International

15.07.2021

Wer erschoss den Präsidenten?

Jovenel Moïse hat mit rabiaten Methoden versucht, in den kleinen Zirkel der Superreichen aufzusteigen. Das führte in Haiti schon immer zu blutiger Gewalt.

15.07.2021

Der Kommunist, der sein Land umwälzen will

Der linke Bürgermeister Daniel Jadue hat gute Chancen, im November die Präsidentschaftswahl zu gewinnen. Seine Gemeinde Recoleta in Santiago gilt landesweit als Modell für ein neues Chile.

15.07.2021

Die leere Raute füllen

Keine Pflanze passt besser zum Wahlkampf der deutschen Grünen als die Sonnenblume. Am Montag haben sie ihre Kampagne für die Bundestagswahl vorgestellt. Die Plakate: so fröhlich und langweilig wie das Markenzeichen der Partei. «Bereit, weil ihr es seid» lautet das Motto.

15.07.2021

Der echte Brandstifter

Der britische Premierminister verurteilt den Rassismus, mit dem sich drei Fussballspieler konfrontiert sehen. Das ist pure Heuchelei.

08.07.2021

«Für viele sind diese Leute keine Menschen»

In Tschechien stirbt Ende Juni ein Rom während eines Polizeieinsatzes – nicht zum ersten Mal. Aber anders als früher ist der Widerstand diesmal deutlich grösser.

08.07.2021

«Die Klimafrage ist eine Klassenfrage»

In weiten Teilen Afrikas leiden derzeit Zehntausende Menschen Hunger. Solche Katastrophen werden zunehmen, sagt Klimagerechtigkeitsforscher Darrel Moellendorf.

08.07.2021

Das Massaker von Jacarezinho

Im Morgengrauen fallen die ersten Schüsse in Rios Favela Jacarezinho, wenig später sind 28 Menschen tot. Der «Drogenkrieg» in Brasilien wird auch mit Waffen aus Europa geführt.

01.07.2021

Was halten «Techies» eigentlich von Streiks?

Die im Thurgau geborene Stadtforscherin Katja Schwaller lebt in San Francisco und arbeitet an der Universität Stanford an ihrer Dissertation zu Fragen sozialer Verdrängung und urbaner Kämpfe – mitten im Herz des digitalen Kapitalismus.

01.07.2021

Hoffnung der Faschisten

Die Chefin der postfaschistischen Fratelli d’Italia hat schon den Rechtspopulisten Matteo Salvini überholt – und sie will noch mehr: Italien regieren.

01.07.2021

Das Asylrecht verkommt zur Fiktion

Die EU-Staaten haben während der Coronapandemie Fakten geschaffen: Die Aufrüstung der Aussengrenze geht voran, die Asylzahlen sind alarmierend tief, auch in der Schweiz.

24.06.2021

Die Welt soll nichts wissen

Im kurdischen Autonomiegebiet im Norden des Irak hat die türkische Armee im April eine Invasion gestartet. Eine internationale Delegation wollte sich ein Bild vor Ort machen, doch schon am Flughafen in Deutschland sabotierten Sicherheitsbehörden das Vorhaben. Rekonstruktion einer verhinderten Delegationsreise.

24.06.2021

Wo die Sucht kein Verbrechen mehr ist

Seit zwanzig Jahren steht der Konsum von Drogen in Portugal nicht mehr unter Strafe. Obwohl sich die Abkehr von repressiven Massnahmen bewährt hat, ist eine Legalisierung nicht in Sicht.

17.06.2021

Die wahren Brandstifter sitzen nicht im Gerichtssaal

Neun Monate nach dem Feuer im Flüchtlingslager Moria werden sechs junge Afghanen zu langen Haftstrafen verurteilt. Und das, obwohl kein anwesender Zeuge diese in der vermeintlichen Tatnacht gesehen hat.

17.06.2021

Was ist eigentlich Ihre Identität?

Sie ist jung, sie ist Migrantin und als Tochter einer Arbeiterfamilie im Schwarzwald aufgewachsen. Dieser Hintergrund prägt das Leben der deutschen Journalistin Miriam Davoudvandi bis heute.

17.06.2021

Mit Klemmbrett und lila Weste Konzerne enteignen

Seit Monaten sammeln AktivistInnen Unterschriften, damit die BerlinerInnen im September über die Enteignung grosser Immobilienfirmen entscheiden können. Die WOZ hat sie von Tür zu Tür begleitet.

10.06.2021

«Das Land will den Atomdeal»

Nächste Woche stehen im Iran Präsidentschaftswahlen an – gewinnen wird ein Hardliner. Aber ein Ultrakonservativer an der Spitze müsse noch keinen Abbruch der Wiener Atomgespräche bedeuten, sagt Islamwissenschaftlerin Katajun Amirpur.

