Nr. 51/2012 vom 20.12.2012

Gutverdienende

Der «Blick am Abend» enthüllte Aufsehenerregendes zur Lohnentwicklung in unserem Land: «In der Industrie beträgt der Lohn für Nichtakademiker beim Berufseinstieg 56 000 bis 670 000 Franken, für Akademiker 72 000 bis 106 000 Franken.» Bundesrat Johann Schneider-Ammann wird sich freuen, denn so dürfte die Maturarate bald gegen null sinken. Dem künftigen Bildungsminister war immer klar: Nur Handwerk hat goldenen Boden.
Karin Hoffsten

Verursachende

Die Gratiskonkurrenz «20 minuten» berichtete über einen Unfall: «Eine Fussgängerin ist mit einem Auto zusammengeprallt. Ob es Todesopfer gab, konnte die Kantonspolizei Basel gestern noch nicht bestätigen.» WOZ-Leser S. schrieb empört, dass neben gemeingefährlichen Velorowdys nun auch noch rücksichtslose Fussgängerinnen ungeschützte AutolenkerInnen gefährdeten. Wie wir nachträglich in Erfahrung bringen konnten, hatte der Lenker in diesem Fall Glück. Die Fussgängerin, die mit dem Rollator dahergestürmt war, fiel ihrem Fehlverhalten zum Opfer.
Karin Hoffsten

Brauchbarere

In der WOZ Nr. 49/12 beschrieb Kollegin H. die Betonierung eines Schüttsteins mit Nestargel und warnte vorsorglich vor der irreversiblen Versiegelung sensibler Spuckkindermägen mit besagtem Produkt. Eine Mutter versicherte uns daraufhin, dass Nestargel unbesorgt angewendet werden könne. Jenen Eltern jedoch, die beim Gedanken, ihrem Kind ein Nestlé-Produkt zuzuführen, selbst ein Würgreiz plage, empfahl sie Johannisbrotkernmehl aus dem Reformhaus: Es sei preiswerter und absolut nesfrei. Damits erst recht ein Prachtkind wird!
Franziska Moor

Velwechserte

Bedauerlicherweise entstand in dieser Rubrik letzte Woche der Eindruck, die Tarnung des WWF am WEF sei sowieso unbrauchbar gewesen: Die UndercoveraktivistInnenen hätten den falschen Buchstaben überklebt, seien also mit WWE am Revers herumgelaufen. Wir bitten den WWF in aller Form um Entschuldigung – selbstverständlich wurde das zweite W mit einem E verdeckt! Als Ursache vermuten wir eine KKLI (Kurzfristige Kollektive Legasthenieinfektion), eingeschleppt durch EU-AgentInnen.
Karin Hoffsten

Beglückende

Im «Tages-Anzeiger» wurde kürzlich ein bemerkenswerter junger Mann porträtiert. Im Artikel erfuhren wir, dass er seine glückliche Kindheit mit zwei lesbischen Müttern verbracht hat, was auch unsere Herzen wärmte. Wir erlauben uns, ergänzend darauf hinzuweisen, dass der junge Mann auch heute in einer Wohngemeinschaft mit Vorbildcharakter lebt; wie auf dem beigestellten Foto deutlich zu lesen ist, steht auf einem Zettel an der Küchenwand: «Wo ist die WOZ?» WGs, die sich dieser grundlegenden Frage erst theoretisch nähern, helfen wir unter abo@woz.ch gerne weiter.
Karin Hoffsten

Brandheisse

Noch bis März ist an der Spielzeugausstellung in Schwyz eine Spielzeugkanone zu bewundern, die wie diejenige sei, mit der einst der spätere General Dufour als Bub übte, stand in der NZZ: «Es klingt gefährlich, doch diese Kanonen wurden tatsächlich mit aus Schiesspulver selbst geformten Kugeln geladen und gefeuert.» Wir meinen, das klingt nicht nur gefährlich. Denken Sie dran, wenn Ihr Kind unterm Christbaum die Kanone feuert!
Karin Hoffsten

woznews@woz.ch

Wenn Ihnen der unabhängige und kritische Journalismus der WOZ etwas wert ist, können Sie uns gerne spontan finanziell unterstützen:

Überweisung

PC-Konto 87-39737-0
BIC POFICHBEXXX
IBAN CH04 0900 0000 8703 9737 0
Verwendungszweck Spende woz.ch