Nr. 48/2011 vom 01.12.2011

Triebstarke

«20 minuten» veröffentlicht immer wieder auch pikante News: «Die SBB-Angestellten erhalten 2012 Lohnerhöhungen im Umfang von 1,25 Prozent. Zudem erhöhen die SBB die Arbeitgeber-Beiträge an die Penisonskasse um 2 Prozent.» Der dazugehörige Slogan lautet wohl: Damit kannst du es nicht besser, aber länger.
Jürg Fischer

Verschlankte

Das Gratisblatt «Regio» beachten wir in der Regel nicht weiter, und doch liegt es manchmal so herum, dass einem ein Text in die Augen springt: «Mit dem Aktionsprogramm ‹Gorilla› kämpft die Schtifti-Foundation gegen Kinder mit Übergewicht», hiess es da. Dank K.o.-System ein durchschlagender Erfolg.
Jürg Fischer

Vergangene

«Paläonthologische», betitelten wir vergangene Woche einen unserer kleinen Beiträge an dieser Stelle. Während die Mehrheit von Ihnen, liebe LeserInnen, das Wort vielleicht nur überflogen hat, dürfte es eine Minderheit verunsichert haben: Meinten die das wirklich? Nur zwei Leser liessen sich nicht abschrecken und machten uns auf das Problem aufmerksam. Ja, es ist nicht eine längst vergangene urzeitliche Schreibweise, sondern schlicht eine überflüssige Ergänzung, die uns in die Tasten gerutscht ist. Das Wort ist auch so noch komplziert genug.
Jürg Fischer

Erschütterte

Unschuldig frühstückende Menschen verstörte das «Magazin» letzten Samstag mit einem schauerlichen Titelbild. Viel schwerer zu ertragen war das Editorial: «Für unsere Titelgeschichte haben Kollegen Scott Campbell interviewt (…), ein Tätowierer den viele als den besten überhaupt halten. Als vollkommen ungeritzter Mensch stellt sich die Frage: Warum tut sich das einer überhaupt an?» Dafür verantwortlich erklären wir Finn Canonica, ein Chefredaktor den viele als den schludrigsten überhaupt halten. Als sprachlich empfindsamer Mensch stellt sich die Frage: Warum liest das nicht irgendjemand vor dem Druck mal durch?
Karin Hoffsten

Ausgeklügelte

In gefälligen Reimen äusserte sich Kollegin W. in WOZ-Nr. 46/11 zum Verhältnis von Adrian Amstutz zu Christoph Blocher: «Dem frisst er scheinbar aus der Hand / Der Clooney aus dem Oberland.» Nun wissen wir aus der Deutschstunde, dass sich trotz scheinbarer Gleichheit «scheinbar» von «anscheinend» unterscheidet. Zwar besagen beide, es sehe so aus, als ob, doch während es bei «anscheinend» wirklich so sein könnte, ist der Sachverhalt bei «scheinbar» garantiert anders. Leser G. hätte im zitierten Fall «anscheinend» bevorzugt, doch er vermutet, dass die Kollegin um des Metrums willen «scheinbar» wählte, so wie Morgenstern sein Wiesel auf einem Kiesel sitzen liess: «Das raffinierte Tier tat’s um des Reimes willen.»
Karin Hoffsten

Unbändige

«EWZ beteiligt sich an Wildpark in der Surselva», meldete der «Tages-Anzeiger», denn das Zürcher Elektrizitätswerk «wird Partner eines Windparks im Skigebiet Obersaxen-Lugnez (…) Mit mindestens 40 Windrädern entsteht (…) eine der grössten Anlagen der Schweiz.» Die Zähmung der wilden Winde übernehmen ausschliesslich Fachleute mit pädagogischer Zusatzausbildung.
Karin Hoffsten

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