Nr. 07/2014 vom 13.02.2014

Erwerbsarbeit

Unter dem Titel «Erwerbsarbeit: drin und plötzlich draussen» findet die nächste Veranstaltung im Rahmen der Politischen Abendgottesdienste statt. Gast ist der Sozialpädagoge Andy Vogt, der über seine persönlichen Erfahrungen spricht.

Zürich Kirche St. Peter (St. Peterhofstatt), 
Fr, 14. Februar 2014, 18.30 Uhr, im Anschluss an das öffentliche Schweigen der Frauen für den Frieden um 17.45–18.15 Uhr beim Fraumünster.

Naturkatastrophen

Beim nächsten «Pub Talk» – kurze Vorträge mit anschliessender Diskussion – von Médecins Sans Frontières / Ärzte ohne Grenzen (MSF) geht es um psychologische Bedürfnisse nach Naturkatastrophen. Die beiden MSF-Mitarbeiterinnen Esther Sterk und Ana Maria Tijerino erzählen von ihrer Arbeit auf den Philippinen im November 2013, kurz nachdem der Taifun Haiyan grossen Schaden angerichtet hatte.

Esther Sterk leistete als Ärztin medizinische Soforthilfe und versuchte, mit dem Helikopter diejenigen Menschen zu erreichen, die keinen Zugang zu medizinischer Versorgung hatten. Ana Maria Tijerino war auf der Insel Panay als Psychologin im Einsatz. Sie hat mit Menschen Gespräche geführt, die nach dem Sturm unter enormer psychischer Belastung standen.

Zürich Cabaret Voltaire, Spiegelgasse 1, 
Do, 20. Februar 2014, 19 Uhr. Die Veranstaltung findet auf Englisch statt.

Sans-Papiers

Putzen, hüten, pflegen: Mehr als 40 000  Frauen ohne geregelten Aufenthaltsstatus halten täglich schweizweit unsere Haushalte in Schuss. Allein im Kanton Zürich beschäftigt jeder 17. Privathaushalt meist stundenweise eine Sans-Papiers-Hausarbeiterin. Ihre Erwerbstätigkeit ist geprägt durch äusserst prekäre Arbeits- und Lebensbedingungen, das Fehlen eines sozialen Schutzes und die ständige Angst vor einer polizeilichen Ausschaffung.

Eine Ausstellung mit Bildern, Installationen und Videos gibt Einblick in dieses Leben im Schatten. Im Rahmenprogramm wird der Film «Sans-Papiers in der Schweiz» von Andreas Hössli gezeigt. Er porträtiert MigrantInnen ohne geregelten Aufenthaltsstatus (vor allem Hausarbeiterinnen) und begleitet sie in ihrem Alltag. Sie erzählen von den Schwierigkeiten und Ängsten, die aus ihrem irregulären Status entstehen. Im Anschluss an die Filmvorführung findet eine Diskussion statt. Die TeilnehmerInnen: Sans-Papiers-Hausarbeiterin Lucia Santos, Elisabeth Joris (Präsidentin des Vereins «Hausarbeit aufwerten – Sans-Papiers regularisieren») und Bea Schwager (Leiterin der Sans-Papiers-Anlaufstelle Zürich).

Zürich Reformierte Kirche Offener St. Jakob, 
am Stauffacher, Mi, 19. Februar 2014, 19 Uhr.

Nahrungsmittel

Woher stammen unsere Nahrungsmittel? Wie werden sie produziert? Unsere Kaufentscheide haben Auswirkungen auf unsere Gesundheit, beeinflussen aber auch die Umwelt und das Leben anderer Menschen. Die Wanderausstellung «Wir essen die Welt» von Helvetas über Genuss, Geschäft, Hunger, Überfluss und Globalisierung macht nun Station in Bern. Im Rahmenprogramm gibt es eine Mittagsveranstaltung mit Michael Beer zum Thema «Welche Ernährung empfiehlt der Staat?». Michael Beer ist Lebensmittelingenieur und Leiter der Abteilung Lebensmittel und Ernährung im Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen.

Bern Käfigturm, Marktgasse 67, Michael Beer: 
Do, 13. März 2014, 12.15 Uhr. Die Ausstellung wird später noch in weiteren Städten gezeigt.

Die Ernährung ist für zwanzig Prozent unseres Energieverbrauchs und für zwanzig Prozent unserer Treibhausgasemissionen verantwortlich. Worauf können wir als KonsumentInnen achten? Reicht der Einkauf von Produkten mit dem Biolabel? Soll ich den Biosaisonapfel aus Neuseeland kaufen oder lieber den gelagerten Apfel aus der Schweiz? Welche Produkte sind wirklich umweltschonend?

