Nr. 09/2014 vom 27.02.2014

Armut und Reichtum

Was brauchen wir zum Leben? Was ist zu wenig, und was ist mehr als genug? Während sich im Norden immer mehr Menschen kritisch mit der Wachstumsideologie auseinandersetzen und ihr Suffizienz, eine Reduzierung der Ansprüche und mehr Gemeinschaft entgegenstellen, haben viele Menschen im Süden nicht genug zum Leben. Aber auch in der Schweiz haben nicht alle am Wohlstand teil. Was bedeutet das für die Menschen, und wer sagt, was genug ist? Das wird am Zentralschweizer Romerotag diskutiert. Anschliessend gibt es eine Olla Común, ein gemeinsames Suppenessen in der lateinamerikanischen Tradition.

Luzern RomeroHaus, Kreuzbuchstrasse 44, 
Sa, 22. März 2014, 9.30–17 Uhr. 
Anmeldung bis 7. März 2014: www.romerohaus.ch, veranstaltungen@romerohaus.ch oder 058 854 11 13. Tagungskosten (inkl. Mittagessen): 30–90 Franken; Olla Común (anmelden bis 17. März 2014): 17–20 Uhr, freiwilliger Unkostenbeitrag.

Atomkatastrophen

Kinder von Fukushima, junge Erwachsene von Tschernobyl: Der Filmevent zum dritten Jahrestag der Katastrophe im japanischen Kernkraftwerk Fukushima Daiichi befasst sich mit der Frage, was es für junge Menschen bedeutet, in einer verstrahlten Heimat aufzuwachsen. Dazu sind zwei Dokumentarfilme zu sehen, «Chernobyl 4ever» und «A2-B-C».

Der in Tokio ansässige Dokumentarfilmer Ian Thomas Ash erzählt in «A2-B-C» von den Ängsten und Konflikten in einer Gemeinde am Rand der Sperrzone von Fukushima. Ash lässt die Familien über ihre alltäglichen Sorgen in diesem kontaminierten Gebiet sprechen. Sie alle möchten vergessen, was am 11. März 2011 geschah. Andererseits liegt die Überwachung der Strahlenbelastung weitgehend in ihren eigenen Händen.

Im Anschluss an die Vorführung von «A2-B-C» folgt eine Diskussion zum Thema «Radioaktivität: Folgen für Mensch und Umwelt» mit Martin Walter (Ärzte für soziale Verantwortung) und André Herrmann (Berater Strahlenschutz, Präsident Eidgenössische Kommission für Strahlenschutz bis 2012).

Eine Tragödie verschwindet aus dem Gedächtnis: Neben technischen Fragen geht der Film «Chernobyl 4ever» von Alain de Halleux den soziologischen Folgen der bis damals grössten Industriekatastrophe nach. Im Zentrum steht eine junge ukrainische Rockband, die einige ihrer Songs den Liquidatoren von Tschernobyl widmete und die de Halleux durch die Sperrzone bis vor den Sarkophag des Unglücksreaktors führt. «Ich kannte das nur von Bildern», äussert sich dazu eines der Bandmitglieder. Für den Grossteil der nach 1986 Geborenen ist Tschernobyl heute nur noch ein Begriff der Merkwürdigkeit und der Faszination. Doch es sind immer wieder junge Menschen bereit, sich mit diesem Unfall zu beschäftigen.

Zürich Rote Fabrik, Seestrasse 395, Freitag, 7. März 2014, 18 Uhr: «A2-B-C» (englisch) und Diskussion. 
21 Uhr: «Chernobyl 4ever. Die junge Ukraine 
eine Generation nach dem Supergau» (deutsch).

Benefiz

Der Verein Basak lädt ein zum Konzert von Mogollar, einer anatolischen Folkrockgruppe. Der Eintrittserlös fliesst in die Projekte der Basak-Stiftung für Kultur und Bildung in Istanbul. Diese ermöglicht mittellosen Kindern kostenlosen Zugang zur Grundbildung und das Erwerben musischer und handwerklicher Kenntnisse.

Zürich Volkshaus, Stauffacherstrasse 60, 
Sa, 1. März 2014, 20 Uhr.

Lateinamerika

Die PDA lädt ein zur Veranstaltung «Sozialismus des 21. Jahrhunderts?». René Lechleiter, Mitglied im Koordinationsausschuss der letztes Jahr gegründeten Organisation ALBA Suiza, wird die aktuellen Entwicklungen in Venezuela beleuchten, wo es grosse Fortschritte beispielsweise in Bildung, Gesundheitswesen oder Armutsbekämpfung gibt.

