Nr. 02/2012 vom 12.01.2012

Elektrische

Verwirrende Angaben zu neu in Betrieb genommenen Tramlinien in Genf haben wir in der vergangenen Woche an dieser Stelle der NZZ in die Schuhe geschoben. Das tut uns leid, denn in dieser Sache war es nicht die NZZ, sondern der «Tages-Anzeiger», dessen Papier geduldig war.
Jürg Fischer

Fallpauschale

Noch im alten Jahr hatten wir in dieser Rubrik den Satz «Ein Fehler, der ihm wohl die Bronzemedaille gekostet hatte» als Fehler bezeichnet; nun wurden wir darauf aufmerksam gemacht, dass «kosten» in dieser Verwendung durchaus statt des Akkusativs auch den Dativ nach sich ziehen kann. Das sagt auf jeden Fall der Duden, und wir sagen: Aha, das wussten wir nicht. Wir heissen es auch nicht gut, werden zukünftige Dative in dieser Konstellation aber nicht mehr abstrafen.
Jürg Fischer

Währungsunterschiedliche

«Als ehemalige Devisenhändlerin sei ihr der Dollar im Sommer ‹fast lächerlich billig› erschienen», hielt die WOZ letzte Woche fest; diese Woche halten wir fest: Der Dollar ist keine ehemalige Devisenhändlerin, in einem anderen Fall war es beziehungsweise wäre es aber Frau Hildebrand. «Orban und Paul stehen für Varianten, wie der Staat aussehe, wenn die Rechte in der Krise noch stärker wird», war in derselben WOZ zu lesen. Der Versuch zur Stärkung des Konjunktivs I in Ehren, hier sähe der Konjunktiv II besser aus.
Jürg Fischer

Fehlgeleistete

Ebenfalls in der WOZ stand, dass die neue CD von Los Dos & Orchestra «Hombres» (Männer oder Menschen) heisse, doch ihr Name ist «Hermanos» (Brüder). Spanisch ist beides, und auch wenn alle Brüder Männer beziehungsweise Menschen sind, sind noch lange nicht alle Männer / Menschen Brüder! Grübeleien über mögliche Gründe für die Verwechslung haben wir inzwischen eingestellt, und wir bitten Hansueli Tischhauser und die LeserInnen um Entschuldigung.
Karin Hoffsten

Lutschende

Das «Migros-Magazin» empfiehlt Bonbons «für Mädchen und Jungs. Irgendwie liegt es doch in den Genen: Rosa Delphine sind für Mädchen, hellblaue Roboter für Jungs. Ansonsten ist der Inhalt der Kinderbonbons von Larry’s identisch.» Sollte sich Ihr Büblein dennoch zum rosa Delfin hingezogen fühlen, ist ein Besuch beim Kinderpsychologen sicher kein Fehler.
Karin Hoffsten

Bewegliche

Der «Blick am Abend» weiss, weshalb Männer sich Frauen wünschen, die kleiner sind als sie selbst: «So kann er sie gut in den Arm nehmen und sie seinen Kopf an seine Schultern legen.» Ist sie Chiropraktikerin, halten sich dabei die Beschwerden in Grenzen.
Karin Hoffsten

Gruselige

In Syrien «eskaliert das Blutvergiessen», vermeldete Moderatorin Katja Stauber kürzlich in der «Tagesschau», weshalb WOZ-Leserin T. besorgt fragte, ob das Schweizer Fernsehen jetzt schon zur Prime Time Splatterfilme sende; die Genrebezeichnung leitet sich vom englischen «to splatter» – spritzen – ab. Natürlich nicht! Da Infosendungen ausschliesslich echtes Blut zeigen, müssen sie zu den Snuff-Filmen gezählt werden – in denen sind die Morde real.
Karin Hoffsten

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