03.06.2021

Stacheldraht statt Therapie

Das lokal verwaltete Familienlager Kara Tepe bot eine menschenwürdige Alternative zum berüchtigten Moria. Nun haben die Behörden es geschlossen, und die besonders schutzbedürftigen Menschen landen in einem von der EU finanzierten Hochsicherheitslager.

27.05.2021

Aus dem Trauma soll eine Touristenattraktion werden

In der Nacht auf den 1. Juni 1921 verwüstete ein rassistischer Mob ein Schwarzes Viertel in Tulsa, Oklahoma. Mindestens 300 Menschen starben. Das prägt die Stadt bis heute. AktivistInnen wie Chief Egunwale Amusan engagieren sich dafür, dass es nicht nur beim Erinnern bleibt.

27.05.2021

Das brüchige Band der Nachbarschaft

Bisher lebten in Jaffa Palästinenser und Jüdinnen friedlich Tür an Tür. Jetzt wagen sich die Menschen kaum mehr auf die Strassen. Und sie erzählen von der Angst vor ihren NachbarInnen.

20.05.2021

Kein Konflikt von ein paar Tagen

Wieder einmal werden in Israel und im Gazastreifen Tote gezählt und Kinderleben gegeneinander aufgewogen. Doch etwas ist diesmal anders.

13.05.2021

Biden weist in die Zukunft

Wie weit wollen Deutschland und die Schweiz gehen, um die Profite ihrer Pharmakonzerne zu schützen? Die Frage drängt, seit Präsident Joe Biden letzte Woche verkünden liess, dass sich die USA in der Welthandelsorganisation für die Aussetzung der Patente auf Coronaimpfstoffe aussprechen wollen.

13.05.2021

«Im Grunde verpachten wir unsere Staatsgewalt»

Es gibt keinen globalen Staat und kein globales Recht, aber einen globalen Kapitalismus. Wie ist das möglich? Die Juristin und Buchautorin Katharina Pistor über die Macht von Besitzansprüchen, Rechtssysteme als Menükarte, digitale Utopien – und die Idiotie des Impfpatentschutzes.

13.05.2021

Der Impfstoffnationalismus treibt tödliche Blüten

Während die Impfkampagnen in Industriestaaten voranschreiten, hinken sie in ärmeren Ländern noch hinterher. Von der viel beschworenen internationalen Solidarität ist nichts mehr übrig.

06.05.2021

Staatsstreich in Pantoffeln

Wenn zwanzig pensionierte Generäle und Hunderte SoldatInnen in einem offenen Brief den Zerfall Frankreichs beklagen und indirekt mit einem Staatsstreich drohen, dann klingt das erst einmal wie ein schlechter Scherz.

06.05.2021

Kontrollierte Eskalationen

Zwar hat Russland seine Truppen von der ukrainischen Grenze und der Krim abgezogen. Doch Moskau baut seine militärische Präsenz rund um das Schwarze Meer weiter aus.

06.05.2021

Pionierinnen auf Karachis Strassen

In Pakistan bestimmen Männer den öffentlichen Raum, für Frauen gilt das Land als eines der gefährlichsten der Welt. Doch nun getrauen sich immer mehr von ihnen, alleine mit einem Motorrad unterwegs zu sein.

29.04.2021

«Ein Hauch von Gerechtigkeit»

Der weisse Polizist Derek Chauvin wurde letzte Woche wegen Mordes am Afroamerikaner George Floyd verurteilt. Doch weiterhin kommen in den USA drei Menschen am Tag durch Polizeigewalt ums Leben, mehrheitlich People of Color. Sieben Schwarze Stimmen zur Bedeutung des Urteils und zu den nächsten Schritten im Kampf gegen den institutionellen Rassismus.

29.04.2021

Totals Zahlungen an die Junta

Seit dem Militärcoup in Myanmar hat das Regime über 740 ZivilistInnen ermordet. Trotzdem führt der französische Erdöl- und Gaskonzern Total sein lokales Geschäft weiter. Seine Gasförderplattform vor der Küste ist derzeit wahrscheinlich die grösste einzelne Einnahmequelle der Putschisten.

29.04.2021

Aus dem Mikrokosmos in den Shitstorm

Die junge Schriftstellerin Lale Gül schreibt einen Roman über das konservative islamische Milieu, in dem sie aufwuchs. Das Buch wird zum Bestseller, die Autorin bekommt Morddrohungen. Ein persönliches Drama mit explizit politischer Dimension.

22.04.2021

Wir, das Volk

Nach der spektakulären Abwahl von Präsident Trump steht in den USA die Demokratie selbst im Zentrum der politischen Auseinandersetzung. Nicht zum ersten Mal. Der Kampf um Bürgerrechte ist ein fester – und rassistisch gefärbter – Bestandteil der Geschichte dieser Willensnation.