Politour :

Nr. 42 -

Flüchtlinge

Die St. Galler Gruppe «Unterstützung für Flüchtlinge. Jetzt!» ruft auf zur Beteiligung an Mahnwachen. Die Forderungen: Aufnahme von 100 000 Flüchtlingen aus Krisengebieten, zusätzliche Hilfe der Schweiz in Flüchtlingslagern vor Ort, keine Ausschaffung von AsylbewerberInnen, keine Waffenausfuhr in Krisengebiete und an Staaten, die Menschenrechte verletzen und/oder Kriege unterstützen, Entmilitarisierung der europäischen Aussengrenzen.

St. Gallen jeweils samstags, 14–15 Uhr. 
17. Oktober 2015: Neugasse beim Brunnen; 
24. Oktober 2015, 7. und 14. November 2015: Bärenplatz; 
31. Oktober 2015: auf dem Bohl; 21. November 2015: Vadianstrasse beim Neumarkt; 28. November 2015, 
12. und 19. Dezember 2015: Marktplatz/Goliathgasse.

Die Flüchtlingstheatergruppe Malaika spielt ihr neustes Stück «Überraschung Zürich». Eine Schweizerin verbringt den Tag am Zürichsee und erlebt dabei Überraschendes und Nachdenklichmachendes.

Zürich Stiftung Kunstsammlung Albert und Melanie Rüegg, Dufourstrasse 160, Do, 15. Oktober 2015, 19.30 Uhr.

Geschlechterfragen

«Wir werden nicht als Frauen und Männer geboren, wir werden dazu gemacht»: An dieser Veranstaltung zum Zwanzigjahrjubiläum des Mannebüro Luzern sprechen Stella Jegher, die sich seit 35 Jahren in der Friedens-, Frauen- und Menschenrechtsbewegung engagiert, und Christoph Walser, der seit zwanzig Jahren in geschlechtsspezifischer Bildung, Beratung und Burn-out-Prävention tätig ist, über Fragen der Geschlechtergerechtigkeit.

Luzern Marianischer Saal, Bahnhofstrasse 18, 
Do, 22. Oktober 2015, 18 Uhr. Anschliessend Apéro im Lichthof des Regierungsgebäudes.

Gefängnis

In der internationalen Wanderausstellung «Ein halber Quadratmeter Freiheit – Bilder aus der Haft» des deutschen Vereins Art and Prison ist eine Auswahl von Gemälden, Zeichnungen und Skulpturen inhaftierter Frauen, Männer und Jugendlicher aus fast vierzig Ländern aller Kontinente zu sehen. Bei Kunstwettbewerben von 2009 bis 2015 sind beinahe tausend Kunstwerke eingegangen. Die derzeit in Vaduz zu sehenden Werke erzählen Geschichten von Strafe und Verbrechen, von Schuld, vom Aus- und Eingeschlossensein und von ungewissen Zukunftsperspektiven, aber auch von Hoffnung.

Vaduz Liechtensteinisches Landesmuseum, Städtle 43. Ausstellung verlängert bis 18. Oktober 2015.

Landwirtschaft

Der neue Biohof Gabris entsteht als Nachfolge eines kleinen Familienbetriebs als biologisch bewirtschaftetes Gemeinschaftsprojekt. Die ersten Projekte wie Beerenkulturen oder die Aufzucht Schottischer Hochlandrinder sind angelaufen, weitere sollen folgen. Nun wird ein Hoffest stattfinden. Die Gruppe Baldrian, die selber einen engen Bezug zur Landwirtschaft hat, spielt Mundartlieder (11 und 15.30 Uhr). Das Theater Bilitz bringt das Stück «Wer bist du denn?» auf die Bühne, eine Geschichte über Fremdsein, Neugierde und Freundschaft (14 Uhr). Dazwischen gibt es Essen vom Hof und vom Fachmarkt Biosfair und den ganzen Tag Spiele für Kinder.

Hosenruck TG Hof Gabris, Gabris 36, 
So, 18. Oktober 2015, 11–16.30 Uhr.

In ganz Europa füllen dieselben Obst-, Getreide- und Gemüsesorten von einigen wenigen Agrarkonzernen die Regale der Supermärkte. Grund für diesen Verlust von Biodiversität ist die Patentpraxis im Bereich Saatgut: Nur noch selten erhalten zum Nachsäen geeignete Neuzüchtungen eine Zulassung. Zudem dürfen BäuerInnen ihre Züchtungen nicht verkaufen oder tauschen, wodurch die Konzerne das Monopol haben. Die Folgen: Der Genpool des Saatguts wird immer kleiner. Der Film «Die Saatgut-Retter» von Anja Glücklich stellt die Folgen dar, die dies für die Umwelt hat, und zeigt Lösungsmöglichkeiten auf. Nach der Vorführung kann mit François Meienberg von der Erklärung von Bern diskutiert werden.

Baden Royal, Bahnhofstrasse 39, Do, 22. Oktober 2015, 20.15 Uhr (Barbetrieb ab 19.45 Uhr).

