Nr. 03/2012 vom 19.01.2012

Weltwirtschaftskrise

Erneut steckt die Weltwirtschaft in einer Krise. Das Karussell dreht sich immer schneller, die Häufigkeit der Krisen nimmt zu: Nach der Finanz- und Bankenkrise vor drei Jahren droht nun die Eurokrise die globale Wirtschaft in den Abgrund zu ziehen. Regierungen werden abgesetzt und durch TechnokratInnen aus dem Bankenwesen ersetzt, doch die Lösungsansätze der Mächtigen bleiben dieselben.

Das oberste Ziel bleibt die Steigerung des Wirtschaftswachstums. Damit soll die Arbeitslosigkeit bekämpft und mehr produziert und konsumiert werden. Seit ein paar Jahren wird dies von einer wachsenden Anzahl von Basisorganisationen, Bewegungen und Intellektuellen kritisiert, die für eine bedarfsorientierte, solidarische Ökonomie einstehen, für ein Leben in Würde und Wohlstand für alle ohne unendliches Wirtschaftswachstum und ökologische Katastrophen. Forderungen, die in den letzten Monaten auch vermehrt auf öffentlichen Plätzen in vielen Städten weltweit ihren Ausdruck fanden und die Hoffnung nähren, dass der Homo oeconomicus, wie er sich jährlich am Weltwirtschaftsforum in Davos einfindet, ein Auslaufmodell ist.

Mit zahlreichen Workshops, Film- und Diskussionsveranstaltungen will die zwölfte Ausgabe der Berner Tour de Lorraine eine Plattform bieten, um die Konzepte der Wachstumskritik und die Visionen einer Postwachstumsgesellschaft kennenzulernen und weiterzudiskutieren, beispielsweise in der Infoveranstaltung «Die Weltwirtschaftskrise – Konsequenzen und Perspektiven» mit dem Historiker, Sozialforscher und Autor von «Globale Krise – Globale Proletarisierung – Gegenperspektiven», Karl-Heinz Roth, der auch einen Einführungsvortrag zum Thema «Krise des Kapitalismus» halten wird. Dabei werden die Krise sowie deren Hintergründe dargestellt und ein erstes Mal diskutiert.

Am Samstagmorgen wird mit Roth die Diskussion des Vorabends weitergeführt (nicht im offiziellen Tour-de-Lorraine-Programm). Diese baut direkt auf dem Vortrag auf, weshalb es nur eine kurze Einführung geben wird. Um eine Vertiefung zu ermöglichen, sind deshalb der Besuch des Vorabendvortrags oder anderweitige «Krisenkenntnisse» erwünscht. Die übrigen Veranstaltungen können auch ohne Vorkenntnisse besucht werden.

Denjenigen, die zuvor am Samstagmorgen an der vertiefenden Diskussion teilnehmen, wird ein (vegetarisches/veganes) Mittagessen angeboten. Eine kurze Voranmeldung fürs Mittagessen bei info@faubern.ch genügt. Ausserdem hält Karl-Heinz Roth Kurzvorträge (mit anschliessender Diskussion): zuerst zur Frage, wie die gegenwärtigen, weltweiten Protestbewegungen zu deuten sind, danach zur Frage, welche Perspektiven (von unten) die aktuelle Krise bietet.

Wie jedes Jahr steigt dann am Samstagabend das grosse Fest in diversen Lokalen dies- und jenseits der Lorrainebrücke mit vielen Konzerten und DJs. Der gesamte Erlös der Tour de Lorraine wird für Kampagnen und Projekte verwendet, die sich für soziale Gerechtigkeit einsetzen.

Bern Einführungsvortrag: Café Kairo, Damm-
weg 43, Fr, 20. Januar, 19.30 Uhr. Vertiefende Diskussion: Infoladen der Reitschule, Sa, 21. Januar, 10 Uhr. 1. Kurzvortrag: Treffpunkt im Progr, Waisenhausplatz 30, Sa, 21. Januar, 13 Uhr.
2. Kurzvortrag: Treffpunkt im Progr, Sa, 15.30 Uhr. Detailliertes Programm und Infos zu den Workshops und zum Fest: www.tourdelorraine.ch, www.faubern.ch.

Wenn Ihnen der unabhängige und kritische Journalismus der WOZ etwas wert ist, können Sie uns gerne spontan finanziell unterstützen:

Überweisung

PC-Konto 87-39737-0
BIC POFICHBEXXX
IBAN CH04 0900 0000 8703 9737 0
Verwendungszweck Spende woz.ch