WOZ News
Flurnamentliche
In der sudanesischen Hauptstadt Khartum treffen sich der Weisse und der Blaue Nil; wegen des Flussverlaufs bedeute der Name so viel wie «Elefantenrüssel», weiss Wikipedia; wegen des Zusammenflusses nennt der Volksmund die Stadt auch den «längsten Kuss der Welt», schreibt uns Leser D. Dass es letzte Woche in der WOZ mehrmals fälschlich «Karthum» hiess, tut uns leid – es geschah nicht in der Absicht, den schönen Bedeutungen eine weitere Facette beizufügen.
Abgezählte
«Als Schriftsteller hatte der 1935 in Zofingen geborene Erich von Däniken viel Erfolg. Die Auflagen seiner Bücher bewegten sich im hohen zweistelligen Bereich», berichteten die CH-Media-Blätter. Das sind nicht gerade viele Erinnerungen an die Zukunft. Aber mancher weniger im Rampenlicht stehende Schriftsteller fühlt sich vielleicht getröstet – so viele Bücher habe ich auch verkauft.
Unleserliche
«Die Lektüre lässt ein Kloss im Hals zurück», wusste die «Luzerner Zeitung». Böser Kloss, wie soll man die Lektüre verdauen, wenn der Akkusativ schon vorher zurückgelassen wurde?
Militante
«Konforntiert mit Kritik, krebst die Jungpartei zurück und ändert die Parole», meldete der «Tages-Anzeiger» online. Wenn die neue Parole Konfrontation heisst, ist wenigstens der Regelbasiertheit Genüge getan.
Tierische I
Dank «Tages-Anzeiger» wissen wir, dass in Knies Kinderzoo ein kleiner Zebrahengst geboren wurde, über den die Zoodirektorin gesagt habe: «Er säugt super und wird gut genährt.» Dem Kommentar unserer Leserin T. ist nichts hinzuzufügen: Selbst ist der Mann!
Tierische II
Von jener Schafherde, die sich in einen bayrischen Penny-Markt verlief, haben alle irgendwo gelesen. Doch nur die NZZ enthüllte, dass es sich dabei um Produkte des heimischen Handwerks handelte: «Auf Videos […] ist zu sehen, wie die wollenen Tiere sich in den Gängen des Discounters drängeln […].» Das Schafstricken ist eine uralte Tradition im Unterfränkischen, doch auch dort ist die Zeit nicht stehen geblieben: Die herzigen Tierlein sind jetzt KI-betrieben.
Virtuelle I
Dass der Chatbot Grok neu über die Funktion verfügt, bekleidete Frauen auf Fotos zu entkleiden, weckte rundum Empörung. Nun soll Elon Musk die Fähigkeit beschränkt haben, worauf die britische Regierung laut «Schweiz am Wochenende» mitteilte: «Der Schritt, nur noch zahlende Kunden Bilder mit der Künstlichen Intelligenz Grok verändern und erstellen zu lassen, sei ‹eine Beleidigung für die Opfer von Frauenfeindlichkeit und sexueller Gewalt›.» Könnte mans gratis, wäre es also nicht beleidigend? Das hat der Grok doch selbst geschrieben.
Virtuelle II
Der Titel «Wechselsignal gegen Fahrverbot-Ignorierer montiert» im «Tages-Anzeiger» nährt den Verdacht: Auch da mischt der Grok mit.