Politour
Europa im Trumpismus
Die global vernetzte Wirtschaft taumelt, die internationalen Organisationen sind geschwächt, Europa ist im Krisenmodus. Kann die politisch zersplitterte Staatengemeinschaft Antworten auf die ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Herausforderungen finden? Wie stark sind die Gewerkschaften und sozialen Bewegungen, die für ein nachhaltigeres und gerechteres Europa kämpfen? Fragen wie diesen widmet sich Sven Giegold, Mitbegründer von Attac Deutschland. Die Veranstaltung organisiert das Denknetz mit Unterstützung der Grünen und der Unia.
Zürich Unia-Haus, Strassburgstrasse 11, Mo, 26. Mai 2025, 20 Uhr. www.denknetz.ch
Gloria und Mohammed
Mit literarischen Mitteln porträtiert Isabelle Flükiger in «Gloria. Mohammed. Eine Erzählung von der dunklen Seite des Glücks» zwei Sans-Papiers: Gloria aus Kamerun, die sich zu behaupten lernt, und Mohammed, der untertaucht, als sein Asylantrag abgelehnt wird. Flükiger schildert die Mängel in unserer Gesetzgebung und verwebt Recherche und Fiktion zu einem «Rechtsroman», der gleichzeitig auf Französisch und auf Deutsch erscheint. Buchvernissage mit Isabelle Flükiger, Übersetzerin Ruth Gantert und Karin Jenni von der Berner Beratungsstelle für Sans-Papiers.
Bern Kornhausbibliothek, Kornhausplatz 18, Di, 27. Mai 2025, 19.30 Uhr.
Solidarität für Seenotrettung
Art4Rescue ist ein Solidaritätsfest für die Seenotrettung und setzt ein Zeichen für die Menschlichkeit. Mit Street-Art, Spoken Word, Musik und einem bunten Kinder-/Jugendprogramm wird Kunst genutzt, um Aufmerksamkeit für die zivile Seenotrettung und die Arbeit von SOS Méditerranée zu schaffen. Am Tag gibt es Livegraffiti von Brainfart, ELF, Real Steel, kreative Workshops und Angebote für Kinder und Jugendliche. Am Abend geht es mit Acts auf der Bühne weiter: Die Spoken-Word-Künstlerin Fatima Moumouni bringt gesellschaftskritische Poesie auf die Bühne, bevor die Berner Band Troubas Kater mit ihrem Mix aus Rap, Chanson und Brass das Publikum zum Tanzen bringt.
Zürich Rote Fabrik, Seestrasse 395, Sa, 24. Mai 2025. www.sosmediterranee.ch
Antifa-Ost-Verfahren
Seit Oktober 2024 sitzt Thomas hinter Gittern, er gehört zu den Angeklagten im sogenannten Antifa-Ost-Verfahren. Der Tatvorwurf: Er habe sich mit anderen zusammen gegen Neonazis zur Wehr gesetzt. An der Infoveranstaltung berichten ein Anwalt und eine Aktivistin aus der Soligruppe über die Situation von Nanuk (Thomas). Vorab wird der Film «Antifa – Schulter an Schulter, wo der Staat versagte» gezeigt.
Luzern Steinenstrasse 17, Fr, 23. Mai 2025, 20 Uhr (Film).
Luzern RäZel, Horwerstrasse 14, Fr, 30. Mai 2025, 19 Uhr (Veranstaltung).
Bern Anarchistischer Infoladen Borke, Reitschule, Sa, 31. Mai 2025, 16 Uhr.
Walter Trösch
Der Name Walter Trösch ist heute weitgehend vergessen, trotz seiner Bedeutung für die Geschichte der Schweizer Presse und der Arbeiter:innenbewegung. 1905 gründete Trösch mit der «Neuen Freien Zeitung» die erste Arbeiterzeitung in Olten und betrieb Anfang des 20. Jahrhunderts einen sozialistischen und pazifistischen Verlag. Mara Meier zeichnet in «Solange es noch Tag ist» ein faszinierendes Bild des Verlegers und SP-Politikers, der sich für das Frauenstimmrecht, die AHV und den Achtstundentag engagierte. Dabei vertrat Trösch stets die Ansicht, sozialer Wandel dürfe nur auf gewaltlosem Weg erreicht werden. Die Autorin liest aus ihrem Buch, zudem gibt es einen historischen Input von Christian Koller.
Zürich Schweizerisches Sozialarchiv, Medienraum, Stadelhoferstrasse 12, Do, 22. Mai 2025, 18.30 Uhr.
Industrialisierung
Die Geschichte der Industrialisierung wird in der Regel als Geschichte von Pionieren und Unternehmen erzählt. Uhren und Textilien gehörten im 19. Jahrhundert zu den Schweizer Exportschlagern, aus der Textilindustrie entwickelten sich die Maschinen-, die Farben- und die chemische Industrie. Es gibt nur wenige Untersuchungen, die sich mit ihren Schattenseiten befassen: Die Historikerin Claudia Aufdermauer holt das mit ihrem Buch «Vergiftete Schweiz. Eine andere Geschichte der Industrialisierung» nach. Sie schreibt eine Umweltgeschichte mit Fokus auf das 19. und das frühe 20. Jahrhundert – und die Auswirkungen der Industrialisierung bis heute.
Basel Planet 13, Klybeckstrasse 60, Mo, 26. Mai 2025, 19 Uhr. planet13.ch
Café Palestine
Abed Schokry lebte bis 2024 in Gaza. Nun berichtet der Wissenschaftler im «Café Palestine», wie er den Krieg in Gaza erlebt und überlebt hat, wie er zum Zeitzeugen wurde. Seit 2007 arbeitete Schokry an der Universität Gaza als Professor für Arbeitsschutz, Qualitätsmanagement und Ergonomie. Im Oktober 2023 wurde die Universität ausgebombt. 2024 gelang ihm die Flucht nach Deutschland, ein lebensbedrohliches und monatelanges Unterfangen.
Zürich Quartierzentrum Bäckeranlage, Hohlstrasse 67, So, 25. Mai 2025, 18 Uhr.
Die ersten Politikerinnen
Voller Elan zogen 1971 die ersten Politikerinnen ins Bundeshaus ein und mischten die Schweizer Männerdemokratie auf. In ihrem neuen Buch «Unerhört. Die ersten Politikerinnen im Bundeshaus» eröffnet die Historikerin Fabienne Amlinger ungewohnte Perspektiven auf die Konventionen und Strukturen der eidgenössischen Politik, indem sie National-, Stände- und Bundesrätinnen und ihre Erfahrungen ins Zentrum stellt. Im Gespräch mit Anna Rosenwasser und Kathrin Bertschy geht Amlinger der Frage nach, wie die Vergangenheit das heutige Politisieren prägt. Barbara Bleisch moderiert die Veranstaltung.
Zürich Karl der Grosse, Saal, Kirchgasse 14, Mo, 26. Mai 2025, 19 Uhr. www.karldergrosse.ch