Nr. 35/2012 vom 30.08.2012

Gehörlose

Einige gehörlose MigrantInnen leben seit mehreren Jahren in der Schweiz, andere sind erst vor kurzer Zeit eingewandert. Sprache und Kommunikation in der Gesellschaft stellen eine grosse Herausforderung dar. Das Kommunikationsforum der Roten Fabrik lädt zu einer Podiumsveranstaltung zum Thema. Auf dem Podium sitzen die Gehörlosen Nida Stutz, Paul Fekete, Halko Kurtanovic und Ibis Hernández sowie Joel Toggenburger (Vorstandsmitglied Dima – Verein für Sprache und Integration). Gian Reto Janki moderiert den Anlass.

Zürich Rote Fabrik, Clubraum, Mi, 5. September 2012, 19.30 Uhr. GebärdensprachdolmetscherInnen sind anwesend.

Im Alter

Ältere Menschen leben oftmals alleine. Dadurch fehlt ihnen nicht selten ein regelmässiger Austausch mit Gleichaltrigen. Seit 2010 initiiert das Migros-Kulturprozent mit dem Tavolata-Projekt selbst organisierte Tischgemeinschaften für ältere Menschen. An den Impulsveranstaltungen erhalten Interessierte, die eine solche Tischgemeinschaft gründen möchten, weitere Informationen.

Baden Migros Klubschule, Nordhaus 3, 
Mi, 5. September 2012, 14–15.30 Uhr.

Horgen Senioren-Begegnungszentrum Baumgärtlihof, Baumgärtlistrasse 12, 
Do, 6. September 2012, 14–15.30 Uhr. 
Anmeldung unter www.tavolata.net.

Jugendunruhen

In vielen europäischen Ländern ist es in den letzten Jahren zu heftigen Jugendunruhen gekommen. Behörden und Medien stigmatisieren die rebellierenden Jugendlichen oft als gewalttätige Randalierer ohne politische Botschaft. Aber nur schon das wiederholte Auftreten ähnlicher Ereignisse deutet auf strukturelle gesellschaftliche Ursachen hin. Der Soziologe Peter Streckeisen von der Universität Basel referiert im Rahmen der Uni von unten zu den «Jugendunruhen als Zeichen der Krise», anschliessend gibt es eine Diskussion.

Basel Internetcafé Planet 13, Klybeckstrasse 60, Mo, 3. September 2012, 19 Uhr.

Kulturpolitik

Bern hat keine aktuelle Kulturstrategie, obwohl die Stadt über eine vielfältige Kulturszene mit einem hohen Potenzial verfügt. Die Bevölkerungsstruktur verändert sich, Lebensstile und kulturelle Bedürfnisse werden vielseitiger. Deshalb möchte das Grüne Bündnis (GB) eine Kulturdiskussion lancieren und Berner Kulturvisionen entwickeln. Die Veranstaltung «Eine Kulturvision für Bern?» soll hierfür einen ersten Anstoss liefern. Es diskutieren Cathérine Huth (Geschäftsleiterin IG Kultur Luzern), Christian Pauli (Präsident Verein bekult), Katrin Rieder (Freilichtmuseum Ballenberg) und Adi Blum (Musiker und Autor, Mitbegründer kulturministerium.ch), GB-Stadträtin Christine Michel moderiert.

Bern WWF-Bildungszentrum BollWerkStadt 
(1. Stock), Mi, 5. September 2012, 19.30 Uhr.

Lateinamerika

Staatsstreich in Honduras, versuchter Polizeiputsch in Ecuador, permanente Angriffe gegen den linken Aufbruch in Bolivien – gross angelegte Destabilisierungskampagnen sollen fortschrittliche Regierungen und die dahinterstehenden Emanzipationsbewegungen schwächen, ein neuer Putschismus macht sich breit. Das Zentralamerikasekretariat des Solifonds organisiert dazu drei Informations- und Diskussionsveranstaltungen.

Basel Unternehmen Mitte, Gerbergasse 30, 
Di, 4. September 2012, 18.30 Uhr in Zusammenarbeit mit Gruppe Alba.

Bern Casa d’Italia, Bühlstrasse 57, 
Do, 6. September 2012, 19.30 Uhr in Zusammenarbeit mit Unia Bern, Asolatino.

Zürich Volkshaus, Stauffacherstrasse 60, 
Di, 11. September 2012, 19.30 Uhr zusammen mit 
Red Latinoamericana, Asocol Zurich.

Menschenrechte

Peace Watch Switzerland und Peace Brigades International entsenden freiwillige Menschenrechtsbeobachtende nach Guatemala, Südmexiko, Kolumbien und Palästina/Israel. An einem Infonachmittag stellen sie die Arbeit in den Projektländern vor, zeigen Möglichkeiten und Grenzen von internationaler Menschenrechtsbeobachtung auf und erläutern, wie man sich auf einen Einsatz vorbereitet. Ehemalige Einsatzleistende berichten, wie der Alltag im Einsatzland aussehen kann.

Zürich Katholisches Hochschulzentrum AKI, Hirschengraben 86 (über dem Central), 
Sa, 8. September 2012, 13.30–16.30 Uhr.

Palästina

«Sari Nusseibeh war vielleicht der bunteste Vogel unter den Beratern von Jassir Arafat und gewiss der einzige, der je in einem Kibbuz gearbeitet hat.» So charakterisiert Marlène Schnieper den renommierten palästinensischen Intellektuellen in ihrem Buch «Nakba – die offene Wunde». Heute ist Nusseibeh einer der originellsten und unbequemsten Denker seiner Region. Schnieper diskutiert mit ihm Fragen zu Geschichte und Gegenwart des Nahostkonflikts. Die Moderation übernimmt Martin Woker, Leiter Ressort International der NZZ.

Zürich Kanzlei, Kanzleistrasse 56, Do, 6. September 2012, 20 Uhr.

Steuern

Ausländischen MultimillionärInnen, die in der Schweiz nicht erwerbstätig sind, hat die Schweiz mit der Pauschalbesteuerung ein happiges Steuerprivileg eingerichtet. Etwa 5500 Personen versteuern höchstens den fünffachen Mietwert ihrer Schweizer Zweitwohnung. Die Einkommenssteuer wird ihnen geschenkt. Die Volksinitiative «Schluss mit den Steuerprivilegien für Millionäre» will das ungerechte Steuerprivileg national abschaffen. Der Zürcher Gemeinderat und Mitinitiant Niklaus Scherr stellt die Initiative an einer Veranstaltung der PdA St. Gallen und Alternativen Liste Zürich vor.

St.  Gallen Frauenarchiv, Florastrasse 6, 
Di, 4. September 2012, 20 Uhr.

Wenn Ihnen der unabhängige und kritische Journalismus der WOZ etwas wert ist, können Sie uns gerne spontan finanziell unterstützen:

Überweisung

PC-Konto 87-39737-0
BIC POFICHBEXXX
IBAN CH04 0900 0000 8703 9737 0
Verwendungszweck Spende woz.ch