aber kehrte um Richtung Langstrasse», hiess es im «Tages-Anzeiger». Tempuswechsel mitten in der Berichterstattung? Wir tippen eher auf eine Schwäche für starke Verben, sonst hätte sich «stiebten» durchgesetzt.
Orientierungslose
Zu Saudi-Arabien schreibt die NZZ: «Im Nordosten des Landes, an der Grenze zu Jordanien, entsteht die futuristische Mega-City Neom.» Eigentlich liegt diese Grenze im Nordwesten; wenn sich also dereinst Gläubige dort niederlassen, sollten sie ihren Kompass beziehungsweise Teppich besser selber ausrichten. Mekka: halbrechts unten.
Kannibalisierende
«Am Obergabelhorn in Zinal VS haben Alpinisten menschliche Überreste gefunden. Die Überreste gehören einem Alpinisten, der seit über 30 Jahren als vermisst gilt», meldete watson.ch. Der Mann tut gut daran, sich weiterhin bedeckt zu halten. Oder verjährt der Besitz menschlicher Überreste nach dreissig Jahren?
Halblebige
Die «Teiggi», eine grosse Wohnsiedlung auf dem Areal einer ehemaligen Teigwarenfabrik in Kriens LU, ist derzeit voll vermietet. «Die Nettomiete beträgt CHF 887 und die Mindestbelegung beträgt eine Person», hiess es aber noch kürzlich auf ihrer Plattform in der Ausschreibung für eine 1,5-Zimmer-Wohnung. Somit ist die Integrität der Mieter:innen gewährleistet.
Schmetternde
Im «Wochenblatt für das Birseck und das Dorneck» fanden wir die Besprechung eines Konzerts, bei dem sich der «Mottenchor Region Basel» erfolgreich an eine Gegenüberstellung von Strawinsky und Mozart gewagt hatte. Es ist schade, dass die so oft geschmähten kleinen Falter ihr musikalisches Talent so selten zeigen.
Dyskalkulierte
«15% – Dieser Zollsatz soll für Importe aus der Schweiz in die USA gelten. Damit halbiert sich der Satz von bisher 39% beinahe», rechnete die «NZZ am Sonntag» in einem Quote vor. Wir rechneten mit und kamen zum Schluss, dass der US-Präsident unerwarteterweise gefragt haben muss: Darfs auch ein bisschen weniger sein?
Hausfrauige
«Das sind schon schöne Aussichten: Roboter, die den Haushalt schmeissen und sogar Teller abstauben», verhiess die Moderatorin in der SRF-«Tagesschau» in einem Beitrag über die Entwicklung sogenannt humanoider Roboter. Wenn die Dame ihre Teller nur abstaubt, müssen ihre Mahlzeiten recht trocken ausfallen. Wir würden den kleinen Helfer feuchter programmieren.
Meckernde
«Einen indirekten Hinweis auf die Penislänge hingegen lässt sich über frühe Entwicklungsunterschiede sichtbar machen», lasen wir im «Bund». Dass er ausgerechnet in diesem Zusammenhang zum Einsatz kommt, passt dem Akkusativ übrigens auch wieder nicht.