Nr. 42/2014 vom 16.10.2014

Bevölkerungspolitik

Argumentieren gegen die Vermischung von ökologischen Zielen und Bevölkerungspolitik beispielsweise durch die Ecopop-Initative: Balthasar Glättli, Mitautor von «Die unheimlichen Ökologen» (siehe WOZ Nr. 24/14), und Thomas Haemmerli, Präsident der «Gesellschaft of fene und moderne Schweiz» (GomS) und Autor von «Der Zug ist voll», lesen aus ihren Publikationen. Anschliessend gibt es eine Diskussion über Ecopop.

Baden Kulturbetrieb Royal beim Bahnhof, 
Do, 23. Oktober 2014, 20.30 Uhr. Eintritt frei.

Chilenische Flüchtlinge

Am 11. September 1973 putschten Augusto Pinochets Militärs gegen die demokratisch gewählte sozialistische Regierung Salvador Allendes in Chile und begannen mit einer blutigen Unterdrückung, die Tausende ins Exil zwang. Der Schweizer Bundesrat wollte keine chilenischen Flüchtlinge aufnehmen – sie seien zu politisch und gefährlich. Doch es kam zu einer Welle der Solidarität. Die Idee der Freiplatzaktion aus den vierziger Jahren – Flüchtlinge bei sich aufzunehmen – wurde wieder aufgegriffen. So konnten sich schliesslich rund 2000 ChilenInnen in der Schweiz in Sicherheit bringen. Darüber hat Regisseur Daniel Wyss den Film «Das Boot ist nicht voll» gedreht. Dieser wird nun in Luzern in Anwesenheit von Wyss gezeigt. Ebenfalls dabei sein wird Juso-Präsident Fabian Molina, dessen Vater als Flüchtling aus Chile in die Schweiz kam.

Luzern Stattkino, Bourbaki-Panorama, Löwenplatz 1, So, 19. Oktober 2014, 16 Uhr.

Datenschutz

Im Rahmen der «Uni von unten» lädt die Basler Liste 13 ein zum nächsten Vortrag in der Reihe «Datenschutz & Co.»: Der Informatiker Sven Röhler referiert über die Defense Advanced Research Projects Agency (DARPA), eine Behörde des Verteidigungsministeriums der USA, die Forschungsprojekte für die Streitkräfte durchführt.

Basel Internetcafé Planet 13, Klybeckstrasse 60, Mo, 20. Oktober 2014, 19 Uhr.

Ernährungssouveränität

Ernährungssouveränität ist die zentrale Forderung der kleinbäuerlichen Bewegungen in Bangladesch. Angesichts von Klimawandel und Landkonflikten setzen sie sich für eine gerechte Landverteilung und eine selbstbestimmte Agrarproduktion ein. Eigene Parzellen sowie kulturell und ökologisch angepasstes Saatgut sehen sie als Basis für die Nahrungsmittelversorgung. Jürgen Kraus und Heiko Thiele drehten den Film «Über den Tellerrand. Ernährungssouveränität in Zeiten des Klimawandels», der in der Autonomen Schule Zürich gezeigt wird.

Zürich Autonome Schule, Bachmattstrasse 59, 
Fr, 17. Oktober 2014, 19.30 Uhr.

Frieden

Anhand von 124 Fotografien auf 100 riesigen Panels beschreibt die von Ashley Woods kuratierte Ausstellung «Making Peace» wichtige Elemente, die für einen dauerhaften Frieden von Bedeutung sind. Die vom International Peace Bureau (IPB) konzipierte Ausstellung ist eine Hommage an jene Menschen, die sich mit grossem Engagement für den Frieden einsetzen.

Basel Theaterplatz, ab Mo, 20. Oktober 2014.

