Nr. 07/2014 vom 13.02.2014

Von Jürg Fischer und Karin HoffstenMail an AutorIn

Geneigte

Unter den internationalen BeobachterInnen der Abstimmung über die Masseneinwanderungsinitiative befand sich auch die «New York Times», die auf ihrer Website schrieb: «‹It is far more than a political slap in the face,› the left-leaning newspaper Neue Zürcher Zeitung wrote in an editorial published on its website after the result was announced.» Ja, ja, rinks und lechts, die kann man schon velwechsern; doch sei willkommen, NZZ, in unserem Lager. fi

Transgenuistische

Was kann man noch verwechseln? Das Geschlecht, nicht nur der Menschen, sondern auch der Dinge und Begriffe. «Der Abwanderung stellt die Überlebensfähigkeit von Japans ländlichen Gebieten auf die Probe», schrieb die NZZ herself in einem Titel. Das Abwanderung ist des Japaners Lust, das Zuwanderung des Schweizers Frust. fi

Gewählte

«Der Schub, der die AL durch Richard Wolff als Polizeivorsteher erhält, wirkte sich auch im Gemeinderat aus.» Und bis in die Zeilen des «Tages-Anzeigers», sofern man AL als Alternative Linguistik deutet. fi

Irrtümliche

Weil es kürzlich auf RTL anscheinend ziemlich langweilig zu- und herging, hiess es im «Blick am Abend»: «Auch die Kollegen bei RTL hatten scheinbar Mühe, gute Geschichten zu finden.» WOZ-Leser G. stellte daraufhin fest: «Deutsch ist scheinbar eine einfache Sprache.» Und melancholisch ergänzen wir nach dem letzten Sonntag: Das Schweizer Volk ist scheinbar weltoffen.

Schutzbefohlene

Deshalb hat besagtes Volk auch schon die nächste Initiative auf ihren beschwerlichen Weg geschickt, ihr Name lautet: «Schutz vor Sexualisierung in Kindergarten und Primarschule», mit anderen Worten: Fertig mit grusigen Doktorspielen im Chindsgi! Doch der «Tages-Anzeiger» enthüllte: «Die Sexualkunde-Initiative verhindere wirksamen Schutz von Kindsmissbrauch, warnen die Gegner.» Nun, im privaten Rahmen sollte der doch problemlos weiterhin möglich sein.

Genesende

Die Sprachbilder der Woche lieferte diesmal «Tages-Anzeiger Online»: «Anstatt Geschichte zu machen, wurde sie von der Geschichte überrollt. Es war eine bittere Pille, an der sie und ihre Vertrauten lange Zeit schluckten.» Erst platt gemacht werden und dann noch was im Hals stecken haben – das wünschen wir keiner! Hoffentlich gehts Hillary Clinton 2017 wieder gut.

Galante

«Frauenanteil in der Zürcher Politik seit 1994 rückläufig», meldete der «Tages-Anzeiger». Vielleicht umwerben die Parteien ihre Frauen ja falsch?, überlegten wir. Denn im Kader-Stellenmarkt «Alpha» wurde kürzlich empfohlen, statt verwirrender Kürzel die Geschlechter doch einfach auszuschreiben, wie zum Beispiel: Gemeinderätin/Gemeinderat gesucht. Denn «diese Art der Schreibweise erlaubt es, das Weibliche voranzustellen, so wie bei einem feinen Essen die weiblichen Gäste zuerst bedient werden». Also los, Genossen: Nach der Sitzung kriegt zuerst die Genossin ihr Bier!

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