Nr. 10/2013 vom 07.03.2013

Ewige Eva

Von Karin HoffstenMail an AutorIn

Ewige Eva

Kürzlich las ich, dass bei einem Banküberfall in einem Emirat eine Frau das Fluchtauto lenkte. Die Nachricht dürfte saudische Männer darin bestärkt haben, dass es nicht gut kommt, wenn Frauen Auto fahren dürfen. Das denkt sich zwar auch hierzulande mancher, doch immerhin ist das Autofahren den Frauen nicht verboten. Wie wir in unseren Breiten ja überhaupt alles dürfen, was wir wollen, weshalb den meisten der internationale Frauentag komplett egal ist.

Umso verdienstvoller sind die Bemühungen der Wirtschaft, uns die Bedeutung des 8. März wieder in Erinnerung zu rufen. Ein Grossverteiler will am «Tag der Frau für blühende Farbtupfer» sorgen und «mit Rosen von Havelaar Freude bereiten». Mit Carefree und o.b. bringt Johnson & Johnson «ein Hoch auf die Frauen» aus und «wünscht Ihnen alles Gute zum Tag der Frau (…) mit einer pinken Gerbera Blume und einem Geschenk». Natürlich nur solange Vorrat.

Und die Buchhandlung Orell Füssli macht «den grossen ‹Tag der Frau› zu Ihrer Nacht!» und lädt am 8. März nach Ladenschluss in diverse Filialen. Im «exklusiven Programm für unsere Kundinnen» warten Yogakurse, Handlesen, Proseccobar, Käsebuffet und gemeinsames Cupcakes-Dekorieren.

Leider ist schon alles ausgebucht. Als Alternative wollen wir miteinander darauf lauschen, wie Clara Zetkin im Grabe rotiert.

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