Nr. 45/2012 vom 08.11.2012

Kirche im Glück

Von Karin Hoffsten

Was ich schon immer über MormonInnen wissen wollte, aber stets zu fragen vergass, beantwortete mir die letzte «SonntagsZeitung». Angesichts der Möglichkeit, dass das US-amerikanische Volk fast einen solchen zum Präsidenten gewählt hätte, wollte ich nämlich vorbereitet sein. Die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage hat schliesslich auch in der Schweiz über 8000 Mitglieder.

Der bekannteste mormonische Brauch, die Vielweiberei, wird schon lange nicht mehr praktiziert – dafür ist hierzulande ja jetzt der Islamische Zentralrat zuständig –, doch es herrschen strenge Regeln: Sex gibts nur in der Ehe, Alkohol, Tabak, Kaffee und Schwarztee noch nicht mal für Verheiratete, und Homosexuelle dürfen weder noch. MormonInnen gelten als fleissig, ehrlich, familienorientiert und gut im Geldverdienen, wobei der gescheiterte Präsidentschaftskandidat in erster Linie für Letzteres steht.

Dem seien die hiesigen MormonInnen zwar dankbar, dass er ihre Kirche bekannt gemacht habe, las ich, doch ein Religionsexperte war der Meinung, angesichts der rufschädigenden Wirkung von George Bush auf die Freikirchen hätte sich eine Wahl Mitt Romneys bloss kontraproduktiv ausgewirkt.

Da haben die Heiligen der Letzen Tage ja noch mal Glück gehabt. Und alle andern auch, hoffe ich.

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