Nr. 10/2014 vom 06.03.2014

Von Jürg Fischer und Karin HoffstenMail an AutorIn

Tapsige

In der Reihe «Café scientifique» an der Universität Basel wird folgende Veranstaltung angekündigt: «Volksleiden Rheuma – Eine Krankheit, bei der die Medizin im Dunkeln tabbt.» Wir wissen auch nicht wirklich Bescheid, aber bei der vorliegenden Formulierung scheint es sich um einen Fall von Weichteilrheuma zu handeln.
Jürg Fischer

Gradlinige

Dem «Tages-Anzeiger» sind die Buchstaben schon vorherige Woche weich geworden: «Ein packender, beunruhigender, mutiger ‹Tatort› (Regie: Florian Baxmayer), der auf dem schmalen Grad zwischen rassistischer Stereotypie und feiger Political correctness balanciert, ohne abzustürzen.» Tatsächlich ein Kunststück, sofern es sich nicht um einen Breitengrad handelt.
Jürg Fischer

Buddhistische

Unser Aufsehen erregte die Meldung «Ein Toter nach Wingsuit-Sprung» aus «20 Minuten»: Ein Mann sprang aus dem Helikopter, stürzte ab und wurde am Boden auch noch von einer Lawine verschüttet. «Die Leiche des Mannes kann erst im Sommer geboren werden.» Wahrscheinlich vom Berg, mit dem Risiko, danach Maus zu sein,
Jürg Fischer

Vorkostende

«Ein feiner Chasselas aus dem Waadtland empfindet der Verkoster tendenziell als eher leicht.» Der Leser die unterbliebene Korrektur dieses Satzes aus der «NZZ am Sonntag» aber auch.
Jürg Fischer

Weiche

Passend dazu hier noch eine kulinarische Empfehlung der ganz besonderen Art: «Die beiden schwimmenden Käsebrötchen können ohne Zähne verspeisten werden.» Der Tipp fand sich nicht in «ZT», dem Fachorgan für Zahntechnik, sondern im «Tages-Anzeiger».
Karin Hoffsten

Eigenwillige

Im Januar lud Papst Franziskus alle Gläubigen ein, ihm per Fragebogen ihre Meinung zu den Themen Sexualität und Ehe mitzuteilen, um sie dann mit den Bischöfen der Welt zu diskutieren. Allein aus der Schweiz antworten rund 25 000 KatholikInnen. Erst jetzt erreichte uns die Nachricht aus dem Liechtensteiner «Volksblatt», dass der Erzbischof des Bistums Vaduz das Antworten kurzerhand selbst übernommen habe. Was Wolfgang Haas seinem Oberhirten mitgeteilt hat, konnten wir leider nicht in Erfahrung bringen. Dass ihm die «Anerkennung gleichgeschlechtlich eingetragener Partnerschaften» mehr am Herzen liegt als die «Verwendung von Kondomen und hormonellen Methoden der Empfängnisverhütung», ist möglich.
Karin Hoffsten

Eigenwillige II

Der Ständerat hat die Deklarationspflicht von Rohstoffen in Lebensmitteln erneut abgelehnt. «Das Konsumentenforum kf begrüsst diesen Entscheid», hiess es in einer Medienmitteilung. Der «kf»-Geschäftsführer meint nämlich: «Wer mit hundertprozentiger Sicherheit wissen will, was genau sich in seiner Lasagne oder auf seiner Pizza befindet, ist sowieso am besten bedient, wenn er diese selber macht und sie nicht als Fertigprodukte bezieht.» Fortan pflanzen wir unseren Weizen wieder im Garten und erlernen das Schlachten.
Karin Hoffsten

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