Nr. 27/2012 vom 05.07.2012

Fürst und Volk

Von Karin Hoffsten

76,1 Prozent der LiechtensteinerInnen wollen, dass ihr Fürst weiterhin «Nein!» sagen kann, wenn ihm was nicht passt. Das ist Demokratie. Auf www.fuerst-und-volk.li tun die Menschen kund, was ihnen ihr Landesvater bedeutet. Als fürstloser Mensch kann ich da nur neidisch werden, drum sollen einige hier zu Wort kommen.

Frau J. zeigt sich «dankbar und stolz, ein Fürstenhaus zu haben, das sich einmischt und mitredet. Also ganz einfach so, wie Gott zu meinem Leben gehört, ist auch unsere Fürstenfamilie in meinem Leben.» Herr Sch. hingegen empört sich: «In gewisser Hinsicht ist es durchaus beschämend, dass diese Initiative überhaupt stattfindet. Auch aus dem Hause Sch. dürfen Ihre Durchlaucht eine hundertprozentige Unterstützung erwarten.» Frau F. alliteriert im Ärger über die InitiantInnen: «Das ganze Leben lang vom Land den Lohn beziehen und danach solch eine Frechheit.» Frau K. ist zufrieden: «Ich finde, der Fürst steht für unser Land. Er sollte schon ein grösseres Mitspracherecht haben wie die Bürger. Es war immer schon so und sollte nicht geändert werden. Er macht das ja super.» Und Herr S. dichtet derweil: «Der Demokraten Spruch, Versprechen, schon nach der Wahl tut laut zerbrechen. Drum Volk sei klug und bleib dabei, Fürst und Volk die Einheit sei. Dies lassen wir uns nicht vermiesen, durch irgendwelche Initiativen.»

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