Nr. 46/2012 vom 15.11.2012

Liebe ist …

Von Karin Hoffsten

Liebe ist …

Oh, glückliche Michelle Obama! «I’ve never loved you more.» Nach zwanzig Jahren Ehe vom Gatten diesen Satz zu hören! Und das nicht am heimischen Herd, wo frau gerade dabei ist, in der Selleriesuppe zu rühren, sondern auf einer Bühne! Live! Vor Tausenden! Und via Satellit vor Millionen! Daraus webt Hollywood seine Träume.

Aber vielleicht hat Michelle ja auch danach auf der Bettkante gesessen und geflennt: «Wieso denn jetzt plötzlich mehr? Was war denn vorher? Ich dachte, du hast mich schon immer geliebt!» Bis der frisch Gewählte genervt mit Bettzeug ins Wohnzimmer abzockelte.

Nein, nein – nicht Michelle Obama! Die hat ihn zu Hause angestrahlt: «Superidee von David [Axelrod, Wahlkampf-Chefberater, Anm. d. Red.], das Ding mit der Liebeserklärung! Schatz, du hast wirklich alle im Sack!» Doch dann, ganz besorgte Mutter, setzte sie hinzu: «Aber Sasha und Malia sind stinksauer! Ist ja auch total peinlich, wenn ausgerechnet ihr Alter in aller Öffentlichkeit sagt, sie wüchsen zu schönen, starken jungen Frauen heran … Barack, ich bitte dich – sie sind in der Pubertät!»

Nun gut. Sicher bin ich mir eigentlich nur in einem: Die Amerikanisierung Europas wird erst vollendet sein, wenn Angela Merkel im Falle ihrer Wiederwahl sagt: «Joachim, nie habe ich dich mehr geliebt!»

Und Frau Steinbrück heisst übrigens Gertrud.

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