Nr. 28/2014 vom 10.07.2014

Wo das Schicksal pulst

Von Karin Hoffsten

Das Sommerloch zeigt sich heuer nicht am Wetter, sondern in den Medien. Neben den drei grossen Ws – WM («Im Tal der Tränen»), Wimbledon («Hauptsache, die Kinder sind gesund») und Wissensmagazin («Du und dein Hirnlappen – ein Schreinermeister packt aus») – findet dort ja nur noch die «Affäre Mörgeli» statt, wo sich in Folge 3769 ein Wadenbein zu Wort meldete: «Mit Staubmaske wäre es einfacher gewesen.»

Drum heute hier bloss ein kurzer Querschnitt durch die geheimnisvolle Korrespondenz, die meist im Spamordner landet – unverdienterweise! Doch lesen Sie selbst:

«Ich heisse Frau Ella Siutz, eine amerikanische Frau. Ich bin 74 Jahre alt und leider von Krebs. Laut meinen Arzt kann ich nicht mehr als 2 Monaten leben, deswegen habe ich mich entschieden, ein Teil von meinem Reichtum zu Ihnen zu spenden. Finden Sie mich! Vielleicht bin ich Ihr Schicksal! Jetzt bin ich in Ihrem Land! Die Transaktion ist ohne Risiko, da es strategisch geplant abgeschlossen erfolgreich. Hinweis: Dies ist eine Zwangsmassnahme. Einhaltung Mai tot Suspension Service in den nächsten 48 Stunden schläfrig. Wie geht es Ihnen heute, hoffe, Sie sind in einwandfreiem Zustand? Vielen Dank, dass Sie sich für unseren Service. An dieser Stelle werde ich meinen Brief beenden. PS Ich freue mich darauf, online, Ich will dich!»

Du mich auch.

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