Nr. 02/2012 vom 12.01.2012

Wenn der Busen gluckert

Von Karin HoffstenMail an AutorIn

In manchen Dingen bin ich etwas empfindlich. Beim Gedanken ans Piercen wird mir schummrig, vor Tattoos graut mir, selbst Löcher für Ohrringe mied ich mein Leben lang. Doch in der plastischen Chirurgie gehts noch viel heftiger zu – und die boomt! Seit dem PIP-Skandal wissen alle: In weiblichen Brüsten steckt weltweit eine geschätzte Million an Billigimplantaten – zwei pro Frau –, deren minderwertiges Silikon nur industriell genutzt werden dürfte, für Matratzen zum Beispiel. Weil die gefährlichen Dinger reissen und sabbern, müssen sie jetzt bei Tausenden Frauen wieder raus. So weit, so schlecht. Doch mal ganz ehrlich und unter uns: Mein Mitgefühl hält sich in Grenzen.

Denn auch mit «sauberem» Silikon ist eine Brustoperation kein Coiffeurbesuch: Narkose, Brüste aufschneiden – blutig, blutig –, Kissen reinstopfen, zunähen. Die Anzahl jener Frauen, die das aus gesundheitlichen Gründen ertragen müssen, ist vergleichsweise klein; die meisten tun sich die Tortur freiwillig an, weil ihnen ihr Busen nicht gefällt. Nach der Operation finden sich deren besorgte Fragen im Internet: zu eng, zu weit, verrutscht – so ein Silikonkisschen macht, was es will. Manche gluckern sogar.

Aber die Männer holen auf: Auch operative Penisverlängerungen sind im Angebot. Ohne Silikon.

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