Nr. 23/2014 vom 05.06.2014

Von Jürg Fischer und Karin HoffstenMail an Autor:in

Referierte

Über das Tennisturnier in Roland Garros schrieb die NZZ: «Dabei wäre die Pariser Schickeria bereit gewesen, dem heurigen Überraschungsmann die Referenz zu erweisen.» Was wiederum uns überrascht, denn die Pariser Schickeria ist nicht eine, der man öfter mal ein f für ein v vormachen kann.
Jürg Fischer

Verwirrende

Auf die Frage, ob unsere ParlamentarierInnen eigentlich selbst den sozialen Schichten entstammen müssten, die sie politisch vertreten, sagte die Politologin Sarah Bütikofer im Interview auf dem Onlineportal «Watson»: «Man kann etwa Paul Rechsteiner nicht vorwerfen, dass er sich nicht um sozial Schwache kümmern würde, obwohl er es selber nicht ist.» Also ehrlich gesagt: Wären uns Hintergrund, Gesinnung und Handeln des St. Galler Ständerats nicht einigermassen vertraut, würden wir uns jetzt fragen, ob man dem Mann nicht doch irgendwas vorwerfen müsste.
Karin Hoffsten

Tierliebende

Einmal mehr bewies der «Tages-Anzeiger» sein Geschick in der Kunst des Kombinierens und platzierte die Hinweise «Therapie-Tiere: Sie helfen bei der Behandlung von Hirnverletzten» und «Tsetsefliegen: Warum sie die Schlafkrankheit so perfekt übertragen» exakt nebeneinander. Ist es nicht fantastisch, was in der Tierwelt so alles möglich ist? Beim schnellen Drüberlesen kann einem die Tsetsefliege doch direkt sympathisch werden.
Karin Hoffsten

Verzögerte

Es stand in der «Nordwestschweiz»: «Das Gefängnis wird aber zugunsten einer Massnahme aufgeschoben. Die psychische Erkrankung der Beschuldigten und die Tatsache, dass sie seit knapp vier Monaten Mutter eines Jungen geworden ist, führten die Richter zu diesem Entschluss.» In manchen Regionen dauern Geburten nun mal etwas länger.
Karin Hoffsten

Umgewandelte

Auf «Tages-Anzeiger Online» lasen wir: «Der Verein heisst Momo, die Abkürzung steht für Monetäre Modernisierung. Doch der Bezug zum literarischen Namensvetter sei durchaus gewollt, sagt der Präsident Hansruedi Weber auf Anfrage.» Dass Michael Endes Momo zweifelsfrei weiblich ist, wissen seit der Verfilmung mit dem wuschelköpfigen Mädchen sogar jene, die den Roman nie gelesen haben. Aber egal! Denn wie seine literarische Namensbase setzt sich der Verein gegen die grauen Herren ein, diesmal jene in den Banken. Und Sie können mitmachen: Die Unterschriftensammlung für die Vollgeldinitiative hat soeben begonnen!
Karin Hoffsten

Annähernde

Der «Tages-Anzeiger» wusste: «Wer einen Wingsuit trägt, kann das Gelände entlanggleiten, Proximity Flyer heissen jene, die genau das versuchen.» Und Proximity German Language User nennen sich jene, die auch gern mal an der deutschen Sprache entlanggleiten.
Karin Hoffsten

Angesagte

Auch die «SonntagsZeitung» spart jetzt offenbar am «an», dort hiess es nämlich: «Schweizer Touristen ficht das nicht.» Aber eigentlich geht uns das ja gar nichts.
Karin Hoffsten

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