WOZ News

Nr. 5 –

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Wildtierische

«Wie wirken sich fast 90 tote Wölfe im Wallis auf die Risse aus?», fragte der «Walliser Bote». Wir kennen die Antwort nicht, wir können nur spekulieren: Die Schafe müssen nicht mehr ständig damit rechnen, Reissaus nehmen zu müssen, aber die sieben Geisslein werden Mühe haben, die Rolle des bösen Wolfs zu besetzen.

Ungebärdige

«Peking gebiert sich als Hüter der alten Ordnung», stellte die NZZ fest. Vermutlich erfolgte die Geburt per Kaiserschnitt.

Berggängige

«Am Montagmorgen kehren einige Bewohner*innen wieder nach Brienz zurück. Es gilt nun wieder ‹Pase grün›», meldete bluewin.ch. Zu hoffen ist, dass diese Phase nicht so kurz sein wird, wie sie auf den ersten Blick zu sein scheint.

Sachliche

Im Editorial des letzten «Magazins» wies der Chefredaktor auf einen Artikel hin, der sich mit der Geschichte des Begriffs «Gender» befasste. Darin fand sich der Satz: «Dass man sich bisweilen über einen ideologisierten Jargon oder überbordenden Belehrungswillen von Gender:aktivistinnen nerven kann: geschenkt.» Den beachtenswerten Versuch korrekten Genderns mittels Doppelpunkt anerkennen wir gern, auch wenn er leicht danebenging. Die Aktivist:innen dürften sich trotzdem über den lesenswerten Text der Professorin Patricia Purtschert gefreut haben, denn dieser könnte die in rechten Kreisen völlig entgleiste Diskussion in nüchternere Bahnen lenken.

Gesäuberte

Wer sich freiwillig für RTL vor Publikum in einer Grube voller Gewürm wälzt, dürfte froh sein, dass sich der Sender nun laut «Watson» für die Teilnehmer:innen etwas Neues ausgedacht hat: «Spezialsendung zum Duschungelcamp: Stefan Raab bekommt eine neue Show bei RTL». Körperliche Hygiene gehört nun mal zu den Grundbedürfnissen des modernen Menschen.

Komplizierte

Im «Blick» lasen wir: «Es wäre eine Untertreibung zu sagen, dass der Inhalt dieser Seiten in keinem Verhältnis zu den Massnahmen oder dem Fehlen von Massnahmen steht, die zu der Tragödie vom 1. Januar geführt haben.» Was nur beweist, dass die journalistische Aufarbeitung schrecklicher und hochkomplexer Ereignisse ihre sprachliche Entsprechung finden kann.

Unermüdliche

Es stand im «Tages-Anzeiger»: «Bei Canepa ist die stete Frage, wie lange er und seine Frau Heliane weitermachen.» Wie weit eine Zeitung ins Privatleben eines bekannten Fussballmanagerpaars eindringen darf, sei dahingestellt.

Begabte

Schon vor einer ganzen Weile führte uns das «St. Galler Tagblatt» vor Augen, woran Eltern früh berufliche Talente erkennen können, gerade auch für die Tätigkeit, der man in unserer Zeitung mit Hingabe nachgeht: «Zum Journalismus hat es Meier schon als Kind hingezogen – sie zeigte grosses Interesse am Lesen und Schreiben.»

woznews@woz.ch