WOZ News
Pegasische
«In seiner zweiten Arbeitszeit muss der 79-Jährige auf seine Partei keine Rücksicht mehr nehmen: Sie hat keine Flügel mehr, die seine Regierung stutzen», stellte bluewin.ch in einer Rückschau auf die aktuelle US-Präsidentschaft Donald Trumps fest, sichtlich gewillt, die triste Feststellung poetisch abzumildern. Da kann man nur hoffen, dass ihm in seiner dritten Arbeitszeit (also morgen früh) das Fass den Boden ausschlägt.
Verstellte
«Die lustigste Liga der ist Welt zurück», titelte der «Tages-Anzeiger» vier Spalten breit. Das bezog sich zwar auf Fussball, aber so formuliert würde der Satz auch auf Maskenball passen: Gäll, kännsch mi nöd!
Laktosehaltige
«Auf dem Lande nichts Neues: Zu Beginn des Jahres türmen sich die Milchberge wieder in schwindelerregende Höhen», lasen wir auf blick.ch. Wahrscheinlich ist da nicht ein Cappuccino mit besonders viel Schaum gemeint; jedenfalls scheinen wir uns nicht mehr im Land zu befinden, in dem Milch und Honig fliessen.
Geknickte
Im «Tagblatt der Stadt Zürich» äusserte sich eine Autorin zum neuen Theaterprojekt des Schauspielers Joel Basman: «Das wird brillant. Joel ist brillant. Ein Genie zwischen Brillanz und Wahnsinn. Dieser Mix ist es, der die Bühnen unseres Landes brauchen.» Der Akkusativ lässt dazu ausrichten, dass es aus seiner Perspektive hier an Brillanz mangelt.
Überraschende
«Dass Männermobs Frauen sexuell attackieren, ist ein bekanntes Phänomen und hat einen Namen: ‹Taharrush jamai›, was auf Arabisch ‹kollektives Belästigen› heisst», stand in der «SonntagsZeitung», und wir wunderten uns, wie stark das Arabische doch im Grunde dem Deutschen ähnelt. «Shkraan jzylaan» zum Beispiel heisst auf Arabisch «Vielen Dank!»
Ausgelieferte
«Mitarbeitende der St. Galler Arbeitsvermittlungszentren (RAV) erhoben in einem offenen Brief […] Vorwürfe gegenüber dem ALV-Leiter, der den RAV überstellt war», wusste das «St. Galler Tagblatt». Das erscheint uns ungerecht, schliesslich war der Mann nicht freiwillig in sein Amt gelangt.
Gefährliche
«Detailhändler sollen mehr Schweizer Käse verkaufen – sonst droht Vernichtung», las man auf derbund.ch. Wir danken Leser M. für den Hinweis, dass die Drohungen gegen Leib und Leben nicht mehr nur in der Politik, sondern auch im Detailhandel ein bedenkliches Ausmass angenommen haben.
Verwirrliche
Die Formulierung «Nichts Genaues weiss man nicht» in der vorletzten WOZ irritierte einige Leser:innen, doch die doppelte Verneinung war Absicht. Die Redensart soll beschreiben, dass es in der Gerüchteküche brodelt, weil an irgendeiner Sache etwas dran ist – doch was, weiss man nicht genau. Aber zwecks Entspannung legen wir den irritierten Personen gerne ans Herz: Was ich nicht weiss, macht mich nicht heiss.