WOZ News

Nr. 48 –

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Spurensichernde

«Fedpol verfolge die Geldfüsse und versuche, die Geldwäscherei einzudämmen», formulierte srf.ch. Ob das Fedpol bei dieser Jagd auf mehr als Zinsfüsse stösst, ist ungewiss. Es sollte sich aber auf jeden Fall die Nase zuhalten, denn das Geld kann ärger stinken als ungewaschene Füsse.

Fallierende

«Er erachtet das als ganz kleine Geste gegenüber seines Entdeckers, Managers und Mentors», liess uns tagesanzeiger.ch wissen. Wir warten nun auf eine ganz kleine Geste gegenüber dem dreifach geghosteten Dativ.

Reinliche

«‹Warum reden Sie nicht darüber, was diese Abgeordneten machen, um Gewalt zu befördern und anzustacheln?›, scheisst Leavitt zurück», hiess es am Wochenende auf bluewin.ch, jetzt nicht mehr. Jemand hat gespült.

Wahlverwandte

«Es waren nicht nur ein Dutzend Psychopaten, sondern es waren viele», hielt srf.ch fest. Ein neues Feld für die Psychiatrie? – Gestörte Göttis, wohin man blickt.

Ausgetragene

«Nicht eins, nicht zwei», lautete die Überschrift zu einem doppelseitigen Artikel in der WOZ vom 6. November über die philosophische Reflexion von Schwangerschaft. Aus obskuren Gründen war aber nicht das genannte Datum bei den Seitenzahlen angegeben, sondern «29. September 2011» auf der linken und «22. Oktober 2015» auf der rechten Seite. Wir haben nachrecherchiert und können bestätigen, dass es beide Male ein Donnerstag war, aber deutlich länger als neun Monate her. Die Philosophie hingegen kann sich schon mal in die Länge ziehen.

Missverstandene

«Ich, gelehrte Pharmazeutin, bin der kreative Kopf und werde von den beiden Kontrollfreak genannt», zitierte das «Magazin» eine Apothekerin, die zwar nicht gesagt, aber vielleicht gedacht hat: Habe nun, ach!, Pharmazie studiert mit heissem Bemühn – und was hab ich davon? Meine besten Freundinnen halten mich für eine Tüpflischiisserin. 

Satzzeichende

«Die Schweiz drohe, eine beispiellose Entwicklung zu verschlafen, sagt er im Interview», zitierte der «Bund» den Epidemiologen Marcel Salathé. Dass die Schweiz damit droht, etwas erst beobachten und dann verschlafen zu wollen, ist ja nichts Neues. Aber das Komma hat Herr Salathé in diesem Fall sicher nicht mitgesprochen.

Verneinende

Und in gleich allen Tamedia-Publikationen war zu lesen: «Selbst der Google-Chef warnte diese Woche davor, KI nicht blind zu vertrauen.» Was soll der Mann in seiner Position denn auch anderes sagen? Wenn wir seinem Unternehmen nicht mehr blind vertrauen, sinkt sein Umsatz.

Trendige

«‹Es gehe ums Prinzip›, so der Abgeordnete», lasen wir ebenfalls im «Tagi». Nach Dorothee Elmigers Buchpreisgewinnen ist die indirekte Rede offenbar jetzt der heisse Scheiss.

woznews@woz.ch