Migration

Das experimentelle Ausstellungs- und Veranstaltungsprojekt «Die ganze Welt in Zürich», umgesetzt vom Künstler Martin Krenn, zielt darauf ab, konkrete Interventionen in die Migrationspolitik zu entwickeln, diese Vorschläge auf ihre Umsetzbarkeit in Zürich zu überprüfen und öffentlich zu machen. Zudem schafft es einen Ort, an dem über Sachzwänge hinaus im Sinn einer sozialen Utopie gemeinsam nachgedacht, verhandelt und agiert werden kann. Der erste Anlass der dazugehörigen Veranstaltungsreihe beginnt mit einer Schifffahrt, bei der das Projekt vorgestellt wird, und endet mit der Eröffnungsparty.

Zürich Schifffahrt ab Bürkliplatz, Do, 22. Oktober 2015, 19.30 Uhr, bis Hafen Wollishofen; Party: 
Shedhalle, Seestrasse 395, ab 20.30 Uhr. 
www.whole-world-in-zurich.net/de

Öffentlicher Verkehr

Der Verein umverkehR organisiert eine Podiumsdiskussion zur Aufhebung von zahlreichen Nachtzugverbindungen in den letzten Jahren. Welchen politischen Handlungsspielraum hat die Schweiz, um den grenzüberschreitenden Schienenpersonenverkehr zu stärken? Mit VertreterInnen der SBB, der Deutschen Bahn (DB) und weiteren Fachpersonen wird diskutiert, was getan werden muss, damit die Nachtzüge eine Zukunft haben, und welche Rolle die SBB und andere Bahnunternehmen dabei spielen. Die Gäste: Armin Weber (Leiter Internationaler Personenverkehr SBB), Joachim Holstein (Stv. Betriebsratsvorsitzender DB European Railservice GmbH), Aline Trede (Kopräsidentin umverkehR und Nationalrätin der Grünen), Jürg Streuli («Redaktor Eisenbahn-Revue») und Joachim Falkenhagen, Geschäftsführer Windland GmbH.

Bern Generationenhaus, Bahnhofplatz 2, 
Do, 22. Oktober 2015, 17.30 Uhr.

Ökologie

Attac Schweiz organisiert eine Veranstaltungsreihe zum Thema Umweltgerechtigkeit. Es geht um Aktionsformen des zivilen Ungehorsams mit Theo Gubler von Greenpeace, um Konsum und Klimagerechtigkeit mit Matthias Schmelzer (Wirtschaftshistoriker und Klimaaktivist) und und Divestment als Strategie für eine klimagerechte Welt mit Payal Parekh (www.350.org) und Christian Lüthi (www.fossil-free.ch).

Basel Gewerkschaftshaus, Rebgasse 1, 
Sa, 17. Oktober 2015, 13.30–18 Uhr (Theo Gubler).

Zürich Sihlquai 131, 2. OG, Mo, 19. Oktober 2015, 
19 Uhr (Matthias Schmelzer).

Bern Grosser Saal der Friedenskirche, Friedensstrasse 9, Mo, 9. November 2015, 19 Uhr (Parekh/Lüthi).

Veranstaltungen in der Romandie siehe 
www.attac-bern.ch.

Greenpeace hatte 1971 als Gruppe junger Leute aus dem Umfeld der Hippie- und Anti-Vietnamkrieg-Bewegung im kanadischen Vancouver begonnen. Der Dokumentarfilm «How to Change the World» von Jerry Rothwell erzählt in seinen ersten Szenen, wie es damals war, als der 2005 verstorbene Autor und Comiczeichner Bob Hunter mit einigen Freunden auf einem gecharterten Fischkutter losfuhr, um vor Alaska einen Atombombentest der USA zu verhindern. Aus Tausenden Stunden Archivmaterial hat Jerry Rothwell anlässlich von Bob Hunters zehntem Todestag eine Dokumentation über die chaotischen ersten Jahre der Umweltorganisation geschaffen.

St. Gallen KinoK, Grünbergstrasse 7, Fr, 16., und 
So, 18. Oktober 2015, jeweils 17.30 Uhr, Di, 20. Oktober 2015, 17 Uhr, und Sa, 31. Oktober 2015, 15.45 Uhr.

Sozialhilfe

Die Konferenz der kantonalen Sozialdirektorinnen und Sozialdirektoren (SODK) kürzt die Sozialhilfe erneut. Die IG Sozialhilfe lädt am internationalen Tag gegen Armut zu einer Veranstaltung ein, in der die aktuelle Entwicklung und deren Auswirkungen auf Armutsbetroffene näher beleuchtet werden. Nach einer Begrüssung durch die IG-Präsidentin Branka Goldstein werden die SoziologInnen Kurt Wyss und Nathalie Benelli über die Zwangsbeschäftigung von Erwerbsarbeitslosen und behördliche Willkür beim Existenzminimum referieren.

Zürich Kafi Klick, Gutstrasse 162, Sa, 17. Oktober 2015, 17 Uhr.