Geschlechterfragen

An der Wide-Tagung «gender@nachhaltigkeit» soll der Umgang mit ökologischen Krisen und Care-Ökonomie analysiert werden. Zur Debatte stehen Fragen der Staatlichkeit, der Demokratie und der Geschlechterverhältnisse. Die Diskussionsrunden: feministische Debatte zur Krise der Geschlechtergerechtigkeit; den glokalen Raum bespielen; Rechnen mit der Care-Ökonomie; Lebensstandard. Anschliessend gibt es ein Fest mit Apéro und Musik.

Bern Universität, Von-Roll-Areal, Fr, 31. Oktober 2014, 9.15–18.15 Uhr. Fest: Frauenraum der Reitschule, Neubrückstrasse 8, ab 19 Uhr. Männer sind willkommen. Detailprogramm und Anmeldung: www.wide-network.ch.

Die sieben Veranstaltungen umfassende öffentliche Ringvorlesung «Männlichkeitsvorstellungen und Männerbilder heute» beschäftigt sich mit Vorstellungen, die Männer untereinander von sich aushandeln, wie auch mit Männerbildern im Verhältnis zu denjenigen von Weiblichkeit. Dabei werden aktuelle Forschungsergebnisse zu Geschichte und Gegenwart vorgestellt. Den Anfang macht Christa Binswanger, Dozentin für Gender und Diversity an der Universität St. Gallen, mit einer Einführung in die kritische Männerforschung.

St. Gallen Universität, Raum HSG 58–022, Tellstrasse 2, Nähe HB, Do, 30. Oktober 2014, 
18.15–19.45 Uhr. 
www.genderportal.unisg.ch/de/aktuell

Indien

«Millions Can Walk» ist ein Dokumentarfilm über den Protestmarsch der Adivasi, der indigenen Bevölkerung Indiens, die zu Hunderttausenden durch Dörfer und Städte marschieren. Sie wehren sich gegen die zunehmende Enteignung ihrer Heimat durch Raubbau an den Bodenschätzen, durch den Anbau grosser Plantagen und die Realisierung enormer Infrastrukturprojekte. Die Schicksale von Beteiligten stehen im Fokus von Christoph Schaubs und Kamal Musales Film, der auch die Reaktionen internationaler Medien und der internationalen Gemeinschaft auf die Proteste aufgreift (siehe WOZ Nrn. 4/14 und 5/14).

Bern Reitschule, Neubrückstrasse 8, Sa, 18. Oktober 2014, 21 Uhr, 
und Do, 23. Oktober 2014, 20.30 Uhr.

Palästina

Sumaya Farhat-Naser, Menschenrechts- und Friedensaktivistin sowie Buchautorin, setzt sich seit Jahren für einen israelisch-palästinensischen Friedensprozess ein. Jetzt kommt sie wieder in die Schweiz und liest aus ihrem Buch «Im Schatten des Feigenbaums». Sie beschreibt darin den israelischen Landraub und die Konsequenzen für die palästinensische Bevölkerung im Westjordanland.

Spiez Neue Bibliothek, Sonnenfelsstrasse 1, 
Mi, 22. Oktober 2014, 19.30 Uhr. Muri AG Schule Bachmatten, Talstrasse 3, Do, 23. Oktober 2014, 
19.30 Uhr. Bülach Reformierte Kirchgemeinde, Grampenweg 5, Mo, 17. November 2014, 19.30 Uhr.

Widerstand

Was haben Occupy, die spanischen Indignados und der Arabische Frühling gemeinsam? Wo sind die Berührungspunkte zwischen den ukrainischen Oben-ohne-Aktivistinnen und Oppositionellen in Ägypten? Diesen Fragen geht der Dokumentarfilm «Everyday Rebellion» von Arash und Arman T. Riahi über neuere und kreative Formen des Protests und zivilen Ungehorsams nach. Nach der ersten Vorführung wird ein Gespräch mit dem Theologen und Pazifisten Ueli Wildberger geführt.

Bern Kino in der Reitschule, Neubrückstrasse 8, 
Do, 16. Oktober 2014, 20.30 Uhr; Fr, 17. Oktober 2014, 21 Uhr; Mi, 22. Oktober 2014, 20.30 Uhr.

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