Bei solchen Fragen setzen die Workshops «Bewusst kochen!» des Ökozentrums Langenbruck an. Ein Koch aus Basel oder aus der Region wird jeweils sein Wissen über nachhaltiges Kochen teilen. Das sinnliche Element des Kochens soll mit der Vermittlung von Hintergrundinformationen und dem Kennenlernen von Alternativen für einen nachhaltigen Konsum verbunden werden.

Basel Frank, Theaterstrasse 7, Di, 25. Februar 
und 18. April 2014. Kosten 120 Franken pro Anlass. Anmeldungen: 061 681 15 15 oder 
mail@frankbasel.ch.

Mexiko

Der deutsche Dokumentarfilm «Wenn das Land zur Ware wird» von Dorit Siemers und Luz Kerkeling illustriert die Bedrohung der indigenen Gemeinden im Süden Mexikos durch Monokulturen, Umsiedlungen ganzer Bevölkerungen in sogenannte «nachhaltige Landstädte», Tourismusprojekte und Repression. Das Land wird immer mehr von Politik und Wirtschaft begehrt und wandelt sich so in eine Ware, ohne dass die betroffenen Menschen konsultiert und einbezogen würden. Das Filmteam reiste mehrere Monate durch Mexiko und sprach mit Betroffenen, Medienleuten, Wissenschaftlerinnen, Menschenrechtsverteidigern, VertreterInnen von Frauenorganisationen und Umweltorganisationen wie auch mit Leuten aus Politik und Wirtschaft. Der Film wird nun im Rahmen der «Uni von unten» gezeigt.

Basel Internetcafé Planet 13, Klybeckstrasse 60, Mo, 17. Februar 2014, 19 Uhr.

Regenwald

170 Jahre nach der Gründung als Privatkönigreich gehört Sarawak zu Malaysia und wird von Potentat Abdul Taib Mahmud regiert. Neunzig Prozent des Urwalds sind unter seiner Herrschaft verschwunden, dafür hat die Herrscherfamilie ein Milliardenvermögen erworben und rund um den Globus verteilt.

Lukas Straumann traf Whistleblower, Indigene und Anwälte, die sich gegen die Zerstörung des tropischen Regenwalds wehren. In seinem Buch «Raubzug auf den Regenwald. Auf den Spuren der Malaysischen Holzmafia» erzählt Straumann am Beispiel von Betroffenen wie den Penan, Südostasiens letzten nomadischen Sammlern und Jägern, die fesselnde Geschichte des Regenwalds von Borneo bis zu seiner Zerstörung in der Gegenwart. Das Buch wird mit Podiumsdiskussionen vorgestellt. Die TeilnehmerInnen: Lukas Straumann, Monika Roth (Anwältin und Professorin für Finanzmarktrecht und Compliance), die grüne Nationalrätin Maya Graf (nur in Bern) und Verleger André Gstettenhofer.

Zürich Sphères, Hardturmstrasse 66, 
Mi, 19. Februar 2014, 19.30 Uhr.

Bern Kornhausforum, Kornhausplatz 18, 
Do, 20. Februar 2014, 19 Uhr.

Basel Literaturhaus, Barfüssergasse 3, 
Mi, 26. Februar 2014, 19 Uhr.

Palästina

«Als ich zwölf war, ging mein Vater nach Palästina zurück. Ohne uns. Wir blieben in Berlin. Sein Traum, sich ein Haus zu bauen und für die Freiheit Palästinas zu kämpfen, scheiterte: Er wurde von den Israelis ausgewiesen. Seitdem er wieder in Berlin ist, sitzt er unten im Keller. Wie eine Schildkröte zurückgezogen in den Panzer. Meine Mutter wohnt oben. Sie streiten nicht mehr, sie gehen sich aus dem Weg. In unserem Haus herrscht Stille.»

Pary El-Qalqilis Film «Schildkrötenwut» erzählt die Geschichte eines Manns, dessen Leben geprägt ist von Flucht und Vertreibung. Die Filmemacherin will endlich verstehen, warum Palästina ihrem Vater so viel bedeutet. Sie stellt ihm Fragen und erwartet vom verschlossenen Mann Antworten. Gemeinsam begeben sie sich auf eine Reise nach Ägypten, Gaza, ins Westjordanland und nach Israel.

Zürich Kino Xenix, Kanzleistrasse 52 
(beim Helvetiaplatz), So, 16., und So, 
23. Februar 2014, 12 Uhr.

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