Bern Brasserie Lorraine, Quartiergasse 17, 
Di, 4. März 2014, 20.15 Uhr.

Longo Maï

1973 brachen ein paar junge SchweizerInnen in Richtung Provence auf und gründeten dort die Landkooperative Longo Maï. Zum Vierzigjahrbestehen von Longo Maï zeigt die Zürcher Rote Fabrik eine Ausstellung mit Objekten aus den Kooperativen, einem Wunschbaum der Utopie, Videoinstallationen, audiovisuellen Stationen, Mittagsgesprächen und Führungen. Andreas Schwab, Kurator und Autor von «Landkooperativen Longo Maï. Pioniere einer gelebten Utopie», liest aus dem Buch und diskutiert mit Mitgliedern der Kooperative.

Zürich Rote Fabrik (Shedhalle), Seestrasse 395, 
Do, 6. März 2014, 19.30 Uhr.

Medien

«Was wollen eigentlich die MedienkonsumentInnen? Reichen ‹gute› Inhalte, oder ist das Bedürfnis nach Orientierung und Struktur heutzutage von viel grösserer Bedeutung? Welche Modelle haben Zukunft?» Diese und andere Fragen debattieren Matthias Daum (Leiter Schweizer Büro «Die Zeit»), Mathias «Matze» Möller (Online- und Social-Media-Redaktor beim Jugend-TV-Sender Joiz), Luzia Tschirky (Journalistin, unter anderem für die «Rundschau», engagiert im Verein Junge Journalisten Schweiz).

Zürich Zentrum Karl der Grosse, Kirchgasse 14, 
Do, 6. März 2014, 19 Uhr.

Migration

Das Zürcher Café Migration bietet einmal monatlich Gelegenheit, in lockerem und gemütlichem Rahmen mit Fachpersonen über ausgewählte Aspekte der Migration zu diskutieren. Nach einem fachlichen Input durch die jeweiligen Gäste können Fragen gestellt, Meinungen ausgetauscht und eigene Erfahrungen eingebracht werden. Die nächste Veranstaltung trägt den Titel «Integration – ein schillernder Begriff». Wo früher Assimilation der Zugewanderten gefordert wurde, rufen heute alle nach Integration. Integrationskredite, Integrationsvereinbarungen, Integrationsfachstellen – ein eigentlicher Integrationsmarkt scheint da zu entstehen. Doch was ist mit Integration gemeint? Wer will sie und mit welchem Ziel? Die kantonale Integrationsbeauftragte Julia Morais erläutert ihr Verständnis von Integration und wie der Kanton Zürich diese unterstützt.

Zürich Solino, Schanzengraben 15 (Eingang 
hinter dem Haus), Mi, 5. März 2014, 18–20 Uhr. Unkostenbeitrag 10 Franken inkl. Getränk.

Sozialhilfe

Die Unabhängige Fachstelle für Sozialhilferecht (UFS) lädt zur Filmvorführung ein: In Anwesenheit von Regisseur Mischa Hedinger wird im Gemeinschaftsraum der ABZ der Dokumentarfilm «Assessment» gezeigt. Der Film blickt hinter die Kulissen des Sozialstaats und zeigt die von Macht und Ohnmacht geprägten Gespräche zwischen BehördenvertreterInnen und Betroffenen (siehe WOZ Nr. 4/14).

Zürich Gemeinschaftsraum der ABZ, Seebahnstrasse 201, Mi, 5. März 2014, 20 Uhr.

Wirtschaftswachstum

Der Dokumentarfilm «Growthbusters» von Dave Gardner untersucht das Phänomen der Wachstumsanbetung. Das Vorgehen ist dabei für einen Umweltfilm aussergewöhnlich. «Growthbusters» geht weniger auf Tatsachen im Zusammenhang mit Verschmutzung und Ressourcenverbrauch ein, sondern vielmehr auf unsere kulturellen Schwachstellen. Warum verhalten wir uns nicht rational in Anbetracht der Umweltsituation? Warum sind Fragen nach Bevölkerungswachstum so schwierig? Warum ist uns eine florierende Wirtschaft wichtiger als ein gesunder Planet? Wie funktionieren diese Psychologie der Verdrängung und dieses Massenverhalten überhaupt? Das sind die Fragen, die in «Growthbusters» thematisiert werden.

Zürich Rote Fabrik, Seestrasse 395, 
Do, 6. März 2014, 19.30 Uhr.

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