Nr. 05/2013 vom 31.01.2013

Weit reichende Einfälle

Von Karin Hoffsten

Weil 2014 die Beschränkungen der Einwanderung aus Rumänien und Bulgarien in Britannien wegfallen werden, kam britischen PolitikerInnen eine Idee: Anti-Image-Kampagnen in den betreffenden Ländern sollen potenziellen ImmigrantInnen die Lust am Auswandern austreiben. Im Vereinigten Königreich drohten «Regen, Nebel und Blutwurst zum Frühstück», zitierte «Tages-Anzeiger Online» den «Guardian», dessen LeserInnen jetzt lustige Plakatvorschläge entwerfen.

Nun flackern ja auch an unserem östlichen Horizont längst drohend die fernen Feuerstürme des Reiches Mordor, hier verharmlosend EU-Osterweiterung genannt, weshalb die Idee auch bei uns auf breite Zustimmung stösst. Eine solche Kampagne würde auf unseren Grundwerten Freiwilligkeit und Selbstverantwortung basieren und wäre fast kostenneutral, denn das Material liegt schon vor: Mit Messerstechern, Ratten, Raketenminaretten, Halsaufschlitzern oder schwarzen Schafen bieten SVP-Kampagnen eine reichhaltige Palette an abschreckenden Motiven.

Statt diese Sujets ständig im Inland zu veröffentlichen, wo sie bei der Restbevölkerung Symptome von Selbsthass und Fremdschämen auslösen und so die Gesundheitskosten in die Höhe treiben, gehören sie ins Ausland: Dann wirds den Leuten dort schlecht, und wir sparen uns den Masseneinwanderungs- und Ecopop-Kram.

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