WOZ News
Fortgepflanzte
«Sie betreibt Elterntierparks im Wallis, in denen Hühner Eier legen, die vom Hahn befruchtet werden», berichtete die NZZ. Der Aufklärungsunterricht scheint in diesem Hühnerhof oder in diesem Medienunternehmen schon eine Weile her zu sein. So haben die Hühner zwar Ruhe, aber sie gehen auch leer aus.
Cineastische
«Bardot hinterlässt eine Heimat, die aus den Fugen geraten ist. Das zweitwichtigste Land der EU steht ohne Haushaltsbudget da, weil sich die politischen Lager gegenseitig blockieren. Die Nation leidet unter einer Rekordverschuldung …» und so weiter und so weiter, lamentierte blick.ch nach Brigitte Bardots Tod. Wir wussten zwar um die Macht der Filmikonen, aber dass BB es hätte richten können, beeindruckt uns noch mal ganz neu.
Umgesiedelte
«Kandergrund (oben) und Arth ZG: Im Berner Oberland und in der Zentralschweiz richtete Lothar besonders grosse Schäden an», stand in einer Bildlegende der Tamedia-Zeitungen. Was Lothar aber eben nicht schaffte, war die Verschiebung von Kantonsgrenzen. Und so können Schwyzer:innen weiterhin befriedigt feststellen: Zug ist nicht the State of Arth.
Heilende
In einem Interview mit der Journalistin Anne Applebaum stellten die Fragenden in sämtlichen Tamedia-Publikationen fest: Nicht nur stehe in Deutschland die AfD faktisch auf der Seite Putins, sondern das gelte auch «für Marine Le Pens Redressement national» in Frankreich. Da hatten die Interviewer wohl statt Le Pens Rassemblement die Aktionsgemeinschaft Nationaler Wiederaufbau im Sinn, die 1936 in der Schweiz gegründet wurde. Die waren aber gegen die Russen.
Schleimige
«Die beiden Vertreter aus der Schweiz waren allerdings nicht alleine. In einem kleinen Kreis scherten sich auch Manager der Pharma-Multis [es folgen acht Firmennamen] um den Präsidenten.» So beschrieben mindestens 28 verschiedene Medien den pharmazeutischen Bittstellungstermin bei Donald Trump. Ach, hätten sich die Herren doch um ihn weder geschart noch geschert!
Schwerwiegende
Ebenfalls 28-mal findet sich in der bunten Schweizer Medienlandschaft ein Zitat, das dem venezolanischen Politologen Ricardo Sucre in den Mund gelegt wurde: «Ich habe das Gefühl, Maduro wog sich in Sicherheit.» Da sich Señor Sucre spanisch oder englisch ausgedrückt haben und ihm die Vielfalt des deutschen Verbs «wiegen» unbekannt sein dürfte, meinte er vermutlich nicht, dass sich der venezolanische Expräsident vor der Festnahme noch auf seine Badezimmerwaage gestellt hatte.
Falsche
Diejenige, die in der vorletzten WOZ über den US-Präsidenten und seinen Fifa-«Friedenspreis» geschrieben hatte: «Der Herrscher […] hing sich die Dekoration gleich selbst um den Hals», hat die Feiertage übrigens schamgerötet im Keller verbracht und dort für Leser E. einen Aufsatz geschrieben zum Thema: «Wie unterscheiden sich transitive von intransitiven Verben?» Dabei hängte sie sich ein Bussgewand um, das bis auf den Boden hing.