Kultur/Wissen

04.06.2020

«Die Macht des einen Prozents gerät unter Druck»

Für den Grossteil der Menschheit war der Kapitalismus schon immer eine Katastrophe: Der Soziologe Jason W. Moore spricht über Klimaflüchtlinge im 4. Jahrhundert, den Immobilienmarkt bei ansteigendem Meeresspiegel und die Erfindung der Wildnis.

04.06.2020

Feuilleton am Limit

Noch ein Coronatrend in den Medien: Kadermänner, die der Kultur die Leviten lesen. Das fällt auf sie selbst zurück.

28.05.2020

Punk ist tot

Die Achtzigerbewegung feiert ihren 40. Geburtstag. Statt Nostalgie wären ein paar kritische Fragen angebracht. Eine Polemik.

28.05.2020

Die Revolte im leblosen Gehäuse

Die Achtzigerbewegung in Zürich war weit mehr als ein Kampf um mehr Freiräume für Jugendliche. Sie war eine Kampfansage an die gesellschaftlichen Verhältnisse. Der Staat reagierte dementsprechend hart.

28.05.2020

«Irgendwo eine Schwäche? Draufgehauen, bis es blutet!»

Hatte die Bewegung ein Frauenproblem? Und ist die Klimajugend heute zu brav und vernünftig? Anja Nora Schulthess hat als Kind der Achtziger ein Buch über die Generation ihrer Eltern geschrieben – hier spricht sie mit Zeitzeugin Suzanne Zahnd über 1980 und die Folgen.

28.05.2020

Mit den Knochen ihrer toten Hündin

Nach acht Jahren hat Fiona Apple endlich ein neues Album veröffentlicht: «Fetch the Bolt Cutters» ist ein unglaublich komplexes Werk und wird zu Recht von der Kritik gefeiert.

28.05.2020

Der bessere Schmerz

Ein staatlicher Sender in Polen hat versucht, ein kritisches Lied über den Regierungsparteichef zu verbannen – und damit einen Aufschrei ausgelöst.

28.05.2020

Achtung, fertig, Tamedia!

Der eine grosse Zürcher Medienkonzern hat sich ein eigenes Filmfestival gekauft, der andere betreibt neuerdings ein eigenes Fernsehen, da kann sich der dritte natürlich nicht lumpen lassen: Die TX Group, formerly known as Tamedia, trumpft jetzt immerhin mit einem eigenen Kinofilm auf.

21.05.2020

Im schwarzen Coronaloch

Die 42. Solothurner Literaturtage finden im Netz statt. Kann das funktionieren? Und was bedeutet es für die AutorInnen?

21.05.2020

Perfekt inszenierte Leere

Die neue, selbstherrliche Netflix-Doku über Michelle Obama umschifft jede relevante politische Aussage. Angesichts von Donald Trump ist das eine obszöne Unterlassung.

14.05.2020

Uralte Statuten

Vera Brandstetter verfolgt weiter die Spur der verschwundenen Frieda – und stösst dabei auf eine Hausgenossenschaft im Kriegszustand.

14.05.2020

Das Patriarchat der Daten

Alles, was uns umgibt, wird anhand von Daten konzipiert und gebaut. Diese nehmen allerdings häufig Männer zur Norm. In ihrem Buch «Unsichtbare Frauen» analysiert Caroline Criado-Perez die Folgen des «Gender Data Gap».

14.05.2020

Den Horizont aufreissen

«Ein Liebesbrief für die Ohren» – so tönte es letzte Woche aus der PR-Abteilung der New York Public Library. Die Bibliothek, einer der grössten Gedankenspeicher weltweit, veröffentlichte eine Playlist mit Alltagsgeräuschen von New York vor dem Lockdown.

14.05.2020

Raus aus der Nische

Seit Anfang Mai erscheint der deutsche Ableger des sozialistischen Magazins «Jacobin», der wohl wichtigsten Publikation der jungen US-Linken: als Printmagazin und mit vielen «eigenen» Texten.

