Nr. 37/2012 vom 13.09.2012

In hymno veritas

Von Karin HoffstenMail an AutorIn

In hymno veritas

Es gibt Branchen, deren Ruf längst ruiniert ist: die Öl- und Tabakindustrie zum Beispiel oder die katholische Kirche. Doch am schlimmsten getroffen hat es zweifellos die Banken. Nun gehört es zu den vornehmsten Aufgaben einer Berufsvereinigung, das Branchenimage zu fördern; da kommt der Schweizerischen Bankiervereinigung ihr Jubiläum gerade recht: «100 Jahre SwissBanking» heisst die «Verlagsbeilage der Basler Zeitung» («BaZ»), die letzte Woche im «Tages-Anzeiger» steckte.

Darin klagt «BaZ»-Chefredaktor Markus Somm: «Es ist ein Geburtstag in finsteren Zeiten. Die vergangenen drei Jahre zählen vielleicht zehnfach in der Geschichte unserer Banken.» Drum enden die «Meilensteine der Geschichte der Schweizerischen Bankiervereinigung» schon im Jahr 2009, das direkt auf 2006 folgt. Das wiederum muss damit zu tun haben, dass die 68 Milliarden Nothilfe für die UBS im Jahr 2008 vom Staat kamen, statt standesgemäss an der Börse erzockt zu werden.

Doch laut Editorial entwickeln sich die Banken: «Wenn sie früher zuweilen arrogant und selbstherrlich auftraten, sind sie heute sensibler für die Anliegen der Bevölkerung und die Bestrebungen der Politiker und Behörden geworden. Davon zeugen die neusten Werbekampagnen einzelner Banken, aber auch die (…) Jubiläumskampagne.» Persil wäscht ja auch weisser.

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