07.05.2020

Was hat das alles zu bedeuten?

Nicht nur Corona macht unseren Alltag kompliziert; in dieser Pandemie verdrehen uns auch viele neue Wörter den Kopf. Die WOZ bringt Licht ins Dunkel einiger Begriffe.

07.05.2020

Turbulenzen bei «La Repubblica»

Der Chefredaktor der linken Tageszeitung «La Repubblica» erhält wochenlang Morddrohungen von Neonazis. Dann wird er fristlos entlassen. Hinter dem Rauswurf steht ein Eigentümerwechsel in Italiens grösster Verlagsgesellschaft.

07.05.2020

Warum wir die Superreichen ertragen

Wie gelingt es den Vermögenden sogar in den grössten Krisen, dem Volkszorn zu entgehen? Der Wiener Ökonom und Psychoanalytiker Martin Schürz erklärt das mit Gefühlspolitik.

07.05.2020

Was bedeutet die Absage der Kilbi?

Die Bad Bonn Kilbi in Düdingen ist das angesagteste Musikfestival der Schweiz. Dieses Jahr muss sie wegen des Lockdowns ausfallen. Programmator Daniel Fontana reut besonders, dass er zwei indonesische Undergroundmusiker verpasst.

30.04.2020

Genhacking oder Untergang?

Ist die «humangenetische Revolution» unausweichlich? Der einflussreiche Technofuturist Jamie Metzl fordert eine weltweite Debatte über die Chancen und Risiken gentechnischer Eingriffe am Menschen. Klingt gut, ist aus seinem Mund aber scheinheilig.

30.04.2020

Das BAG ist nicht genug

Der Bund kommuniziert, und die Botschaft kommt bei vielen Menschen höchstens verzögert an: Wie verschiedene Medien mit wenig Mitteln die Migrationsbevölkerung in der Krise auf dem Laufenden halten.

30.04.2020

Fanden wir das wirklich so toll damals?

Den Popmachismo haben Joy Press und Simon Reynolds schon 1995 in «Sex Revolts» zerlegt. Inzwischen haben sich Reaktionäre die Fuck-you-Attitüde unter den Nagel gerissen. Ein Gespräch aus Anlass der deutschen Neuauflage.

23.04.2020

Adieu, Pressefreiheit

Fotografen dürfen nicht fotografieren, die Polizei betreibt Zensur. JournalistInnenverbände wehren sich, doch Medienministerin Simonetta Sommaruga stellt sich taub.

23.04.2020

Pumpt Geld in die Alma Mater!

«Covid-19: Kann die Forschung auf Sie zählen?» Ein Mail mit diesem Betreff landete dieser Tage bei Zehntausenden Mitarbeitern, Studentinnen und Alumni der Uni Zürich. Absender: die UZH Foundation.

23.04.2020

Mit Schere und Foto gegen Bajonette

Endlich eine geglückte «Ausstellung» im Netz. John Heartfields Grafiken und Fotomontagen offenbaren online neue Facetten. Man erkennt nochmals ihre Virtuosität – aber auch die wachsende Distanz zur Gegenwart.

16.04.2020

Bitte ja nicht verweilen!

Der öffentliche Raum in unseren Städten wird zusehends auf Umsatz getrimmt. Gerade jetzt, wo das Gewerbe stillsteht, zeigt sich die Konsequenz dieser Politik in ihrer ganzen Härte.

16.04.2020

Grosse Welt im Kleinen

Ist das noch ein Filmfestival, wenn es wegen der Coronakrise vollständig ins Netz verlegt wird? Die Visions du Réel in Nyon machen jetzt die Probe aufs Exempel.

16.04.2020

Vorsicht vor den Philanthropen!

Keine Krise ohne KrisengewinnlerInnen, wie gegenwärtig etwa der Fall Bill Gates belegt. Der frühere Microsoft-Chef erfreut sich viel öffentlicher Präsenz; kaum ein grösseres Medium, das den 64-Jährigen nicht lobend erwähnt oder als Experten interviewt hätte.